Fishbowl: Rein in die Kommunalpolitik!

6. Mai 2013 von Redaktion FMNL

Sie sind selbstbewusst, tragen soziale Verantwortung und setzen sich in ihren Heimatregionen für längere Kita-Öffnungszeiten oder den Erhalt des Sportplatzes ein. Die Sprecherinnen des Fishbowls auf dem VI. Kongress „Frauen machen Neue Länder – Rein in die Kommunalpolitik!“ diskutierten gemeinsam mit den Teilnehmenden über die Chancen und Herausforderungen in der Kommunalpolitik und zeigten, was sich ändern muss, um die politische Beteiligung von Frauen zu stärken.


_MG_1503-181

Peggy Liebscher, Staatsrätin Gisela Erler, Adriana Lettrari, Staatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe und Moderatorin Tatjana Jury (von links) diskutierten im Fishbowl auf dem VI. Kongress "Frauen machen Neue Länder" über die Erfolge und Stolpersteine in der Kommunalpolitik (Foto: Sylvie Weisshäupl)


Hören Sie hier den kompletten Fishbowl als Podcast:


Online-Gästebuch zum VI. Kongress

29. April 2013 von Redaktion FMNL

Sie haben am 25. April 2013 am VI. Kongress “Frauen machen Neue Länder” unter dem Motto “Rein in die Kommunalpolitik!” teilgenommen? Dann freuen wir uns über Ihr Feedback in unser digitales Gästebuch:

Was hat Sie am Kongresstag besonders inspiriert? Wie hat Ihnen das Kongressformat gefallen? Wen haben Sie kennengelernt und welche Anregungen haben Sie mit nach Hause genommen?


Nutzen Sie die Kommentarfunktion für Ihr Statement zur Tagung (direkt unter den Fotos)!

Herzlichen Dank, dass Sie in Berlin dabei waren!

Ihr Kongressteam
Isabel Hempel, Susanne Dähner, Sabrina Ludwig & Jaana Hilgenfeld



(Fotos: Sylvie Weisshäupl)

Mehr Fotos vom Kongress finden Sie auf unserer Facebook-Fanseite www.facebook.com/frauenmachenneuelaender. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Bewegen, verändern, mitmischen: rein in die Kommunalpolitik!

26. März 2013 von Redaktion FMNL



Unter dem Motto “Rein in die Kommunalpolitik!” findet am 25. April 2013 der VI. Kongress “Frauen machen Neue Länder” in Berlin statt. In Impulsmeetings berichten Kommunalpolitikerinnen über ihre Arbeit, Erfolge und Stolpersteine und zeigen, worauf es ankommt: Wie startet „frau“ am besten in die Kommunalpolitik? Wie finden mehr Frauen den Weg in die Städte- und Gemeinderäte? Nach einem kurzen Impuls wird das Thema gemeinsam mit den Teilnehmenden diskutiert.

Hinzu kommen ein Fishbowl und World Café unter anderem mit Gisela A. Erler, Staatsrätin in Baden-Württemberg, und Peggy Liebscher, ehemals jüngstes Mitglied im Leipziger Stadtrat. Das Tagungsprogramm lesen Sie hier: www.frauenmachenneuelaender.de/tagungsablauf

Die Kombination aus Impulsvorträgen und dynamischen Gesprächsrunden lässt viel Raum für Wissens- und Erfahrungsaustausch. Erleben Sie ein Kongressformat jenseits des klassischen Frontalprogramms. Jetzt anmelden unter: www.frauenmachenneuelaender.de/anmeldung. Die Teilnahme ist kostenfrei. Für Kinderbetreuung und Kulinarisches ist gesorgt!

Es ist nicht genug, “dagegen” zu sein!

23. März 2013 von Redaktion FMNL

Am 25. April 2013 findet in Berlin der VI. FMNL-Kongress “Rein in die Kommunalpolitik!” statt. Begleitet wird der Austausch von Kommunikationsexpertin Karolina Iwa von track2, die seit 2004 erfolgreich mit Gruppen zwischen 100 bis 2.000 Personen arbeitet. Lesen Sie ihr Statement zum Kongress:

Karolina_Iwa

"Die Dialogformen des Kongresses sind auf den kommunalpolitischen Alltag übertragbar", sagt Karolina Iwa. Die Kommunikationsexpertin moderiert den VI. Kongress gemeinsam mit rbb-Journalistin Tatjana Jury.


KAROLINA IWA:
“Frauen in der Kommunalpolitik sind stark unterrepräsentiert. Das ist Realität, sowohl in den neuen als auch den alten Bundesländern. Das muss sich dringend ändern, da eine Demokratie ohne die Einbeziehung einer so wichtigen Gruppe nicht erfolgreich gelebt werden kann. Als Hauptgründe für die niedrige Beteiligung der Frauen werden meist die politische Kultur, z.B. das konservative Arbeitsklima und die „monologartige“ Redekultur genannt, aber auch institutionelle Einschränkungen, wie Bürokratie und Zeitbedarf und die mangelnde Vereinbarkeit der Politik mit anderen Lebensbereichen.

Ich möchte durch die Anwendung strukturierter, integrativer und wertschätzender Dialog-Methoden auf dem Kongress erreichen, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Vorstellung davon bekommen, wie Kommunalpolitik anders gestaltet werden könnte. Lesen Sie weiter… »

“Wir erleben im Osten Aufbruchzeiten”

11. März 2013 von Redaktion FMNL

Als vor 19 Jahren viele Kitas in ihrer Stadt geschlossen wurden, entschloss sich Sabine Hemberger aktiv zu werden und in der Politik vor Ort mitzumischen. “In der Kommunalpolitik können Bürger auf viele Entwicklungen ihrer Stadt oder ihrer Gemeinde Einfluss nehmen”, sagt die 47-Jährige. 2009 wurde Sabine Hemberger zur Vorsitzende des Stadtrates in Jena gewählt und fasste gemeinsam mit ihrer Fraktion mitten in den Krisenjahren den Beschluss, die Stadt komplett zu entschulden. Aktuell setzt sie sich vor allem für die Stärkung und Gestaltung des Stadtzentrums ein.

Hemberger

Rein in die Kommunalpolitik! Was oder wer hat Ihnen den entscheidenden Anstoß gegeben?

Sabine Hemberger: Für mich war der entscheidende Anstoß, mich mit Kommunalpolitik zu beschäftigen, meine Arbeit als Elternsprecherin in einer Kindertagesstätte in Jena – in einer Zeit als Kindereinrichtungen in großer Anzahl geschlossen werden mussten, weil die Geburtenzahlen nach 1990 dramatisch zurück gingen. Allein dieses eine Thema zeigte, wie komplex Kommunalpolitik ist: Finanzen, Arbeitsmarkt, soziale Perspektiven, Stadtentwicklung – alles hängt zusammen. Seit 1994 war ich dann Mitglied des Stadtrates, zunächst parteilos in der SPD-Fraktion, später als „ordentliches“ SPD-Mitglied.

Bietet der Osten besondere Freiräume oder Gestaltungsmöglichkeiten für kommunalpolitisches Engagement?

S.H.: Wir haben im Osten Deutschlands das unbeschreibliche Glück nach einer friedlichen Revolution Aufbruch- und Umbruchzeiten zu erleben – also Zeiten, in denen Menschen wirklich mitbestimmen und gestalten können. Und gerade in der Kommunalpolitik, wo Bürger direkt vor Ort auf viele Entwicklungen ihrer Stadt oder ihrer Gemeinde Einfluss nehmen können, gibt es diese Freiräume und Gestaltungsmöglichkeiten, die wir uns so sehr wünschen.

Es gibt auch in den neuen Ländern deutlich weniger Frauen als Männer in kommunalpolitischen Ämtern: Warum eigentlich?

Lesen Sie weiter… »

“Die Strukturen im Osten sind offener”

6. März 2013 von Redaktion FMNL

“Kommunalpolitik ist die beste Schule fürs Leben”, sagt Peggy Liebscher. Mit nur 22 Jahren wurde sie in den späten 1990ern in den Leipziger Stadtrat gewählt. Mit langem Atem kämpfte sie sich durch konservative politische Strukturen. “Heute ernte ich die Früchte jahrelanger Netzwerkarbeit in der Kommunalpolitik”, sagt die heute 35-Jährige. Peggy Liebscher ist derzeit als Persönliche Referentin des Staatsministers und Chef der Sächsischen Staatskanzlei tätig.

Peggy_Liebscher

Peggy Liebscher war viele Jahre in der Kommunalpolitik tätig, bevor sie Persönliche Referentin des Chefs der Sächsischen Staatskanzlei wurde. "Kommunalpolitik ist spannend, vielseitig und konkret. Hier kann sich der Einzelne einbringen und tatsächlich zu Veränderung beitragen."

FMNL: Rein in die Kommunalpolitik! Was oder wer hat Ihnen den entscheidenden Anstoß gegeben?

Peggy Liebscher: Meine große Liebe zu Leipzig war ausschlaggebend, dass ich als 18-Jährige den Wunsch hatte, mich in meiner Heimatstadt einzubringen. Ich wollte Dinge, die mich störten, verändern und lebendige Demokratie am eigenen Leib erfahren.


Was war/ist die größte Herausforderung in ihrem Amt? Was bewegt Sie?
Was haben Sie bewegt?

P.L.: Die größte Herausforderung war es, mir als jüngste Stadträtin mit damals 22 Jahren Gehör für meine Anliegen zu verschaffen. Ein großes Anliegen meinerseits war es, bei der Förderung freier Träger der Jugendhilfe abrechenbare Kriterien zu definieren und somit ein wirksames Controlling der Stadt zu etablieren.

Bietet der Osten besondere Freiräume oder Gestaltungsmöglichkeiten für kommunalpolitisches Engagement? Lesen Sie weiter… »

“Mir macht Politik Spass”

6. März 2013 von Redaktion FMNL

“Eine große Herausforderung war der Spagat zwischen Vollzeit-Job, Familie und ehrenamtlichem Stadtratsmandat”, sagt die Erfurterin Kathrin Hoyer. Doch das hielt sie nicht davon ab sich zu engagieren. Mit ihren Parteikollegen verhinderte sie z.B. den Abriss eines Freibades und mehrerer denkmalgeschützter Gebäude und trieb die Neuanalage eines großen Parks voran. Seit 2013 ist Kathrin Hoyer Dezernentin für Umwelt- und Wirtschaft in der Stadtverwaltung Erfurt.

Kathrin_HoyerRein in die Kommunalpolitik! Was oder wer hat Ihnen den entscheidenden Anstoß gegeben?

Kathrin Hoyer: Bei mir gab es keinen konkreten Anlass. Es gab immer wieder Dinge, die ich mir für meine Heimatstadt anders gewünscht hätte. Und den meisten Einfluss auf Entscheidungen hat frau, wenn sie selber mit abstimmen darf. Das wollte ich dann irgendwann einfach.

Was war/ist die größte Herausforderung in ihrem Amt? Was bewegt Sie? Was haben Sie bewegt?

K.H.: Ich war acht Jahre Fraktionsvorsitzende im Erfurter Stadtrat. Dabei ging es besonders um Vernetzung und das zur Sprache bringen von Missständen und Problemen sowie das Aufzeigen alternativer Gestaltungsmöglichkeiten gegenüber einer fest institutionalisierten Stadtverwaltung. Eine große Herausforderung für mich persönlich war der Spagat zwischen Vollzeit-Job, Familie und ehrenamtlichem Stadtratsmandat. Durch das Engagement gemeinsam mit Gleichgesinnten in der Fraktion ist es uns gelungen, den Abriss eines Freibades und mehrerer denkmalgeschützter Gebäude zu verhindern. Auch die Neuanalage einer großen innerstädtischen Parkanlage haben wir maßgeblich voran gebracht.
Lesen Sie weiter… »

“Ich kommuniziere gerne”

28. Februar 2013 von Redaktion FMNL

Mit Empfehlung von Angela Merkel erhielt Gundela Knäbe 2011 den Helene Weber-Preis, der Neueinsteigerinnen in die Kommunalpolitik auszeichnet. „Gundela Knäbe lebt aktiv vor, wie man sich als Frau erfolgreich und zielstrebig einbringen kann. Dies motiviert ganz besonders Frauen, die Initiative zu ergreifen und für ein Amt zu kandidieren”, begründete die Bundeskanzlerin ihren Vorschlag. Die hauptberufliche Rechtanwältin ist seit 2009 ehrenamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde Zirkow auf Rügen. Die Vermittlung zwischen verschiedenen Interessengruppen ist eine ihrer zentralen Aufgaben dabei.

Helene Weber-Preisträgerin Gundula Knäbe

Helene Weber-Preisträgerin Gundula Knäbe

FMNL: Rein in die Kommunalpolitik! Was oder wer hat Ihnen den entscheidenden Anstoß gegeben?

Gundula Knäbe: In die Kommunalpolitik kam ich durch die Aufforderung eines Parteifreundes, weil es zur Kommunalwahl 2004 nicht genügend Kandidaten gab.

Was war/ist die größte Herausforderung in ihrem Amt? Was bewegt Sie? Was haben Sie bewegt?

G.K.: In Zeiten immer knapper werdender Kassen ist es meine Herausforderung als ehrenamtliche Bürgermeisterin den von meinen Vorgängern übernommenen Investitionsrückstau mindestens nicht größer werden zu lassen. Mich bewegt, dass ich mich gern für die Allgemeinheit einsetze und kommuniziere.

Bewegen konnte ich die Neugründung des Beirates des Biosphärenreservates Südost Rügen. Damit verbunden lenke ich als Beiratsvorsitzende die konstruktive Kommunikation der Bürgermeister der zum Biosphärenreservat gehörenden Gemeinden mit den Vertretern der im Biosphärereservat beheimateten unterschiedlichen Interessengruppen.

Es gibt auch in den neuen Ländern deutlich weniger Frauen als Männer in kommunalpolitischen Ämtern: Warum eigentlich?

G.K.: Traditionell waren die Frauen in der Verwaltung im Osten stark vertreten, mit Ausnahme der Führungspositionen. In meinem Bereich der Kommunalpolitik vermag ich eine größere Disproportionalität nicht zu erkennen.

Bitte in einem Satz: Warum sollte „frau“ rein in die ostdeutsche Kommunalpolitik?

G.K.: Frau sollte nicht nur rein in die ostdeutsche Kommunalpolitik. Frau sollte sich grundsätzlich ehrenamtlich engagieren.


Biographisches:

Gundela Knäbe ist gebürtige Niedersächsin, Jahrgang 1963, und verheiratet. Seit 1994 lebt sie auf Rügen. Von 1995 bis 1998 war sie Sachgebietsleiterin in der Stadtverwaltung der Hansestadt Stralsund. Seit 1998 arbeitet sie als Rechtsanwältin in eigener Kanzlei. 2004 bis 2009 engagierte sie sich als Gemeindevertreterin in Zirkow. Seit 2009 ist sie ehrenamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde Zirkow. Daneben bekleidet sie weitere ehrenamtliche Ämter, z.B. als ehrenamtliche Behindertenbeauftragte des Landkreises Vorpommern-Rügen für den Altkreis Rügen.

“Ostdeutsche Frauen bringen Innovationspotenzial mit”

6. Februar 2013 von Redaktion FMNL

ZEIT.online veröffentlichte kürzlich eine Deutschlandkarte “Frauen in der Kommunalpolitik”. Ein Blick darauf zeigt: Rathäuser, Gemeinde- und Stadträte sind sowohl in West- als auch in Ostdeutschland überwiegend von Männer besetzt. Wir haben mit Uta Kletzing von der EAF | Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft gesprochen. Sie ist Mitautorin der Studie “Engagiert vor Ort: Wege und Erfahrungen von Kommunalpolitikerinnen” und weiß, was passieren muss, damit mehr Frauen in die Kommunalpolitik gehen.

Frau Kletzing, was bewegt Frauen dazu, kommunalpolitisch aktiv zu werden?

Uta_Kletzing_EAF

Uta Kletzing ist Leiterin des Bereichs Politik und Verwaltung in der EAF Berlin


Uta Kletzing: Wir haben die Frauen danach befragt, welche Beweggründe sie zur Übernahme eines kommunalen Mandats veranlasst haben. Sowohl äußere als auch innere Faktoren spielen eine wichtige Rolle: Die Mehrheit möchte „über den eigenen Tellerrand hinausblicken” und ein konkretes Thema voranbringen. Das Engagement für Themen ist eine ganz entscheidende Triebkraft für das (ehrenamtliche) Engagement von Frauen, das hat sich an verschiedenen Stellen der Untersuchung immer wieder deutlich gezeigt. Das politische Ehrenamt ist aber auch mit dem Wunsch nach individueller Entfaltung verbunden: Mehr als die Hälfte der Frauen reizt es, sich durch das Engagement auf kommunalpolitischer Ebene auch persönlich weiterentwickeln zu können. Kommunalpolitik kann auch eine Rückkehrmöglichkeit ins öffentliche Leben sein, etwa nach einer Familienphase. Insgesamt gilt: Kommunalpolitikerinnen wollen etwas tun – für andere UND für sich. Interessant dabei ist, dass lediglich vier Prozent die Kommunalpolitik als mögliches Sprungbrett für eine politische Karriere betrachten.


Gibt es einen bestimmten Typ Frau, der sich kommunalpolitisch engagiert?


Lesen Sie weiter… »

„Frauen machen Politik vielseitiger“

4. Februar 2013 von Redaktion FMNL

Sie hat in ihrer Region vieles bewegt. Dorothee Berthold ist seit 20 Jahren als Grüne Abgeordnete im Kommunalparlament des Burgenlandkreises und im Gemeinderat Lützen in Sachsen-Anhalt aktiv. Sie kämpft gegen den Braunkohleabbau in Lützen und für den Einsatz von erneuerbaren Energien. Es sollten mehr Frauen in den kommunalen Parlamenten sein. Weibliche Mentalität ist bei vielen Entscheidungen von Vorteil”, ist sie sicher.

Dorothee Berthold

Rein in die Kommunalpolitik! Was oder wer hat Ihnen den entscheidenden Anstoß gegeben?

Dorothee Berthold: Mein Mann hat 1994 enttäuscht seinen Platz im Gemeinderat unserer Kommune verlassen. Darauf kandidierte ich als Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen und bin seitdem mit vielen wichtigen Problemen konfrontiert worden: Angefangen bei einem leider erfolglosen Versuch eine dezentrale Kläranlage für unsere vier Ortsteile zu schaffen bis zum Kampf um den Schulstandort Lützen, den wir – durch die Eröffnung einer Privatschule, die nun seit einem halben Jahr gut läuft – gewonnen haben.

Was war/ist die größte Herausforderung in ihrem Amt? Was bewegt Sie? Was haben Sie bewegt

D.B.: Als Grüne beschäftigt mich besonders der geplante Braunkohlentagebau Lützen. Zum Schutz der Heimat kämpfe ich gegen dieses Vorhaben. Einerseits aus Klimaschutzgründen: Mir liegt als evangelische Pfarrerstochter die Bewahrung der Schöpfung am Herzen. Andererseits aus ökonomischen Gründen: Unsere Orte wurden mit viel Geld saniert, Abwasser gelegt usw. Energie wird schon länger exportiert, diese Exporte steigen weiter, auch aus Profitgier von Konzernen. Dies will ich nicht unterstützen und zeige stattdessen auch mit unserem Haus, wie erneuerbare Energie genutzt werden sollte.

Besonders stolz bin ich, mit viel Taktik eine Bürgerbefragung zur Akzeptanz der neuen Kommune Lützen zum Tagebau Lützen angeschoben zu haben. Dies war jahrelang versucht und immer abgeblockt worden. Die Befragung ergab eine 87 prozentige Ablehnung des Vorhabens und kann nun der Landesregierung immer vor die Nase gehalten werden, die in ihrem Energiekonzept neue Tagebaue nur mit Akzeptanz der betroffenen Bevölkerung aufschließen lassen will.


Bietet der Osten besondere Freiräume oder Gestaltungsmöglichkeiten für kommunalpolitisches Engagement?

D.B.: Ich könnte mir vorstellen, dass Frauen im Osten selbstverständlicher in den kommunalpolitischen Parteien auf- und wahrgenommen werden. Frauen am Kochtopf gibt es nun mal seit vielen Jahren – auch notgedrungen – hier weniger.

Es gibt auch in den neuen Ländern deutlich weniger Frauen als Männer in kommunalpolitischen Ämtern: Warum eigentlich?

D.B.: Oft trauen sich Frauen dies nicht so zu wie Männer. Nicht zuletzt, weil es seit jeher eine Domäne der Männer ist, am Rathaustisch zu sitzen. Auch ist es für Frauen oft schwerer, politisches Engagement mit der Familie und der Arbeit zu vereinbaren.

Bitte in einem Satz: Warum sollte „frau“ rein in die ostdeutsche Kommunalpolitik?

D.B.: Frauen sollten in kommunalen Parlamenten tätig sein, weil weibliche Mentalität bei vielen Entscheidungen von Vorteil ist. Politik kann dadurch vielseitiger erfolgen.


Dorothe Berthold wurde 1954 in Magdeburg geboren und wohnt seit 43 Jahren in Lützen. Die gelernte Pharmazieigenieurin ist verheiratet und Mitglied von Bürgerinitiativen vor Ort.

Rein in die Kommunalpolitik!

23. Januar 2013 von Redaktion FMNL

VI. Kongress am 25. April in Berlin in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften – JETZT ANMELDEN!


Bewegen, verändern, mitmischen: rein in die Kommunalpolitik! Sie zeigen, wie das geht: Als Landrätin oder Bürgermeisterin sind sie in den Neuen Ländern aktiv, machen Politik im Kreistag oder in den Parlamenten ihrer Städte und Gemeinden. Kreativ, unkonventionell und pragmatisch bestimmen sie die politischen Entscheidungen vor Ort.

Der VI. Kongress der erfolgreichen Initiative „Frauen machen Neue Länder“ will Mut und Lust auf Kommunalpolitik machen und zeigt die vielfältigen Wege von ostdeutschen Frauen in die Politik. Aktive und ehemalige kommunalpolitische Mandatsträgerinnen berichten über ihre Arbeit, über Erfolge, Stolpersteine und Tücken. Was konnten engagierte Frauen in den neuen Ländern seit der Wiedervereinigung bewegen? Welche Ziele bestimmen die Zukunft in den ostdeutschen Regionen? Was macht politische Ämter für Frauen attraktiv? Wo liegt die Motivation für politisches Engagement? Und wie startet „frau“ am besten in die Kommunalpolitik?

Der Kongress bietet sowohl bereits politisch engagierten Frauen als auch Neueinsteigerinnen eine Plattform. Ein auf Dialog aufgerichtetes Kongressformat lässt viel Raum für offene Gespräche und Netzwerken. Die aktuelle der Begleitstudie zum Kongress von Ernst & Young zeigt, wie viele Frauen in den Neuen Ländern in kleinen Kommunen politische Verantwortung übernehmen. Die Ergebnisse der Studie werden am 25. April in Berlin präsentiert.

Akademie_der_Wissenschaften_berlin

Blick von der Dachterasse der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Foto: oh

Lesen Sie weiter… »

Wie geht`s weiter, Frau Ministerin?

14. Januar 2013 von Redaktion FMNL

140 Gründerinnen, Unternehmerinnen und Expertinnen tauschten sich auf dem Kongress “Frauen machen Sachsen-Anhalt – Ich will gründen, jetzt und hier!” am 01.11. 2012 in Magdeburg aus zu den Fragen: Wie empfinde ich das Ambiente für Gründung in Sachsen-Anhalt? Welche Unterstützung brauche ich? Die Anregungen der Teilnehmerinnen wurde in einer Dokumentation festgehalten und der Ministerin für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Angela Kolb, überreicht. Wir haben die Ministerin gefragt, wie sie die Ergebnisse des Kongresses in ihre politische Arbeit einfließen lässt.

Angela_Kolb

Moderatorin Kerstin Palzer (rechts) überreichte auf dem 5. Kongress Prof. Angela Kolb, Ministerin für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt, die Ergebnisse der Arbeitsgruppen. "Der große und unterschiedliche Kreis der Teilnehmerinnen bot einen konstruktiven Gedankenaustausch mit vielen wertvollen Erkenntnissen und Hinweisen für alle Beteiligte", sagte die Ministerin.

Prof. Angela Kolb: „Die Durchführung des Kongresses „Frauen machen Sachsen-Anhalt – Ich will gründen, jetzt und hier!“ wird auch für die hiesigen Akteurinnen und Akteure als eine Bereicherung angesehen. Der große und so unterschiedliche Kreis der Teilnehmerinnen bot einen konstruktiven Gedankenaustausch mit vielen wertvollen Erkenntnissen und Hinweisen für alle Beteiligte. Die Evaluationsbögen boten für das Ministerium für Justiz und Gleichstellung zudem im Nachgang noch einmal die Möglichkeit, sich detailliert mit den Anregungen und Wünschen der Kongressteilnehmerinnen auseinander zu setzen.
Lesen Sie weiter… »