Willkommen im Ostfrauen_Blog!

28. Juli 2010 von Redaktion FMNL


Warum wir bloggen


“Der richtige Zeitpunkt ist immer JETZT – Danke für die Veranstaltung JETZT!”, schrieb eine junge Frau auf dem II. Kongress “Frauen machen Neue Länder – Stark durch die Krise” in unser Gästebuch.  Mit der Eröffnung des Ostfrauen_Blogs, am 1. Juli 2010, möchten wir JETZT zu IMMER machen!

Ostfrauen_Blog wird den Esprit der jährlichen Tagungen “Frauen machen Neue Länder” ins WEB 2.0 tragen und unserem jungen Netzwerk ein attraktives Forum bieten. Der III. Kongress “Frauen machen Neue Länder – Frauenkarrieren in Ostdeutschland” findet am 04. November in Leipzig, Mediencampus Villa Ida, statt. Melden Sie sich jetzt an.

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“Ich kenne keine Frau, die verzichtet hätte”

28. Juli 2010 von Redaktion FMNL
Prof. Dr. Heike Kahlert, Uni Greifswald – Foto: privat

Dr. Heike Kahlert, Uni Greifswald – Foto: privat


Dr. Heike Kahlert lehrt und forscht am Lehrstuhl für Analytische Chemie und Umweltchemie an der Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald. Sie hat drei Söhne, 14, 11 und 7 Jahre alt. “Die Jungs sind sehr selbstständig”, sagt die Alleinerziehende, die Unterstützung vor allem durch die eigene Mutter, die Großeltern väterlicherseits, Freunde und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) erfährt – ein Verein, in dem sie ehrenamtlich tätig ist. Für Ostfrauen_Blog schreibt die gebürtige Brandenburgerin darüber, wie ihr der Spagat zwischen Karriere und Familie gelingt und welche Vorbilder sie prägen.

HEIKE KAHLERT: “Als die Wende kam, war ich 18 Jahre alt. Das heißt, ich habe meine Kindheit und Jugend in der DDR verlebt. Soweit ich mich erinnern kann, gab es in meinem Umfeld nicht eine Frau, die zur Betreuung der Kinder zu Hause geblieben ist und auf ihren Beruf verzichtet hätte.

Aus meiner Sicht haben die Mütter in der DDR etwas ganz besonders geschafft: Den Spagat, in der Familie das klassische Rollenbild der Haushälterin und Mutter zu erfüllen und im Berufsleben voll engagiert zu sein. Das war nur durch Organisationstalent und Selbstdisziplin zu bewältigen. Das sind Eigenschaften, die unsere Mütter sicherlich von ihren Müttern erlernt haben, die in Kriegszeiten und danach ein hartes Leben zu meistern hatten.

Unsere Generation profitiert von diesem Erbe, denn ich kann für mich sagen, dass ich diese Eigenschaften so verinnerlicht habe, dass ich manchmal überrascht bin, wenn ich darauf angesprochen werde, wie ich meine Karriere als Hochschullehrerin, meine drei Kinder und meine ehrenamtliche Tätigkeit in der DLRG unter einen Hut bekommen kann.

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Skypecast mit Gisela Erler

28. Juli 2010 von Redaktion FMNL

Am 4. November 2010 findet der III. Kongress “Frauen machen Neue Länder – Frauenkarrieren in Ostdeutschland” in Leipzig statt. Im Interview via Skype: Die Autorin und Familienforscherin Gisela Erler, deren Unternehmen pme Familienservice die Tagung im Auftrag des Beauftragten der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer und in Kooperation mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend realisiert.

“Es gibt sie, die anderen Männer!”

28. Juli 2010 von Redaktion FMNL

Anke Domscheit-Berg mit Ihren Ehemann, Foto:oh

Frisch getraut: Anke Domscheit-Berg mit ihrem Ehemann – Foto: privat



“Hingucken lohnt sich!”, sagt Anke Domscheit-Berg. Sie hat den Mann für’s Leben gefunden und weiß, wie entscheidend die Partnerwahl für die Karriere ist. Die 42-Jährige arbeitet als Director Government Relations bei Microsoft Deutschland in Berlin. Neben ihrem Beruf engagiert sie sich für Frauen in Führungspositionen, mit dem Ziel, die so genannte gläserne Decke zu durchbrechen – welche bis heute Frauen daran hindert, in hohe Funktionen aufzusteigen. Über ihre eigenen Erfahrungen beim beruflichen Aufstieg schrieb die Mutter eines zehnjährigen Sohnes u.a. für die Zeit, die taz und ab jetzt als Anchor-Bloggerin auch für Ostfrauen_Blog.


ANKE DOMSCHEIT-BERG: “Ob mit oder ohne Kinder, Karriere machen ohne Unterstützung durch Dritte ist fast unmöglich. Das gilt für Männer genauso wie für Frauen, nur dass Männer regelmäßig mit dieser Unterstützung rechnen können. Ob man bei Freunden und Familie – vor allem der angeheirateten Familie – tatkräftige und moralische Unterstützung findet, variiert sehr stark und hängt manchmal einfach von der Geographie ab.

Eine deutsche Kollegin hatte einen Schweizer geheiratet. Er war Forschungsassistent in der Wissenschaft und reduzierte seine Arbeitszeit, als sie das erste Kind bekam und den nächsten Karriereschritt im Management nahm. Sie verdiente erheblich mehr und für die kleine Familie war es eine gemeinsame Entscheidung, die beide Partner richtig und gut fanden. Die Schwiegerfamilie sah das anders. Als diese Managerin schon im fünften Monat mit dem zweiten Kind schwanger war, hatte sie der Familie ihres Mannes immer noch nichts davon erzählt, weil sie Angst davor hatte. Die beiden Schwestern und die Schwiegermutter warfen ihr schon so die ganze Zeit vor, dass sie die Zukunft ihres Mannes aus purem Egoismus ruinieren würde.

Kann man sich dieses Beispiel mit vertauschten Geschlechterrollen vorstellen? Ich kenne viele Fälle, wo Frauen auch mit höherer Ausbildung, in höherer Karrierestufe und mit höherem Einkommen zuhause bleiben, weil es sich so gehört und der Mann das so erwartet. Haben jemals ihre Familien einen Aufstand geprobt, weil ihre Zukunft ruiniert würde? Ich glaube kaum.

Männer spüren weniger Widerstände

Frauen mit Ambitionen haben es schwerer. In vielen Führungspositionen wird z.B. auch erwartet, dass man an anderen Standorten – auch im Ausland – Erfahrungen sammelt. Männer haben weniger Widerstände zu erwarten, wenn sie ihre Familie einfach mitnehmen wollen, als Frauen in der gleichen Lage. Kann man ihren Ehemännern vorwerfen, dass sie ihre Karriereplanung nicht einfach an den Nagel hängen wollen, nur weil ihre Frau jetzt eine Aufgabe in China erfüllen soll? Wohl kaum.

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Wer klug ist, lässt die Hüllen fallen!

27. Juli 2010 von Redaktion FMNL

Millionen Deutsche fahren jeden Sommer ans Meer, an den See oder ins nächste Schwimmbad. Doch wer trägt nun gerne einen Bikini oder Badeanzug und wer badet am liebsten ganz und gar ohne? Das Reiseportal Ab-in-den-Urlaub hat in einer repräsentativen Umfrage Erstaunliches herausgefunden: Je höher der Bildungsgrad, desto mehr Haut wird gezeigt. Allerdings: FKK war in DDR-Zeiten modern, ist aber heute kein wirklicher Trend mehr. Lediglich  jeder siebte Deutsche sonnt und badet gerne unbekleidet – zu diesem Ergebnis kommt eine zweite Umfrage, die im Auftrag des Gesundheitsportals www.apotheken-umschau.de erstellt wurde.

Diorama DDR-Museum, Berlin – Foto: Arne Hendriks

Diorama DDR-Museum, Berlin – Foto: Arne Hendriks


Dennoch gibt es im Osten Deutschlands deutlich mehr passionierte FKK-Bader als in den alten Bundesländern (Neue Bundesländer: 21,6 Prozent; Alte Bundesländer: 12,1 Prozent). Als treue Anhänger der Freikörperkultur outeten sich die Männer und Frauen aus Mecklenburg-Vorpommern (30,1 Prozent), knapp gefolgt von Brandenburg (29,4 Prozent). Im Westen des Landes fühlen sich vor allem die Baden-Württemberger beim Nacktbaden wohl (19,2 Prozent).


Freizügiger mit Abitur: Das Reiseportal Ab-in-den-Urlaub hat in einer repräsentativen Umfrage des Instituts tns emnid zudem herausgefunden: Je höher der Bildungsgrad, desto mehr Haut wird gezeigt. 37 Prozent der Frauen mit einem hohem Bildungsabschluss bevorzugen den Bikini statt den Badeanzug am See oder Strand. Nur 20 Prozent der Frauen mit einem geringeren Schulabschluss (Haupt- oder Realschule) wählen den Bikini als Strandbekleidung. Auch bei den Männern verhält es sich ähnlich: Je klüger, desto kürzer wird die Badehose. Warum der Bildungsgrad Einfluss auf die Vorlieben der Badebekleidung hat, ist allerdings nicht bekannt.

Kleine Unterschiede bei der Wahl der Strandoutfits lassen sich auch zwischen Frauen aus Ost- und Westdeutschland feststellen. Von 517 Befragten zeigen sich die ostdeutschen Frauen insgesamt etwas freizügiger. Während 47 Prozent der westdeutschen Frauen einen Badeanzug bevorzugen, entscheiden sich gerade mal 38 Prozent der ostdeutschen Frauen dafür. Die Frauen aus dem Osten Deutschlands greifen lieber zum Bikini (Ost 28%, West 23%).

Damit verabschiedet sich die Redaktion von Ostfrauen_Blog und geht bis zur Septemberausgabe in die Sommerpause!

Top qualifiziert, aber unterrepräsentiert

16. Juli 2010 von Redaktion FMNL


Das DIW Berlin stellt neuen Führungskräfte-Monitor vor – mit ernüchternden Ergebnissen: Der Frauenanteil unter den Führungskräften der deutschen Privatwirtschaft stagniert bundesweit. Auch als Führungskräfte verdienen Frauen weniger als ihre männlichen Kollegen. Und in den Spitzenpositionen der großen Unternehmen sind Frauen nach wie vor kaum vertreten. Dass die Situation für Frauen, die Top-Positionen anstreben oder bekleiden, in den Neuen Ländern tendenziell besser ist, wird der III. Kongress “Frauen machen Neue Länder” am 4. November 2010 in Leipzig zeigen.

Doch zunächst zur DIW-Studie, die die bundesweiten Zahlen betrachtet: „Die Frauen haben zwar bei der Qualifikation aufgeholt, treten aber auf der Stelle“, sagte DIW-Expertin Elke Holst im Rahmen der Veröffentlichung der Ergebnisse. „Dies ist nicht nur ungerecht, sondern auch schlecht für die Wirtschaft“, sagte dazu DIW-Präsident Klaus Zimmermann. „Denn jede Frau, die beruflich nicht in die Position kommt, für die sie qualifiziert ist, kostet uns Wachstum.“ Vor allem die Familienbildung und die Segregation auf dem Arbeitsmarkt wirkten sich negativ auf die Karrierechancen von Frauen aus. Holst forderte verbindliche Zielgrößen zur Erhöhung des Frauenanteils im Management.

Viele Frauen in Top-Positionen leben gleichberechtigte Partnerschaft

Interessanterweise zeigt die DIW-Studie, dass bei immerhin knapp jeder zweiten weiblichen Führungskraft die Arbeitsteilung im Haushalt mit dem Partner gleichberechtigt organisiert ist, wenn auch nicht von einem Trend zum Rollentausch gesprochen werden kann. Frauen in Führungspositionen übernehmen laut DWI 60 Prozent der Hausarbeit in der Partnerschaft (Männer in Top-Positionen nur 20 Prozent). Dennoch: Diese Erkenntnis bestätigt eine These, die im Zentrum des III. Kongresses “Frauen machen Neue Länder – Frauenkarrieren in Ostdeutschland” und der dazugehörigen Studie am 4. November 2010 in Leipzig diskutiert wird: Erfolg braucht gute Partner! Im Privaten ebenso wie in den Unternehmen und der Gesellschaft insgesamt.

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“Haarwaschabenteuer” in Erfurt

15. Juli 2010 von Redaktion FMNL


Haarwaschabenteuer Heute morgen erhielten wir zu unserer großen Freude folgende Mail von Annegret Sattler, einer Kongressteilnehmerin, die wir freundlicherweise hier samt Bildanhang zitieren dürfen.

Insbesondere unsere Grafikabteilung dürfte sich über das gelungene Selbstportrait und Logo-Pendant in schwarz-weiß freuen – für die 34-Jährige Unternehmerin Annegret Sattler aus Erfurt ein Sinnbild für ihre Selbständigkeit: stürmisch und frisch!




“Liebes Team von Frauenmachenneueländer,

ich bin heute auf das neue Erscheinunsgbild der Webseite gestoßen und mußte über die Silhouette der Frau im Logo schmunzeln. Hat mich an ein Foto erinnert, welches ich mal gemacht habe…  Ja, das bin ich – nach einem rasanten “Haarwaschabenteuer”. Wenn ich heute so darauf schaue, dann fühle ich mich gerade in meiner Selbständigkeit ähnlich – stürmisch und frisch! (…)

Seien Sie herzlich gegrüßt aus Erfurt!

Annegret Sattler”

Immer mehr Uni-Professorinnen

13. Juli 2010 von Redaktion FMNL


In den letzten 10 Jahren erhöhte sich der Frauenanteil innerhalb der Professorenschaft in Deutschland stetig: Laut Statistischem Bundesamt nahm er zwischen 1999 und 2009 von knapp zehn Prozent auf über 18 Prozent zu. Die Zahl der Professorinnen hat sich in diesem Zeitraum fast verdoppelt und erreichte 2009 mit rund 7 300 einen neuen Höchststand.

Wiesbaden 06. Juli 2010 – Ende 2009 lehrten und forschten nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 39 800 Professoren und Professorinnen an deutschen Hochschulen, das waren rund 1 200 mehr als im Vorjahr. Die Gesamtzahl der Professoren und Professorinnen ist in den letzten zehn Jahren nur leicht (um 5%) gestiegen. Im selben Zeitraum erhöhte sich jedoch der Frauenanteil innerhalb der Professorenschaft stetig: Er nahm zwischen 1999 und 2009 von knapp 10% auf über 18% zu. Die Zahl der Professorinnen hat sich in diesem Zeitraum fast verdoppelt und erreichte 2009 mit rund 7 300 einen neuen Höchststand.

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Mit Charme gegen die gläserne Decke

13. Juli 2010 von Redaktion FMNL


Anke Domscheit-Berg arbeitet als Director Government Relations bei Microsoft Deutschland in Berlin. Neben ihrem Beruf engagiert sich die 42-Jährige für Frauen in Führungspositionen, mit dem Ziel, die so genannte gläserne Decke zu durchbrechen – welche bis heute Frauen daran hindert, in hohe Funktionen aufzusteigen. Über ihre eigenen Erfahrungen mit der „gläsernen Decke“ schrieb die Mutter eines zehnjährigen Sohnes u.a. für die Zeit, die taz und ab jetzt als Anchor-Bloggerin auch für Ostfrauen_Blog.

Anke Domscheit, 42 Jahre, Director Government Relationships, Microsoft GmbH, Berlin

Anke Domscheit, 42 Jahre, Director Government Relationships, Microsoft, Berlin – Foto: Sylvie Weisshäupl


ANKE DOMSCHEIT-BERG: “Ich bin in der DDR geboren, zur Schule gegangen, habe dort gearbeitet und studiert. Genau mein halbes Leben habe ich in diesem verschwundenen Land gelebt – die andere Hälfte im wiedervereinigten Deutschland. Als die Mauer fiel, war ich 21 Jahre alt und mein Charakter im Wesentlichen geprägt. So ist es wenig verwunderlich, dass ich trotz der unleugbaren Einflüsse zufälliger Umstände, vieles von dem was ich erlebt und erreicht habe, auf meine ostdeutsche Sozialisierung zurückführe, auch heute noch – und wohl für den Rest meines Lebens.

Kommentare von Vorgesetzten

Die gläserne Decke wurde mir ein Begriff, nachdem ich mir als Unternehmensberaterin und Mutter eines Kleinkindes in Westdeutschland viele Beulen daran geholt hatte. Die mehr oder weniger direkten Kommentare von Vorgesetzten und Kollegen, die mir nahe legten, mich doch weniger auf Karriere und mehr auf den Nachwuchs zu konzentrieren, um soziale und psychische Schäden des Kindes zu verhindern, haben mich wütend gemacht und frustriert. Sie haben mich jedoch niemals entmutigt. Mein Rabenmutterschweinehund hat trotz häufiger innerer Auseinandersetzungen noch immer den Kampf verloren.

Ostdeutsche Mütter lebten Vereinbarkeit vor

Ich habe mich oft gefragt, ob ich dieses Jahrzehnt der Behinderung ohne das Selbstverständnis, das Grundvertrauen darin, dass Kinderbetreuung einem Kind nicht schadet und dass es mein Recht ist, Kinder zu haben, zu arbeiten und Karriere zu machen, genauso überstanden hätte. Die Normalität der Vereinbarkeit an praktisch allen ostdeutschen Müttern vor der Wende erlebt und verinnerlicht zu haben, hat mir ein Schutzschild gegeben, dass mich kämpferisch, ehrgeizig und auch dickköpfig werden ließ. Aus meiner Biographie kann ich bestätigen, dass Leistung allein nicht zu Karriere führt. Bei mir waren es zwei weitere Eigenschaften, die mir den Aufstieg ermöglicht haben: Charme – denn nichts ist hinderlicher als der Ruf, eine frustrierte Zicke zu sein. Und Penetranz – genährt aus dem Anspruch der arbeitenden Frauen in der DDR: Alles zu dürfen und alles zu können – wenn man es nur will.”

Mehr zu Anke Domscheit-Berg lesen Sie hier.

“Ich löse einen Überraschungseffekt aus”

12. Juli 2010 von Redaktion FMNL


Agnes Muche, 22 Jahre alt, ist seit 2008 Vorstandsvorsitzende des Vereins Aktion Zivilcourage e.V. in Pirna/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. In einer Region, in der in vielen Gemeinden die NPD stärkste politische Kraft ist, setzt sich die Initiative zur Stärkung von Toleranz und demokratischer Kultur ein. Für Ostfrauen_Blog schreibt die junge Sächsin über das Erbe der DDR, die wirkungsvolle Zusammenarbeit in ihrem Netzwerk und ihre Rolle als Vorsitzende.

Agnes Muche, 22 Jahre, Vorstand Aktion Zivilcourage e.V./Pirna

Agnes Muche, 22 Jahre, Vorstand Aktion Zivilcourage e.V./Pirna


AGNES MUCHE: “Ich selbst habe die DDR nicht erlebt – zumindest nicht bewusst – und doch spürt man auch in meiner Generation verschiedene Mentalitäten in Ost- und Westdeutschland. 40 Jahre deutsche Teilung und Leben in zwei grundverschiedenen Systemen haben die Menschen geprägt. Daraus Generalisierungen abzuleiten wäre falsch, doch die egalitäre, staatszentralistische Ideologie in der DDR hat Spuren hinterlassen.

Eines hört man besonders häufig: Damals haben wir zusammengehalten, waren ein Kollektiv! Es ist wahrlich kaum Schlechtes daran zu finden: Zusammenarbeit ist wichtig und gut, solange der Einzelne sich nicht aufgeben muss.

Tolerantes Klima statt starrer Ideologien

In der Aktion Zivilcourage erleben wir täglich, wie wichtig Zusammen-Wirken ist, unerlässlich, um Wirkung entfalten zu können. An der Spitze des Vereins steht ein Vorstand, doch er wäre nichts ohne die 60 ehrenamtlichen Mitglieder, die viel Arbeit leisten. Auf der anderen Seite könnten die meisten Projekte nicht umgesetzt werden, ohne das 4-köpfige hauptamtliche Team im Büro.

Und schließlich wäre die gesamte Arbeit weniger wert, stünde dahinter nicht ein Netzwerk von über 80 Partnern, von Kirchgemeinden bis Polizei, von lokalen Gewerbetreibenden bis zum Jugendhaus, die mitarbeiten und mitwirken, um unsere Region gemeinsam aktiv zu gestalten. Es geht dabei nicht darum, Ideologien überzustülpen, sondern ein offenes, demokratisches und tolerantes Klima zu schaffen.
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“Auch meine Mutter war immer berufstätig”

12. Juli 2010 von Redaktion FMNL


Die Direktorin der Mercedes-Benz Niederlassung und des smart Centers in Magdeburg Astrid Stolze stammt aus Lutherstadt Wittenberg und ist Mutter einer vierjährigen Tochter. Wir haben Astrid Stolze gefragt, inwiefern die Generation von Frauen, die einen Großteil ihres Lebens in der DDR gelebt und gearbeitet haben, den Boden bereitet haben für heutige Frauenkarrieren? In ihrer Antwort schreibt Astrid Stolze darüber, was sie von ihrer eigenen Mutter gelernt hat und warum sie denkt, dass es in den neuen Ländern leichter ist, als Frau Karriere zu machen.

Astrid Stolze

Astrid Stolze, 44 Jahre, Mercedes-Benz Niederlassung, Magdeburg


ASTRID STOLZE: “Für die damalige Zeit in der DDR typisch hat meine Mutter mit 22 Jahren ihr erstes Kind, meinen Bruder, geboren und ich kam im Folgejahr zur Welt. Meine Mutter hat uns Kinder drei Jahre zu Hause betreut, bevor wir in den Kindergarten gegangen sind. Danach hat meine Mutter ihre Tätigkeit als Technische Zeichnerin in einem Chemieanlagenbaubetrieb wieder aufgenommen.

Somit kenne ich meine Mutter von Kind auf an eigentlich nur berufstätig. Sicher hat mich dieses Erleben der Berufstätigkeit meiner Mutter und dem Vorbild der Vereinbarkeit von Beruf und Familie in meiner persönlichen und beruflichen Entwicklung geprägt.

Da wir in einem Drei-Generationen-Haus aufgewachsen sind, habe ich natürlich auch erlebt, wie unsere Großeltern sich neben meinen Eltern um uns Kinder gekümmert haben. Denn zur damaligen Zeit betrug die Regelarbeitszeit aus meiner Erinnerung 43,5 Wochenstunden und anschließend hat die ganze Familie auch noch in unserem großen Garten gearbeitet, damit wir uns eigenständig mit frischem Obst und Gemüse (damals Mangelware) versorgen konnten.


Improvisationstalent
hilft in männerdominierter Branche

Ich habe gelernt, dass, wenn jeder anpackt, auch schwierige Situationen gemeistert werden können. Viele Erlebnisse aus dieser Zeit, aber insbesondere auch das erforderliche Improvisationsvermögen, haben mir sicherlich die notwendigen Voraussetzungen gegeben, um in der heutigen Zeit gerade in einem männerdominierten Berufsfeld Karriere zu machen.

Für mich ist die Berufstätigkeit von Frauen auch in Führungspositionen wie in meinem Beispiel völlig selbstverständlich. Und auch wenn sich in der heutigen Zeit die Rahmenbedingungen für berufstätige Frauen deutlich von den damaligen unterscheiden und die Anforderungen gestiegen sind, kann man mit dem gewissen Improvisationstalent, Flexibilität und Willen auch heute Karriere und Familie vereinbaren.

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“Viele Doktorantinnen haben hier Kinder”

10. Juli 2010 von Redaktion FMNL

Kathrin Padberg-Gehle ist 34 Jahre alt, seit wenigen Monaten die jüngste Juniorprofessorin für Angewandte Mathematik an der TU Dresden und seit Kurzem Mutter einer kleinen Tochter. Wir sprachen mit der Wahldresdnerin über ihre Karriere und ihr Privatleben – und wie sich beides unter einen Hut bringen lässt.

Juniorprofessorin TU Dresden

Kathrin Padberg-Gehle, 34 Jahre, Juniorprofessorin TU Dresden – Foto: privat


FMNL: Frau Padberg-Gehle, Sie sind Juniorprofessorin für Angewandte Mathematik. Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Kathrin Padberg-Gehle: Ich bin Hochschullehrerin, d.h. meine Aufgaben liegen in der Lehre und Forschung. Dazu gehören unter anderem die Vorbereitung und Veranstaltung von Seminaren und Vorlesungen sowie die Betreuung und Begutachtung von Master- und Doktorarbeiten.

Auch die Publikation von Forschungsergebnissen in Fachzeitschriften oder der Besuch von Konferenzen ist ein wichtiger Bestandteil meiner täglichen Arbeit.

Die – möglichst erfolgreiche – Beantragung von Forschungsprojekten spielt natürlich auch eine große Rolle. Die Stelle als Juniorprofessorin habe ich erst vor wenigen Wochen angetreten, sodass ich erst ganz am Anfang stehe – aber alle diese Aufgaben werden in naher Zukunft auf mich zukommen.

FMNL: Die Lehrstühle in der Uni sind immer noch größtenteils von Männern besetzt. Beobachten Sie das auch an Ihrem Institut? Wird der Fachbereich Mathematik von Professoren beherrscht?

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