Die Leipziger fernsehkombinat GmbH & CO. KG plant eine TV-Reportage zum Thema „Rückkehrerinnen“ in die Neuen Bundesländer. Gern würde der Redakteur Lutz Schwerendt mit Hilfe unseres Netzwerks zu Frauen Kontakt aufnehmen, die zurück in ihre alte Heimat gefunden haben (MeckPom, Sachsen-Anhalt oder Brandenburg) oder die planen, wieder zurückzugehen, um sich dort beruflich eine neue Existenz aufzubauen.
Sie tragen soziale Verantwortung, knüpfen starke Netzwerke und begegnen bürokratischen Hürden mit unkonventionellen Lösungen. Die Sprecherinnen des Podiums “Wie Frauen Wandel und Wachstum in den Neuen Länder gestalten” diskutierten auf dem IV. Kongress “Frauen machen Neue Länder – Mehr Raum für starke Frauen” über die Hürden des demografischen Wandels in ihren Regionen und zeigten, mit welchen zukunftsfähigen Konzepten und Projekten sie den demografischen Wandel gestalten.
Ministerialdirigentin Dagmar Hesse, Dr. Sabine Banda, Moderatorin Gisela Erler, Dr. Babette Scurrell und Iris Feldmann (von rechts) diskutierten auf dem Podium des IV. Kongresses "Frauen machen Neue Länder" über die Herausforderungen und Chancen des demografischen Wandels
Hören Sie eine Zusammenfassung der Podiumsdiskussion als Podcast:
Weihnachten steht vor der Tür und das Jahr 2011 neigt sich dem Ende zu. Wir bedanken uns herzlich bei unseren treuen Blog-Lesern und Leserinnen und bei unseren Teilnehmerinnen und Referentinnen für den inspirierenden IV. Kongress “Frauen machen Neue Länder – Mehr Raum für starke Frauen!”. Ein besonderer Dank für die offene und fruchtbare Zusammenarbeit auch im Jahr 2011 gilt unseren Auftraggebern im Arbeitsstab Angelegenheiten der Neuen Bundesländer im Bundesministerium des Innern!
Lesen und sehen Sie auf unter “Kongresse” Impressionen des Kongresses 2011 einen kurzen Rückblick auf den IV. Kongress in Leipzig – z.B. die Impulsrede von Dr. Kerstin Finger, die schönsten Fotos und Zitate der Veranstaltung und eine Zusammenfassung der Podiumsdiskussion.
Lesen Sie außerdem im Blog den Beitrag “Trau dich – Sag was” von unserer Kongressteilnehmerin Juliane Cieslak. Die 29-Jährige Sozialarbeiterin blickt auf ihre Teenagerzeit zurück, in der sie eine Jugendgruppe gründete, um der Langeweile in ihrem Heimatort zu entfliehen. Haben Sie eine ähnliche Geschichte zu erzählen – haben ein Projekt vorangebracht, ein Dorffest organisiert oder, oder, oder – dann schreiben Sie uns frauenmachenneuelaender@familienservice.de! Wir würden auch Ihr Engagement gerne in einem Blogbeitrag vorstellen!
(Foto: wortmeer)
Das Frauen machen Neue Länder -Team wünscht allen fröhliche und besinnliche Festtage!
Herzliche Grüße
Isabel Hempel, Sabrina Ludwig und Jessica Mina-Knopp
Die Kongressteilnehmerin Juliane Cieslak ist in Seifhennersdorf aufgewachsen. “In dem kleinen sächsischen Grenzstädtchen war so gut wie nichts los”, erinnert sich die 29-Jährige. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin beschloss die damals 13-jährige, dass sich das ändern müsse und gründete kurzerhand die Jugendgruppe “Trau Dich – Sag was”. Diskussionen über Tierversuche, Müllsammeln im Wald, Streitgespräche mit Lehrern oder Städtereisen standen nun auf der Tagesordnung. “Wahrscheinlich haben auch die Erlebnisse aus der Teenie-Zeit dazu beigetragen, mich besonders für Gruppenprozesse zu interessieren und Seminare und Gruppen anzuleiten”, sagt die heutige Sozialarbeiterin.
Juliane Cieslak arbeitet heute als Sozialarbeiterin und psychosoziale Beraterin in Potsdam und war Teilnehmerin auf dem IV. Kongress 2011 in Leipzig.
Juliane Cieslak ist die bewusste Aufarbeitung ihrer ostdeutschen Vergangenheit wichtig (Foto: Alexander Altmann)
Juliane Cieslak: „Und was gibt’s für uns? Nie denkt jemand über uns nach …“, beschwerten meine Freundin und ich uns bei meiner Tante. Wir kamen gerade vom Gemeindenachmittag, an dem sich alle Interessierten über die Angebote für die Kirchgemeinde informieren und neue Gruppen ins Leben rufen konnten. Meine Freundin Susi und ich waren 13 und unzufrieden. In Seifhennersdorf, dem kleinen sächsischen Grenzstädtchen im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien, war so gut wie nichts los. Klar, hier gingen wir zur Schule, im Sommer konnten wir ins Freibad gehen, auch waren wir beide Leseratten und suchten regelmäßig die Bibliothek auf, ansonsten vertrieben wir uns die Zeit mit auf der Parkbank abhängen, im Ort rumlaufen oder Fernsehen. Auch in der Kirchgemeinde gab es keinen Platz für uns, waren wir doch zu alt für die Kindergruppe und zu jung für die junge Gemeinde.
Sie haben am 27. Oktober am IV. Kongress “Frauen machen Neue Länder – Mehr Raum für starke Frauen!” teilgenommen? Über Ihr Feedback zur Tagung in unserem digitalem Gästebuch würden wir uns sehr freuen!
Was hat Sie am Kongresstag besonders motiviert? Wen haben Sie kennen gelernt? Welche Anregungen und Ideen haben Sie mit nach Hause genommen?
Nutzen Sie die Kommentarfunktion für Ihr Feedback zur Konferenz! Klicken Sie dafür einfach auf das gelb unterlegte Wort “Kommentar” am Ende dieses Artikels und schreiben Sie Ihr Statement zum Tag!
Herzlichen Dank, dass Sie in Leipzig dabei waren!
Ihr Kongressteam Isabel Hempel, Sabrina Ludwig und Jessica Mina-Knopp
Ministerin Prof. Dr. Angela Kolb, Ministerialdirigentin Dagmar Hesse und Kongressorganisatorin Gisela Erler vor der Villa Ida des Mediencampus in Leipzig(Foto: Sylvie Weisshäupl)
Kleiner Gesprächskreis mit Unternehmerin und Zahntechnikerin Dörte Thie (links im Bild) (Foto: Sylvie Weisshäupl)
Susanne Dähner (rechts) und Uta Bauer stellen die Ergebnisse der diesjährigen Studie "Mehr Raum für starke Frauen!" am 27. Oktober 2011 in Leipzig vor (Foto: Sylvie Weisshäupl)
Dorette König ist eine der ganz wenigen Frauen, die einem Automobilverein vorstehen. Im Interview mit FMNL spricht die Geschäftsführerin des ADAC Berlin Brandenburg über die Herausforderungen des demografischen Wandels in Brandenburg und gibt Tipps, wie man sich als Frau in Männerdomänen durchsetzt.
Wir stellen vor: Drei Sprecherinnen des IV. Kongresses in Leipzig
In dieser Blogausgabe stellen wir Ihnen außerdem drei Referentinnen des IV. Kongresses näher vor:
Mit einer tollen Geschäftsidee zurück auf die Insel! Wie das gelingt, weiß Dr. Sylva Rahm-Präger, Geschäftsführerin der Molkerei Naturprodukte GmbH auf Rügen, die in Leipzig einen Gesprächskreis und einen Workshop moderieren wird.
Wie eine Schulgründung nach reformpädagogischem Konzept in einer 225-Seelen-Gemeinde funktionieren kann, weiß Jana Reiche, 40 Jahre, Gründerin der Freien Schule Baek. Wir freuen uns, sie als Workshopleiterin auf dem IV. Kongress in Leipzig begrüßen zu dürfen!
Christine Wenzel stellt auf dem IV. Kongress die Initiative LandLebenKunstWerk e.V. vor. “Dörfer sollen besonders für Frauen wieder ein attraktives Lebensumfeld bieten“, findet die Gründerin des LandLebenKunstWerk e.V. in Sachsen-Anhalt. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit nachhaltiger Landkultur die regionale Bildungslandschaft mitzugestalten. Lesen Sie mehr unten!
Barcamp Frauen
Am 15. Oktober 2011 findet das zweite Treffen der “Barcamp Frauen” unter dem Motto “Was wollt ihr eigentlich?” in der Kalkscheune Berlin statt. Frauen machen Neue Länder ist Kooperationspartnerin neben z.B. Missy Magazine, Mädchenmannschaft e.V., AVIVA, Gazelle und vielen anderen. Unser Team ist vor Ort und freut sich auf spannende Workshops, Diskussionen und neue Kontakte!
Um die einzelnen Artikel zu lesen, bitte runter scrollen! Viel Spaß bei der Lektüre!
Dorette König, Geschäftsführerin ADAC Berlin Brandenburg e.V. Foto: ADAC
Dorette König war viele Jahre im Vorstand einer Immobilienfirma, heute ist sie eine der ganz wenigen Frauen, die einem Automobilverein vorstehen. Im Interview mit FMNL spricht die Geschäftsführerin des ADAC Berlin Brandenburg über die Herausforderungen des demografischen Wandels in Brandenburg. “Die Menschen werden sich sehr viel stärker individuell überlegen müssen, wie sie ihr Leben organisieren”, sagt Dorette König, die mit ihrer Familie in Königs-Wusterhausen lebt. Außerdem gibt König Tipps, wie man sich als Frau in Männerdomänen durchsetzt: “Wenn ich ein Ziel hatte, habe ich versucht mir Allianzen zu suchen und Netzwerke aufzubauen, die mich diesem Ziel näher bringen. Genauso machen es die Männer!” Lesen Sie mehr in unserem großen FMNL-Interview mit Dorette König:
Inselfrische pur: Die "Frauschaft" der Rügener Molkerei Naturprodukt Gmbh
Mit einer tollen Geschäftsidee zurück auf die Insel! Wie das gelingt, weiß Dr. Sylva Rahm-Präger. Wir freuen uns, die Geschäftsführerin der Molkerei Naturprodukte GmbH auf der Insel Rügen (im Foto links) als Workshopmoderatorin auf dem IV. Kongress “Frauen machen Neue Länder – Mehr Raum für starke Frauen!” begrüßen zu dürfen!
1998 eröffnete die promovierte Agrarwissenschaftlerin in einem leer stehenden Schweinestall in Poseritz auf der Insel Rügen eine Molkerei. Heute beschäftigt die Unternehmerin ein Dutzend Frauen und hat die Molkerei um einen Hofladen samt Café erweitert. Unter dem Namen „Rügener Inselfrische“ ziehen die Produkte vor allem Touristen der Insel an.
Die 50-Jährige ist auf der Insel Rügen aufgewachsen. Im Internat in Velgast, in der Nähe von Stralsund, machte sie ihr Abitur als Technisator der industriemäßigen Tierproduktion. Dann zog es die Insulanerin in die Hauptstadt, wo sie an der Berliner Humboldt-Universität Agrarwissenschaft studierte. Nachdem ihre Tochter Caroline zur Welt kam, schloss sie ihr Diplom 1985 mit „summa cum laude“ ab. Mit 27 Jahren promovierte sie und blieb zunächst in Berlin.
Nach dem Fall der Mauer arbeitete die junge Doktorin an verschiedenen Forschungseinrichtungen. 1995 kehrte sie ihrer wissenschaftlichen Karriere den Rücken und arbeitete zunächst als Vertreterin des Leiters der Wirtschaftsförderung auf Rügen, bevor sie die Molkerei gründete, deren Geschäfte sie bis heute führt.
Schulgründerin Jana Reiche mit ihren Schützlingen (Foto: Sebastian Ballenthin)
Wie eine Schulgründung nach reformpädagogischem Konzept in einer 225-Seelen-Gemeinde funktionieren kann, weiß Jana Reiche, 40 Jahre, Gründerin der Freien Schule Baek. Wir freuen uns, sie als Referentin auf dem IV. Kongress in Leipzig begrüßen zu dürfen!
Die Grundschullehrerin, Germanistin und Psychologin startete das Projekt der Freien Schule Baek mit angeschlossenem Kindergarten als ihr ältester Sohn (heute 16 Jahre) in das Kindergartenalter kam. Sie und ihr Mann besuchten mehrere Einrichtungen in den umliegenden Gemeinden in der Prignitz, aber die pädagogischen Konzepte erinnerten die gebürtige Spreewälderin noch sehr an ihre eigene Kindergartenzeit. Das Paar traf auf Eltern, denen es ähnlich ging und beschloss die Schulgründung. Auch wenn das Schul- und pädagogische Konzept der Gemeindeverwaltung zunächst ungewöhnlich erschien, unterstützte diese das Projekt von Anfang an mit großer Offenheit.
Für das Schul- und Kindergartenprojekt absolvierte Jana Reiche eine Fortbildung in der Montessori-Pädagogik und einen Fernstudiengang zu Leitungstätigkeiten an Schulen. Mit der Gründung der Schule war Jana Reiche eine der jüngsten Schulleiterinnen Deutschlands. Jana Reiche ist verheiratet, hat drei Kinder im Alter von 16 und 12 Jahren und 10 Monaten und lebt auf einem Pfarrhof in Baek. Beim IV. Kongress “Frauen machen Neue Länder – Mehr Raum für starke Frauen!” wird sie einen Workshop moderieren und mehr über ihr Projekt berichten.
Das Schulgebäude in Baek (Foto: Sebastian Ballenthin)
Wir freuen uns, dass Christine Wenzel auf dem IV. Kongress die Initiative LandLebenKunstWerk e.V. vorstellen wird! “Dörfer sollen besonders für Frauen wieder ein attraktives Lebensumfeld bieten“, findet die Gründerin des LandLebenKunstWerk e.V. in Sachsen-Anhalt. Der Verein, bestehend seit 2002, hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit nachhaltiger Landkultur die regionale Bildungslandschaft mitzugestalten und an der Gründung eines landesweiten Netzwerkes für Dorfentwicklung zu arbeiten.
„Meine Erfahrung ist, dass es nicht reicht, für Menschen zu planen, zu bauen oder zu gestalten, sondern besser mit ihnen. Es reicht nicht, Menschen für den „Arbeitsmarkt“ zu qualifizieren, sondern gemeinsam mit ihnen Kreativität und die Fähigkeiten zur Bewältigung der aktuellen Brüche und Unwägbarkeiten zu entwickeln”, sagt die Agrar-Ingeneurin.. “Außerdem bin ich der Überzeugung, dass der ländliche Raum mit seinen typischen Ressourcen vielfältige Möglichkeiten für gute Arbeit, Bildung und für nachhaltige Entwicklung bietet und so eine Neudefinierung vom Verständnis von Kultur und dörflicher Gemeinschaften fördert.“
LandLebenKunstWerk e.V. bietet unterschiedlichste Angebote – sei es bei einem Teamtraining im Hochseilgarten, beim Jäten im eigens angelegten Bio-Gemüsegarten oder bei der Verarbeitung der Ernte in der Küche einer denkmalgeschützten Scheune – die Natur, sich selbst und die Gemeinschaft neu zu erleben.
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Warum wir bloggen
"Der richtige Zeitpunkt ist immer JETZT" - Danke für die Veranstaltung JETZT!", schrieb eine junge Frau auf dem II. Kongress "Frauen machen Neue Länder". Mit dem Ostfrauen_Blog möchten wir JETZT zu IMMER machen!
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