Das DIW Berlin stellt neuen Führungskräfte-Monitor vor – mit ernüchternden Ergebnissen: Der Frauenanteil unter den Führungskräften der deutschen Privatwirtschaft stagniert bundesweit. Auch als Führungskräfte verdienen Frauen weniger als ihre männlichen Kollegen. Und in den Spitzenpositionen der großen Unternehmen sind Frauen nach wie vor kaum vertreten. Dass die Situation für Frauen, die Top-Positionen anstreben oder bekleiden, in den Neuen Ländern tendenziell besser ist, wird der III. Kongress “Frauen machen Neue Länder” am 4. November 2010 in Leipzig zeigen.
Doch zunächst zur DIW-Studie, die die bundesweiten Zahlen betrachtet: „Die Frauen haben zwar bei der Qualifikation aufgeholt, treten aber auf der Stelle“, sagte DIW-Expertin Elke Holst im Rahmen der Veröffentlichung der Ergebnisse. „Dies ist nicht nur ungerecht, sondern auch schlecht für die Wirtschaft“, sagte dazu DIW-Präsident Klaus Zimmermann. „Denn jede Frau, die beruflich nicht in die Position kommt, für die sie qualifiziert ist, kostet uns Wachstum.“ Vor allem die Familienbildung und die Segregation auf dem Arbeitsmarkt wirkten sich negativ auf die Karrierechancen von Frauen aus. Holst forderte verbindliche Zielgrößen zur Erhöhung des Frauenanteils im Management.
Viele Frauen in Top-Positionen leben gleichberechtigte Partnerschaft
Interessanterweise zeigt die DIW-Studie, dass bei immerhin knapp jeder zweiten weiblichen Führungskraft die Arbeitsteilung im Haushalt mit dem Partner gleichberechtigt organisiert ist, wenn auch nicht von einem Trend zum Rollentausch gesprochen werden kann. Frauen in Führungspositionen übernehmen laut DWI 60 Prozent der Hausarbeit in der Partnerschaft (Männer in Top-Positionen nur 20 Prozent). Dennoch: Diese Erkenntnis bestätigt eine These, die im Zentrum des III. Kongresses “Frauen machen Neue Länder – Frauenkarrieren in Ostdeutschland” und der dazugehörigen Studie am 4. November 2010 in Leipzig diskutiert wird: Erfolg braucht gute Partner! Im Privaten ebenso wie in den Unternehmen und der Gesellschaft insgesamt.
Hier sind die Neuen Länder in einer Vorreiterposition: Viele Indizien sprechen dafür, dass in den neuen Bundesländern ein kooperativer Wettbewerb zwischen den Geschlechtern herrscht: der höhere – und nicht stagnierende! – Anteil von Frauen in Führungspositionen, geringere Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern, hohe Berufsorientierung beider Geschlechter, keine Stigmatisierung von Müttern, die hohe Positionen bekleiden (Rabenmutterklischee), gute Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Welche Aufstiegsanreize diese Kultur den Frauen bietet und welche privaten Arrangements Paare in den neuen Bundesländern treffen, damit der Aufstieg beider Partner gelingt, werden die Tagung und die im November erscheinende dritte Studie “Frauen machen Neue Länder” zeigen.
Hier lesen Sie die gesamten Ergebnisse der DIW-Studie.
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