
Frauen, die es geschafft haben. Moderatorin Tatjana Jury (links) fragt nach, wie die Karriere gelingt. (Foto: Sylvie Weisshäupl)
Hören Sie hier die Podiumsdiskussion als Podcast (ca. 40 min.):
Sie sind selbstbewusst, erfolgreich und weiblich. Die Sprecherinnen des Podiums “Zukunftsweisende Modelle für den Aufstieg von Frauen” diskutierten auf dem III. Kongress “Frauen machen Neue Länder – Frauenkarrieren in Ostdeutschland” über wichtige Partner im Beruf und im Privaten und gewährten einen ganz persönlichen Einblick in ihr Leben zwischen Familienalltag und Berufsleben.
Die gute Vereinbarkeit von Job und Familie spielte eine Rolle, als Astrid Stolze, Direktorin der Mercedes-Benz Niederlassung in Magdeburg, von Hessen nach Sachsen-Anhalt zog: “Ich möchte mich als Repräsentantin der Firma Daimler und Trägerin vieler Ehrenämter nicht permanent dem Vorwurf der Rabenmutter ausgesetzt sehen”, sagt die 44-Jährige. “Und das habe ich in Ostdeutschland als wesentlich einfacher empfunden.”
Jungen Frauen, die in den Beruf starten, empfiehlt sie: “Man muss von Anfang an eine möglichst klare Zielsetzung haben, wo man hinmöchte: Und diese bei Sturm und Regen verfolgen.” Denn der Aufstieg gelingt nur durch ein hohes Maß an Eigeninitiative.
“Ich schaffte als Erste den Absprung”
“Die Firma und vor allem mein Chef haben mir damals die Möglichkeit gegeben, Familienbetreuung und Karriere unter einen Hut zu bringen”, berichtet Steffi Haubold. Als sie 1990 ihre Karriere bei Mc Donald’s begann, war sie bereits junge Mutter von zwei kleinen Kindern.”Neben einer Reihe junger Frauen, die keine Kinder hatten, war ich dann die Erste, die den Absprung nach oben schaffte.”
Heute ermöglicht sie es ihren jungen Angestellten, den Wunsch nach Familie und beruflichem Erfolg zu verbinden: “Ich bin Mutter aber auch Chefin und in dieser Rolle spreche ich ganz offen mit meinen Angestellten – viele davon in Führungspsoitionen - über den Kinderwunsch.” Mütter können bei Steffi Haubold in ein “Wunschbuch” die Arbeits- und Freizeitzeiten eintragen, die sie benötigen um den Mutterjob zu managen.
Der Wandel verlangt nach Frauen in Vollbeschäftigung
“Für eine Karriere muss man sich bewusst entscheiden. Man muss sich auch damit auseinander setzen, was auf einen zukommt”, sagt Micaela Schönherr, die der Meinung ist, gerade wegen ihrer Aufgabe als Zwillingsmutter auch den Job gestemmt zu haben. Dass vor allem Frauen in immer stärkeren Maße in den Arbeitsmarkt eingebunden werden müssen, versteht sie als wirtschaftspolitische Notwendigkeit: “Aktuell müssen wir uns mit dem demografischen Wandel auseinander setzen: Wir haben im Hinblick darauf, gar keine andere Chance, als Frauen in die Vollbeschäftigung zu bekommen”, hält die Geschäftsführerin der NILES-SIMMONS Industrieanlagen GmbH und der NILES-SIMMONS-HEGESCHEIDT GmbH, Chemnitz fest.
Einig waren sich die Frauen darin, wie entscheidend der Lebenspartner für das Gelingen der Karriere ist. So auch die Jüngste in der Runde, Victoria Haubold, 22-Jährige Studentin: “Ich brauche einen Mann, der sich nicht von mir eingeschüchtert fühlt und Ziele hat. Für mich ist es total selbstverständlich, dass eine Frau arbeitet.”

Steffi Haubold, Astrid Stolze und Micaela Schönherr (von links) (Foto: Sylvie Weisshäupl)
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