
Doppelkarriere als Paar: Prof. Dr. Anja und Prof. Dr. Alexander Strobel und Diana-Lydia und Lars-Jürgen Wade (von links) erklären, wie es funktionieren kann (Foto: Sylvie Weisshäupl)
Hören Sie hier die Podiumsdiskussion als Podcast (ca. 25 min):
Für viele Paare ist es das Idealmodell: berufliche und familiäre Verantwortung partnerschaftlich miteinander teilen. Doch nur wenigen gelingt der Spagat zwischen Meeting und Spielplatz. Auf dem Podium des III. Kongresses “Frauen machen Neue Länder” diskutierten zwei Doppelkarrierepaare über Erfolgsstrategien, Herausforderungen und wie Politik und Gesellschaft auf die wachsende Bedeutung partnerschaftlicher Lebensmodelle reagieren können. Diese “neuen” Paare sind Trendsetter, von denen ein erhebliches Veränderungspotential ausgeht.
„Die Universitäten versuchen Bedingungen zu schaffen, mit denen sie attraktive Forscherinnen und Forscher anziehen. Das schaffen sie am besten dadurch, dass sie auch den jeweiligen Partner attraktive Möglichkeiten bieten”, berichtet Alexander Strobel, Professor für Psychologie an der TU Dresden. Auch Ehefrau Anja Strobel unterrichtet und forscht als Juniorprofessorin für Psychologie an der TU Dresden. Familiengründung und beruflicher Aufstieg liefen bei den Strobels parallel. Mittlerweile sind ihre Kinder neun und fünf Jahre alt. Die familiären Aufgaben teilt das Doppelkarrierepaar untereinander auf.
Flexible Arbeitszeiten und ein verständnisvoller Chef machten es Anja und Alexander Strobel möglich, eine erfolgreiche Berufslaufbahn mit einem erfüllten Familienleben zu verbinden. “Letztlich spielt es keine Rolle, wann ich meine Arbeit erledige. Ob ich meine Artikel morgens, abends oder nachts schreibe, wenn die Kinder schlafen. Das liegt ganz alleine bei mir“, hält Anja Strobel fest. Und wenn die Kita zu oder die Oma krank ist, dann ist es auch kein Problem, die Kinder in die Vorlesungen mitzunehmen.
“Ich hoffe, die Bundeswehrreform macht Vereinbarkeit möglich”
Auch Diana-Lydia und Lars-Jürgen Wade sind ein Doppelkarrierepaar. Die 29-Jährige ist Hauptmann und erste Kompaniechefin der Bundeswehr in Sachsen-Anhalt, ihr Mann staatlich geprüfter Betriebswirt und Student an der Berufsakademie Leipzig. Auch das Ehepaar Wade wünscht sich Kinder. Momentan können sie sich das aber noch nicht vorstellen. “Als Berufssoldatin bin ich zwar nicht kündbar und kann jederzeit in meinem Beruf zurückkehren. Die Bundeswehr stellt allerdings nur 40 bis 100 Kindergartenplätze in den Bereichen Berlin und Bonn zur Verfügung. Aus diesem Grund verlassen viele Frauen die Bundeswehr sobald sie ein Kind bekommen,” erklärt Diana-Lydia Wade. Auch immer mehr Männer wünschen sich, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen und Elternzeit zu nehmen.
“Ich hoffe, dass die Bundeswehrreform die Vereinbarkeit von Familie und Beruf möglich machen wird. 10% Frauen in den Streitkräften kann die Bundeswehr vernachlässigen, aber die 90% Männer, die auch Kinder haben, die können nicht ignoriert werden“, lautet das Fazit der Kompaniechefin. Weil die Karriere von Diana-Lydia Wade mehr als die ihres Mannes gefördert wurde und der Kinderwunsch nicht unerfüllt bleiben soll, entschloss sich Lars-Jürgen Wade 2010 seine Laufbahn als Soldat aufzugeben und ein Studium an der Betriebsakademie in Leipzig zu beginnen: “Ich kann mir sehr gut vorstellen, Elternzeit zu nehmen und eine tragende Rolle in der Kindererziehung zu spielen. Darauf freue ich mich auch schon.”

Alte Rollenmuster brechen auf: Lars-Jürgen Wade (rechts) unterstützt die Karriere seiner Frau Diana-Lydia Wade (Mitte) (Foto: Sylvie Weisshäupl)
Mehr Zeit zu zweit!
Ein Problem kennen aber beide Paare: Oft bleibt nicht genügend Zeit zu zweit, wenn beide Partner beruflich stark eingespannt sind. „Man muss Termine setzen, um Zeit zu zweit zu haben. Das ist sehr wichtig“, rät Anja Strobel. Die Wades haben sich ein Blackberry angeschafft. So können sie ihre Termine aufeinander abstimmen und die Zeit zu zweit besser planen.
Mehr Informationen zu den Sprecherinnen und Sprecher des Podiums “Doppelkarrierepaare – Wie gelingt der Aufstieg beider Partner finden Sie hier.
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