Steffi Haubold, Geschäftsführerin der Steffi Haubold Betriebs GmbH & Co. KG in Berlin, leitet als Franchise-Nehmerin zwölf McDonald’s Restaurants mit über 500 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in Berlin und Brandenburg. “Unterstützung ist für eine Karriere unerlässlich”, sagt Haubold, die vor allem auf die Familie vertraut, auf ihren Ehemann und die beiden erwachsenen Kinder Victoria und Dustin. “Mein größter Berater war und ist mein Mann.” Für Ostfrauen_Blog schreibt sie über Ihre Vorbilder, warum die härteste Kritik zuhause stattfindet und weshalb es gut ist, Freunde zu haben, die nicht über die Karriere sprechen wollen.

Steffi Haubold, Geschäftsführerin der Steffi Haubold Betriebs GmbH & Co. KG, Berlin – Foto: oh
STEFFI HAUBOLD: “Ich habe nie bewusst eine Karriere im derzeitigen gesellschaftlichen Verständnis angestrebt, sondern mich einfach angestrengt.
Ich wollte etwas erreichen, wo auch immer dies hinführt. Unterstellen wir also einmal, dass ich „Karriere“ gemacht habe und hoffentlich noch dabei bin.
Diese Karriere hat mir derzeit eine volle Arbeitswoche und die Verantwortung für über 500 Mitarbeiter beschert.
Ich glaube ganz fest, dass eine Karrierefrau drei Partner braucht: das Vorbild, den Mentor und den Unterstützer.
Ein Vorbild zu finden war für mich recht einfach.Es waren die agilen Frauen in der DDR, die Beruf, Familie und die Nöte des Alltags einfach angepackt haben. Diese Frauen waren starke und geachtete Persönlichkeiten, die ihr Leben gelebt haben. Deswegen habe ich heute manchmal zu wenig Verständnis für die ständige Diskussion, ob nun Karriere oder Familie.
Ich plädiere ganz klar für die Familie
Übrigens hat mich eines dieser Vorbilder, meine Oma, gleich noch sieben Jahre unterstützt. Sie hat in unserem Haushalt als fünftes Familienmitglied gelebt. Sie war gleichzeitig Vorbild und Unterstützer.
Ich plädiere ganz klar für Unterstützung durch die Familie. So hat die Menschheit tausende Jahre funktioniert, das kann nicht falsch sein. Nebenbei lösen sich dann noch ganz andere Probleme der Gesellschaft, aber das nur am Rande.
Meine Erfahrung zeigt, dass ein Mentor im Unternehmen enorm wichtig ist. Forsch auftretende Frauen werden immer noch schnell in die Schublade übermotiviert gesteckt. Es gibt auch andere Wörter dafür, die übrigens nicht nur von Männern gebraucht werden. Häufig stecken andere Frauen dahinter.
Ein Mentor und Förderer hilft ungemein, um sich an Herausforderungen zu versuchen, ohne diese erst über Umwege zu entwickeln. Ich halte es deswegen für ratsam und sinnvoll, sich nach einem Mentor umzuschauen. Wie dabei die Grenze zwischen Beruflichem und Privatem gut balanciert wird? Nun das ist eine Kunst, die eine Frau einigermaßen beherrschen sollte.
Unterstützung heißt nicht immer einer Meinung sein!
Sind Vorbild und Mentor wichtig, so sind die Unterstützer unerlässlich. Mein größter Unterstützer und Berater war und ist mein Mann. Dabei ist es von Vorteil, dass wir, obwohl in völlig verschiedenen Branchen arbeitend, ähnliche Probleme zu lösen haben. Wirtschaftlicher Erfolg, Personalverantwortung, schwierige Kollegen usw.
Unterstützen heißt für uns nicht automatisch immer einer Meinung sein. Meine härtesten Kritikgespräche haben eher zu Hause stattgefunden, wenn mein Mann „Denen“ auch noch nachträglich Recht gegeben hat, die aus meiner Sicht völlig im Unrecht waren.
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