Archiv für ‘Zur Frauenquote’ Kategorie

“Macht bedeutet Autonomie”

Montag, 7. März 2011 von Redaktion FMNL

‘Anke Domscheit-Berg verlässt Microsoft und macht sich als Beraterin in Sachen Frauenförderung selbständig‘, lautete die Schlagzeile der letzten Woche. “Alles auf Anfang, das macht mir keine Angst, als eine, die aus dem Osten kommt”, zitierte die SZ die Berlinerin im Artikel “Frau mit Teflonschicht”. Wir wünschen Anke Domscheit-Berg viel Erfolg beim Neustart! Im FMNL-Interview zum Thema Führung erklärt Anke Domscheit-Berg u.a. welche Stereotype den Aufstieg von Frauen verhindern, was Frauen im Job zu Höchstleistungen motiviert, welche Statussymbole für eine Führungsfrau wichtig sind und wie Frauen ihren Hang zu Micromanagement besiegen.

Anke Domscheit-Berg

Anke Domscheit-Berg

Redaktion FMNL: Was treibt Sie persönlich an, im Job voran zu kommen?

Anke Domscheit-Berg: Ich denke, mein persönlicher Antrieb beruflich voranzukommen, ist sehr oft bei Frauen anzufinden. Ich glaube, dass Frauen meist ein komplett anderes Machtverständnis haben als der durchschnittliche Mann.

Für einen Durchschnittsmann bedeutet Macht, möglichst vielen Menschen sagen zu können, wo es lang geht, was sie tun und lassen sollen. Für eine Frau bedeutet Macht eher die Möglichkeit, weniger Menschen über sich zu wissen, die ihr sagen, was sie zu tun hat. Mehr Macht bedeutet für Frauen einen Gewinn an Autonomie, Freiheit und Unabhängigkeit. Viele Frauen wollen vor allem nach ihrem Sinn steuern und selbst etwas verändern können. Deshalb besetzen Frauen auch häufiger Stabspositionen, die zwar hierarchisch hoch angesiedelt sind und viel Einfluss ermöglichen aber denen nur wenige oder keine Mitarbeiter unterstellt sind. Männer hingegen sind eher in leitenden Positionen mit vielen Untergebenen zu finden.

FMNL: Was motiviert Frauen im Job zu Höchstleistungen? Was frustriert Frauen?

ADB: Was Frauen viel mehr antreibt als Männer ist öffentliche Anerkennung. Gleichzeitig vermissen sie gerade diese Anerkennung ganz besonders, eben weil sie diese seltener bekommen. Allerdings kümmern sie sich auch weniger als Männer darum. „Fishing for compliments“ im Job ist typisch für Männer.

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Brauchen wir eine Frauenquote?

Donnerstag, 3. Februar 2011 von Redaktion FMNL
Titelblatt "Der Spiegel" - Ausgabe 5/2011

Titelblatt "Der Spiegel" - Ausgabe 5/2011

Endlich diskutiert auch Deutschland über die Frauenquote: “Wenn eine Firma alle Talente für Führungsaufgaben in den Blick nehmen muss, ändert sich auch die Sicht auf die gesamte Belegschaft”, konstatiert Arbeitsministerin Ursula von der Leyen in dieser Woche gegenüber dem Spiegel.

Denn was die Frauenrepräsentanz in Führungspositionen in der Wirtschaft angehe, sei Deutschland unter den Schlusslichtern – im internationalen Vergleich gerade auf Augenhöhe mit Indien und sogar hinter Brasilien, China und Russland.

Die Ministerin will eine Quote für Aufsichtsräte und Vorstände börsennotierter Unternehmen. Frauen und Männer sollen – so ihr Wunsch – in Zukunft jeweils zu mindestens 30 Prozent in wirtschaftlichen Machtzirkeln vertreten sein. “Mehr als die Hälfte aller Hochschulabsolventen ist weiblich. Am Nachwuchs liegt es nicht”, hält von der Leyen fest.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat heute (03.01.2010) über ihren Sprecher Steffen Seibert ausrichten lassen, es werde unter ihrer Führung “keine gesetzlich verpflichtende Quote geben”.

Wir haben uns im Netzwerk “Frauen machen Neue Länder” umgehört. Was halten die Frauen in den Neuen Bundesländern von einer Quote? Brauchen Unternehmen diese Verordnung von “oben”? Lesen Sie hier die ersten Antworten – weitere Statements folgen:

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“Die Quote hat mir geholfen!”

Donnerstag, 3. Februar 2011 von Redaktion FMNL

“Die Quote hat auch mir geholfen” from Isabel Hempel on Vimeo.

In Norwegen sind dank einer gesetzlichen Quote in den Aufsichtsräten der Aktiengesellschaften und staatlichen Unternehmen 40 Prozent Frauen vertreten. Auch Torhild Barlaup, Chefin von Snape Drive, einem Autoreparaturbetrieb mit 175 Mitarbeitern in Norwegen, trifft Entscheidungen in zwei Aufsichtsräten. Bekommen hat die dreifache Mutter die Posten nicht zuletzt, weil Sie ihre Vorgesetzten ganz offen darauf ansprach: “Jetzt ist es Zeit für mich, Mitglied im Aufsichtsrat zu werden!” Wir trafen die dreifache Mutter in ihrem Büro in Oslo und sprachen mit ihr über die Vorteile der Quotenregelung und darüber, wie sie sich auf ihre Aufgaben im Aufsichtsrat vorbereitet hat. Das Videointerview in englischer Sprache sehen Sie in unserem Blog.

Lesen Sie hier deutsche Übersetzung zum Film:

TORHILD BARLAUP: “Frauen fangen an zu glauben, dass eine Karriere möglich ist, wenn sie andere sehen, bei denen es funktioniert. Das ist sehr gut!
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