Archiv für ‘Beiträge unserer Teilnehmerinnen’ Kategorie

“Wir erleben im Osten Aufbruchzeiten”

Montag, 11. März 2013 von Redaktion FMNL

Als vor 19 Jahren viele Kitas in ihrer Stadt geschlossen wurden, entschloss sich Sabine Hemberger aktiv zu werden und in der Politik vor Ort mitzumischen. “In der Kommunalpolitik können Bürger auf viele Entwicklungen ihrer Stadt oder ihrer Gemeinde Einfluss nehmen”, sagt die 47-Jährige. 2009 wurde Sabine Hemberger zur Vorsitzende des Stadtrates in Jena gewählt und fasste gemeinsam mit ihrer Fraktion mitten in den Krisenjahren den Beschluss, die Stadt komplett zu entschulden. Aktuell setzt sie sich vor allem für die Stärkung und Gestaltung des Stadtzentrums ein.

Hemberger

Rein in die Kommunalpolitik! Was oder wer hat Ihnen den entscheidenden Anstoß gegeben?

Sabine Hemberger: Für mich war der entscheidende Anstoß, mich mit Kommunalpolitik zu beschäftigen, meine Arbeit als Elternsprecherin in einer Kindertagesstätte in Jena – in einer Zeit als Kindereinrichtungen in großer Anzahl geschlossen werden mussten, weil die Geburtenzahlen nach 1990 dramatisch zurück gingen. Allein dieses eine Thema zeigte, wie komplex Kommunalpolitik ist: Finanzen, Arbeitsmarkt, soziale Perspektiven, Stadtentwicklung – alles hängt zusammen. Seit 1994 war ich dann Mitglied des Stadtrates, zunächst parteilos in der SPD-Fraktion, später als „ordentliches“ SPD-Mitglied.

Bietet der Osten besondere Freiräume oder Gestaltungsmöglichkeiten für kommunalpolitisches Engagement?

S.H.: Wir haben im Osten Deutschlands das unbeschreibliche Glück nach einer friedlichen Revolution Aufbruch- und Umbruchzeiten zu erleben – also Zeiten, in denen Menschen wirklich mitbestimmen und gestalten können. Und gerade in der Kommunalpolitik, wo Bürger direkt vor Ort auf viele Entwicklungen ihrer Stadt oder ihrer Gemeinde Einfluss nehmen können, gibt es diese Freiräume und Gestaltungsmöglichkeiten, die wir uns so sehr wünschen.

Es gibt auch in den neuen Ländern deutlich weniger Frauen als Männer in kommunalpolitischen Ämtern: Warum eigentlich?

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„Ohne Idealismus geht es nicht!“

Dienstag, 18. Dezember 2012 von Redaktion FMNL

Bei Anka Büchler dreht sich beruflich alles um Kunst, Design und Antiquitäten. Auf Flohmärkten und dem heimischen Dachboden entdeckte sie ihre Liebe zu altem Porzellan. Aus ihrer Leidenschaft wurde eine Geschäftsidee: Omas feine Sammeltassen und andere schöne Geschirrstücke wie Zuckerdosen und Teekannen funktioniert die Künstlerin zu dekorativen Recycling-Lampen um. 2012 gründete sie ihr Unternehmen „Nordlicht“ in Halle/Saale. „Ich sehe viele Vorteile in einem jungen, kleinen und unabhängigen Unternehmen“, sagt Anka Büchler.


anka_buechler

„1983 wurde ich in Wismar an der Ostsee geboren. Daher lag der Name meines Studios ‘Nordlicht’ nahe. Noch in meiner mecklenburgischen Heimat absolvierte ich eine Ausbildung zur Grafikdesignerin, bevor ich dann 2005 zum Studium ins Ostsee-ferne Halle kam. Hier studierte ich Kommunikationsdesign an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und sammelte nach meinem Studienabschluss 2009 erste Arbeitserfahrungen in Berliner und Hallenser Agenturen. Allerdings lernte ich schon bald als Berufseinsteigerin die Probleme des heutigen Arbeitsmarktes kennen und entschloss mich im April 2012 schließlich, meinen beruflichen Erfolg selbst in die Hand zu nehmen und den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Schon während des Studiums hatte ich mit den Vorteilen eigenständiger Arbeit geliebäugelt: die nun neu geschaffene Unabhängigkeit erlaubte mir etwa die freie Einteilung von Zeit und Arbeitspensum, als Jungunternehmerin konnte ich mir meine Projekte selbst aussuchen und unterschiedliche Dinge ausprobieren.

Die Geschäftsidee: Von Omas altem Porzellan zur trendigen Lampe

So gesehen, stellten sich die zwischenzeitlichen Umwege rückblickend als notwendige Etappen zu meiner Gründungsentscheidung heraus. Ohne Zweifel gehört immer eine Portion Idealismus zum Gründen dazu. Ich selbst, würde mich als optimistisch, aber auch als ungeduldig beschreiben. Doch in meiner Ungeduld sehe ich sogar Vorteile: Aus ihr schöpfe ich die Energie, die ich brauchte, um mich in das Abenteuer der Gründung zu wagen und den Elan, anstehende Dinge zu erledigen.

Die Liebe zu altem Porzellan und die Inspiration zur Produktlinie „Fantassima“ entdeckte ich auf Trödelmärkten und dem heimischen Dachboden, auf dem wohl jede Familie aussortiertes Geschirr verstaut. Hinter der Umnutzung des alten Porzellans steht allerdings nicht nur eine nostalgische Ader, sondern vielmehr ein ganz aktueller Aspekt: das Recyceln und Verwerten von Konsumgütern unserer schnelllebigen Gesellschaft. Wie könnte man scheinbar wertlos gewordene Materialien nachhaltig nutzen?

Meine Antwort darauf ist nicht nur umweltschonend, sondern dekorativ zugleich. Angelehnt an diesen Gedanken fand im Juni die Ausstellung “Cirling Matters“ trash-is-treasure.de in Halle statt, bei der 17 unterschiedliche Hänge-Leuchten von mir zu sehen waren. Auf Wunsch meiner Kunden arbeitete ich aber auch gerne die von der eigenen Oma geerbten Lieblingsstücke zur Unikat-Lampe um. Künftig kann ich mir auch vorstellen, kleine Cafés oder Bars mit meinen Lampen auszustatten.

„Ich schätze das Netzwerk aus meinen Studententagen. Man bekommt schnell mit, was in der kreativen Szene passiert“

Die Zukunft von „Nordlicht“ sehe ich in einem guten Licht, da ich viele Vorteile und vielversprechende Zukunftschancen in einem jungen, kleinen und unabhängigen Unternehmen sehe. Langfristig möchte ich mich gerne räumlich verändern: Ein Gemeinschaftsatelier soll dann die Arbeit vom privaten Bereich trennen, denn zuhause werkelt man oft nur als Einzelgänger und vermisst den regen Austausch mit anderen Gestaltern. Daher schätze ich das hier ansässige Netzwerk aus meinen Studententagen, das auch ganz pragmatische Vorteile bietet: mögliche Tauschgeschäfte oder projektbezogene Ergänzung der eigenen Kompetenzen durch andere Gestalter. Die Nähe zur Universität und die anhaltende Unterstützung untereinander im sozialen und professionellen Netzwerk ist auch ein Grund, warum ich gerne in Halle lebe und arbeite. Die Größe der Saalestadt lässt einen regen Informationsaustausch zu, man bekommt schnell mit, was in der kreativen Szene Neues passiert und findet schnell potentielle Kooperationsmöglichkeiten.

Die Fähigkeit, auf neue Leute zuzugehen – ein „offenes Unternehmerwesen“ zu haben –, sehe ich zudem als grundlegende Eigenschaft von Nachwuchsgründern. Neugierig sein, sich Neues (zu-)zutrauen und auszuprobieren, aber auch eine gute Vorbereitung und Beratung von Expertenseite sind für das erfolgreiche Gründen unverzichtbar.“

Lernen Sie „Fantassima“ und andere kreative Produkte von „Nordlicht“ unter http://www.anka-buechler.de kennen.

“Trau dich – Sag was”

Mittwoch, 7. Dezember 2011 von Redaktion FMNL

Die Kongressteilnehmerin Juliane Cieslak ist in Seifhennersdorf aufgewachsen. “In dem kleinen sächsischen Grenzstädtchen war so gut wie nichts los”, erinnert sich die 29-Jährige. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin beschloss die damals 13-jährige, dass sich das ändern müsse und gründete kurzerhand die Jugendgruppe “Trau Dich – Sag was”. Diskussionen über Tierversuche, Müllsammeln im Wald, Streitgespräche mit Lehrern oder Städtereisen standen nun auf der Tagesordnung.  “Wahrscheinlich haben auch die Erlebnisse aus der Teenie-Zeit dazu beigetragen, mich besonders für Gruppenprozesse zu interessieren und Seminare und Gruppen anzuleiten”, sagt die heutige Sozialarbeiterin.

Juliane Cieslak arbeitet heute als Sozialarbeiterin und psychosoziale Beraterin in Potsdam und war Teilnehmerin auf dem IV. Kongress 2011 in Leipzig.

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Juliane Cieslak ist die bewusste Aufarbeitung ihrer ostdeutschen Vergangenheit wichtig (Foto: Alexander Altmann)

Juliane Cieslak: „Und was gibt’s für uns? Nie denkt jemand über uns nach …“, beschwerten meine Freundin und ich uns bei meiner Tante. Wir kamen gerade vom Gemeindenachmittag, an dem sich alle Interessierten über die Angebote für die Kirchgemeinde informieren und neue Gruppen ins Leben rufen konnten. Meine Freundin Susi und ich waren 13 und unzufrieden. In Seifhennersdorf, dem kleinen sächsischen Grenzstädtchen im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien, war so gut wie nichts los. Klar, hier gingen wir zur Schule, im Sommer konnten wir ins Freibad gehen, auch waren wir beide Leseratten und suchten regelmäßig die Bibliothek auf, ansonsten vertrieben wir uns die Zeit mit auf der Parkbank abhängen, im Ort rumlaufen oder Fernsehen. Auch in der Kirchgemeinde gab es keinen Platz für uns, waren wir doch zu alt für die Kindergruppe und zu jung für die junge Gemeinde.

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Online Gästebuch IV. Kongress 2011

Freitag, 28. Oktober 2011 von Redaktion FMNL

Ihr Statement!


Sie haben am 27. Oktober am IV. Kongress “Frauen machen Neue Länder – Mehr Raum für starke Frauen!” teilgenommen? Über Ihr Feedback zur Tagung in unserem digitalem Gästebuch würden wir uns sehr freuen!

Was hat Sie am Kongresstag besonders motiviert? Wen haben Sie kennen gelernt? Welche Anregungen und Ideen haben Sie mit nach Hause genommen?

Nutzen Sie die Kommentarfunktion für Ihr Feedback zur Konferenz! Klicken Sie dafür einfach auf das gelb unterlegte Wort “Kommentar” am Ende dieses Artikels und schreiben Sie Ihr Statement zum Tag!

Herzlichen Dank, dass Sie in Leipzig dabei waren!

Ihr Kongressteam Isabel Hempel, Sabrina Ludwig und Jessica Mina-Knopp

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Ministerin Prof. Dr. Angela Kolb, Ministerialdirigentin Dagmar Hesse und Kongressorganisatorin Gisela Erler vor der Villa Ida des Mediencampus in Leipzig(Foto: Sylvie Weisshäupl)

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Kleiner Gesprächskreis mit Unternehmerin und Zahntechnikerin Dörte Thie (links im Bild) (Foto: Sylvie Weisshäupl)

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Susanne Dähner (rechts) und Uta Bauer stellen die Ergebnisse der diesjährigen Studie "Mehr Raum für starke Frauen!" am 27. Oktober 2011 in Leipzig vor (Foto: Sylvie Weisshäupl)

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Wohnorte unserer Kongressteilnehmerinnnen 2011!

Mittwoch, 26. Oktober 2011 von Redaktion FMNL


Sehen Sie hier die Karte im Vollbild…

Digitales Gästebuch III. Kongress 2010

Donnerstag, 4. November 2010 von Redaktion FMNL

Ihr Statement!

Sie haben am III. Kongress “Frauen machen Neue Länder” teilgenommen?

Geben Sie uns ein Feedback in unser digitales Gästebuch!

Wer sind Sie, Ihr Projekt, Ihr Unternehmen?
Was hat sie heute motiviert?
Wen haben Sie heute kennen gelernt?
Welche Anregungen nehmen Sie mit?

Nutzen Sie dafür unsere Kommentarfunktion für Ihr Feedback zur Konferenz!
Klicken Sie dafür einfach auf das gelb unterlegte Wort “Kommentar” (unter den Fotos vom Coaching mit Sabine Asgodom). Dort lesen Sie erste Reaktionen von Teilnehmerinnen des Kongresses und können selbst einen Kommentar hinterlassen.

Herzlichen Dank!

Vorstellung der Studie "Das volle Leben! Frauenkarrieren in Ostdeutschland" 2010 - Foto: Sylvie Weisshäupl

Vorstellung der Studie "Das volle Leben! Frauenkarrieren in Ostdeutschland" 2010 - Foto: Sylvie Weisshäupl

Podium Doppelkarriere - Wie gelingt der Aufstieg beider Partner? Foto: Sylvie Weisshäupl

Podium Doppelkarriere - Wie gelingt der Aufstieg beider Partner? Foto: Sylvie Weisshäupl

Ehepaar Dr. Thomas und Martina de Maizière – Foto: Sylvie Weisshäupl

Ehepaar Dr. Thomas und Martina de Maizière – Foto: Sylvie Weisshäupl

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High Speed Coaching mit Sabine Asgodom - Fotos: Sylvie Weisshäupl

In Kürze sehen Sie hier weitere Fotos der Tagung am 4. November 2010 in Leipzig.

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Eine Kellnerinnenlehre im Interhotel?

Samstag, 2. Oktober 2010 von Redaktion FMNL

“Der Weg ist das Ziel!” Im Jahre 1990 wusste die 15-Jährige Jana Walther noch nicht, ob sie Karriere oder Familie wollte. Heute hat die 36-Jährige beides: Beruflichen Erfolg und eine Familie, die ihr den Rücken stärkt. Seit 2008 managt Jana Walther die Potsdamer Bahnhofspassagen, davor das Centermanagement im City Carré Magdeburg. Seit Kurzem ist sie Mutter von Zwillingen – einem Jungen und ein Mädchen. “In den entscheidenden Situationen habe ich die richtigen Entscheidungen getroffen!” Wir fragten die gebürtige Chemnitzerin nach ihrem Lebenstraum im Jahr 1990.

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Jana Walther 1989 und heute (Fotos: privat)


JANA WALTHER: “Ich bin 1974 geboren und in Karl-Marx-Stadt (jetzt Chemnitz) aufgewachsen. Mein Vater war als Haustechniker im Hotel und meine Mutter als kaufmännische Angestellte tätig. Ohne die Wiedervereinigung hätte ich die Schule 1991 in der 10. Klasse abgeschlossen und eine Lehre als Kellnerin im Interhotel (dem ersten Haus am Platz) begonnen. Als Lebenstraum würde ich das nicht bezeichnen, aber damals war dies ein stark nachgefragter Ausbildungsberuf.
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“Ich lebe auf Montage”

Montag, 6. September 2010 von Redaktion FMNL

Juliette Guttmann lebt in Berlin, in Zügen, auf Bahnhöfen und seit April auch in Leipzig. Seit Frühjahr 2010 ist die 36-Jährige verantwortlich für Social Media beim Online-Portal der Leipziger Volkszeitung. In ihrem LVZ-Blog “Geschichten aus dem Hinterstübchen” berichtet die gebürtige Heilbronnerin von ihrem Alltag in Leipzig. Das Pendlerleben zwischen Berlin und Leipzig stemmt die Mutter einer 10- und einer 12-jährigen Tochter mit Hilfe ihres in Teilzeit arbeitenden Mannes. Für Ostfrauen_Blog berichtet die Journalistin, wie das “Leben auf Montage” zwischen Familien- und Berufsalltag gelingt und warum es sie nach Leipzig zog.

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Juliette Guttmann, Leiterin Social Media LVZ-Online – Foto: privat


JULIETTE GUTTMANN: “Die Wahrheit ist, wie so häufig, ein wenig schlicht und würde diesen Text auf die Länge eines mittleren Twitter-Beitrags reduzieren. Aber ehrlich soll ja nicht nur am längsten währen, sondern auch Lügen kurze Beine haben. Da meine Extremitäten von Natur aus schon etwas knapp bemessen sind, sage ich es, wie es ist: Leipzig liegt näher an Berlin.

Nach 3,5 Jahren als verantwortliche Kulturredakteurin und Leiterin Community / Entwicklung beim Online-Portal DerWesten.de in Essen und sehr viel Zeit in Zügen und auf verschneiten Bahnhöfen, hat sich für mich die Möglichkeit ergeben, eine neue, herausfordernde Aufgabe in Leipzig bei LVZ-Online, dem Online-Portal der Leipziger Volkszeitung, zu übernehmen und dadurch auch näher bei meiner Familie zu sein.

Will sagen, hätte ein mindestens gleichwertiges Angebot beispielsweise aus München vorgelegen, wäre ich auch nach Bayern gegangen. Während ich ein Berufsleben auf Montage bestreite, kümmert sich mein Mann in Berlin um unsere beiden Töchter.

Diese Lösung hat ihr Gutes, aber auch ihre Schattenseiten. Es gibt keine Großeltern in der Nähe, die uns bzw. meinen Teilzeit berufstätigen Mann in Berlin unterstützen können. Die Gründe dafür, dass wir uns entschieden haben, die Basis der Familie in Berlin zu belassen, sind vielschichtig, letztlich aber pragmatischer Natur und in ihrer Konsequenz nicht immer zwingend zur Nachahmung empfohlen.

Die Planung des Berufs- und Familienalltags erfordert von allen Beteiligten ein hohes Maß an Flexibilität, Verständnis und auch Anstrengung. Es funktioniert, weil es funktionieren muss. Rabenmutter hin oder her, selbstverständlich nehme ich für mich in Anspruch, Karriere zu machen und die Familie zu ernähren und selbstverständlich bin ich nicht der Weisheit letzter Schluss im Hinblick auf Kindererziehung, Ernährung, Hausaufgabenbetreuung, Krankenpflege, saubere Kleidung und zu Zöpfen geflochtenem Haar.

Bin ich sozialer Kälte entflohen?


Ich habe meine (Ost)-Kolleginnen und Kollegen befragt, was mich dazu bewogen haben könnte, nach Leipzig zu kommen (außer der Nähe zu Berlin, der Attraktivität der Stadt und den beruflichen Möglichkeiten). Bin ich, unbewusst, der sozialen Kälte des Westens entflohen? Selbstverständlich habe ich diese Frage in meinem Herzen bewegt.

Im Westen war ich die seltsame Frau aus Berlin oder, um familiengeschichtlich noch weiter zurück zu gehen, Süddeutschland. Trotzdem wurde ich immer sehr gut behandelt und habe die Menschen, denen ich dort begegnet bin und mit denen ich die Freude und Ehre hatte, zusammen zu arbeiten, nur schweren Herzens verlassen.
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“Haarwaschabenteuer” in Erfurt

Donnerstag, 15. Juli 2010 von Redaktion FMNL


Haarwaschabenteuer Heute morgen erhielten wir zu unserer großen Freude folgende Mail von Annegret Sattler, einer Kongressteilnehmerin, die wir freundlicherweise hier samt Bildanhang zitieren dürfen.

Insbesondere unsere Grafikabteilung dürfte sich über das gelungene Selbstportrait und Logo-Pendant in schwarz-weiß freuen – für die 34-Jährige Unternehmerin Annegret Sattler aus Erfurt ein Sinnbild für ihre Selbständigkeit: stürmisch und frisch!




“Liebes Team von Frauenmachenneueländer,

ich bin heute auf das neue Erscheinunsgbild der Webseite gestoßen und mußte über die Silhouette der Frau im Logo schmunzeln. Hat mich an ein Foto erinnert, welches ich mal gemacht habe…  Ja, das bin ich – nach einem rasanten “Haarwaschabenteuer”. Wenn ich heute so darauf schaue, dann fühle ich mich gerade in meiner Selbständigkeit ähnlich – stürmisch und frisch! (…)

Seien Sie herzlich gegrüßt aus Erfurt!

Annegret Sattler”