Posts getaggt ‘Familie’

Teilzeit löst das Problem nicht!

Donnerstag, 28. Oktober 2010 von Redaktion FMNL
Dr. Martina Münch ist siebenfache Mutter und seit 2009 Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur im Land Brandenburg. Bevor sie in die Politik wechselte, arbeitete sie viele Jahre als Ärztin in der Neurologie. Die gebürtige Heidelbergerin entschied sich im Jahr 1994 mit ihrer Familie nach Cottbus zu ziehen und lebt seitdem in den Neuen Länder: “Die guten Kinderbetreuungsmöglichkeiten waren für uns ausschlaggebend!”

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Familie Dr. Martina Münch, Ministerin im Land Brandenburg – Foto: oh


DR. MARTINA MÜNCH: “Als Mutter berufstätig zu sein, ist nicht überall so einfach wie im Land Brandenburg. Trägt man die Anzahl von Kinderbetreuungsplätzen auf einer Deutschland-Karte ein, wird schnell deutlich, dass die Neuen Länder immer noch mit Abstand die meisten Plätze anbieten. Im Norden und Süden Deutschlands haben häufig weniger als 15 Prozent aller Kinder der Altersgruppe drei bis sechs einen ganztägigen Betreuungsplatz.
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“Das Wort ‘Rabenmutter’ fällt zu oft”

Montag, 6. September 2010 von Redaktion FMNL
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Dr. Martina Münch, Ministerin im Land Brandenburg – Foto: oh


Seit 2009 ist Dr. Martina Münch Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur im Land Brandenburg.
Bevor sie in die Politik wechselte, arbeitete die gebürtige Heidelbergerin viele Jahre als Ärztin in der Neurologie.

Wir fragten die siebenfache Mutter, inwiefern sich gerade in den Neuen Ländern Strukturen finden, die eine Karriere für Frauen ermöglichen.
Lesen Sie hier ihre Antwort:


DR. MARTINA MÜNCH: “Die Rabenmutter! Hat eigentlich jemand mal geprüft, ob eine echte Rabenmutter ihre Kinder tatsächlich im Stich lässt?

Wer dies getan hätte, wüsste, dass Rabenmütter ihre Jungen keinesfalls vernachlässigen.

Der Begriff ist da und hat sich eingebürgert. Doch seit einiger Zeit geht eine seltsame Wandlung  mit dem Wort einher.

Wurden früher die Mütter als Rabenmütter bezeichnet, die ihre Kinder verließen oder zur Adoption freigaben, sind es heute immer mehr die berufstätigen Mütter.

In den Neuen Bundesländern fällt der Begriff recht selten. Dass Mütter auch berufstätig und finanziell selbstständig sind, gehört hier zum Normalfall. Im Jahr 2007 gehörten rund 70% aller Paare zum Zweiverdiener-Modell. In 41% der Fälle gingen beide Partner Vollzeit arbeiten, 28% der Frauen arbeiteten Teilzeit.

Viele Frauen entscheiden sich gegen Kinder


Viele junge Frauen stellen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht infrage, denn sie haben an ihren Müttern gesehen, dass man es schaffen kann. Trotzdem nimmt die Anzahl derjenigen zu, die sich gegen Kinder und für die Karriere entscheiden. Warum ist klar: Karriere verbindet man mit beruflichem Aufstieg, Kinder mit Stillstand. Karriere bedeutet mehr Geld, Kinder weniger Geld.

Dass solche Vergleiche jedoch oft hinken, zeigen all die guten Beispiele von Frauen, die auch mit Kindern äußerst erfolgreich sind. Natürlich wäre es wünschenswert, dass es mehr Frauen in Führungspositionen gäbe. Aber allein die Vereinbarung von Kind und normalem Beruf erfordert schon eine organisatorische Höchstleistung.

In den Neuen Ländern können die Frauen auf ein gutes Netz aus Kindertagesstätten und Tagesmüttern zurückgreifen. Auch das Angebot an Ganztagsschulen spielt hier eine wichtige Rolle. Doch nicht nur die Kinder, auch die Frauen wollen gut versorgt sein. Viele Arbeitgeber bieten Gleitzeit oder planbare Schichtsysteme an.

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“Ich kenne keine Frau, die verzichtet hätte”

Mittwoch, 28. Juli 2010 von Redaktion FMNL
Prof. Dr. Heike Kahlert, Uni Greifswald – Foto: privat

Dr. Heike Kahlert, Uni Greifswald – Foto: privat


Dr. Heike Kahlert lehrt und forscht am Lehrstuhl für Analytische Chemie und Umweltchemie an der Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald. Sie hat drei Söhne, 14, 11 und 7 Jahre alt. “Die Jungs sind sehr selbstständig”, sagt die Alleinerziehende, die Unterstützung vor allem durch die eigene Mutter, die Großeltern väterlicherseits, Freunde und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) erfährt – ein Verein, in dem sie ehrenamtlich tätig ist. Für Ostfrauen_Blog schreibt die gebürtige Brandenburgerin darüber, wie ihr der Spagat zwischen Karriere und Familie gelingt und welche Vorbilder sie prägen.

HEIKE KAHLERT: “Als die Wende kam, war ich 18 Jahre alt. Das heißt, ich habe meine Kindheit und Jugend in der DDR verlebt. Soweit ich mich erinnern kann, gab es in meinem Umfeld nicht eine Frau, die zur Betreuung der Kinder zu Hause geblieben ist und auf ihren Beruf verzichtet hätte.

Aus meiner Sicht haben die Mütter in der DDR etwas ganz besonders geschafft: Den Spagat, in der Familie das klassische Rollenbild der Haushälterin und Mutter zu erfüllen und im Berufsleben voll engagiert zu sein. Das war nur durch Organisationstalent und Selbstdisziplin zu bewältigen. Das sind Eigenschaften, die unsere Mütter sicherlich von ihren Müttern erlernt haben, die in Kriegszeiten und danach ein hartes Leben zu meistern hatten.

Unsere Generation profitiert von diesem Erbe, denn ich kann für mich sagen, dass ich diese Eigenschaften so verinnerlicht habe, dass ich manchmal überrascht bin, wenn ich darauf angesprochen werde, wie ich meine Karriere als Hochschullehrerin, meine drei Kinder und meine ehrenamtliche Tätigkeit in der DLRG unter einen Hut bekommen kann.

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“Viele Doktorantinnen haben hier Kinder”

Samstag, 10. Juli 2010 von Redaktion FMNL

Kathrin Padberg-Gehle ist 34 Jahre alt, seit wenigen Monaten die jüngste Juniorprofessorin für Angewandte Mathematik an der TU Dresden und seit Kurzem Mutter einer kleinen Tochter. Wir sprachen mit der Wahldresdnerin über ihre Karriere und ihr Privatleben – und wie sich beides unter einen Hut bringen lässt.

Juniorprofessorin TU Dresden

Kathrin Padberg-Gehle, 34 Jahre, Juniorprofessorin TU Dresden – Foto: privat


FMNL: Frau Padberg-Gehle, Sie sind Juniorprofessorin für Angewandte Mathematik. Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Kathrin Padberg-Gehle: Ich bin Hochschullehrerin, d.h. meine Aufgaben liegen in der Lehre und Forschung. Dazu gehören unter anderem die Vorbereitung und Veranstaltung von Seminaren und Vorlesungen sowie die Betreuung und Begutachtung von Master- und Doktorarbeiten.

Auch die Publikation von Forschungsergebnissen in Fachzeitschriften oder der Besuch von Konferenzen ist ein wichtiger Bestandteil meiner täglichen Arbeit.

Die – möglichst erfolgreiche – Beantragung von Forschungsprojekten spielt natürlich auch eine große Rolle. Die Stelle als Juniorprofessorin habe ich erst vor wenigen Wochen angetreten, sodass ich erst ganz am Anfang stehe – aber alle diese Aufgaben werden in naher Zukunft auf mich zukommen.

FMNL: Die Lehrstühle in der Uni sind immer noch größtenteils von Männern besetzt. Beobachten Sie das auch an Ihrem Institut? Wird der Fachbereich Mathematik von Professoren beherrscht?

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