“Hingucken lohnt sich!”, sagt Anke Domscheit-Berg. Sie hat den Mann für’s Leben gefunden und weiß, wie entscheidend die Partnerwahl für die Karriere ist. Die 42-Jährige arbeitet als Director Government Relations bei Microsoft Deutschland in Berlin. Neben ihrem Beruf engagiert sie sich für Frauen in Führungspositionen, mit dem Ziel, die so genannte gläserne Decke zu durchbrechen – welche bis heute Frauen daran hindert, in hohe Funktionen aufzusteigen. Über ihre eigenen Erfahrungen beim beruflichen Aufstieg schrieb die Mutter eines zehnjährigen Sohnes u.a. für die Zeit, die taz und ab jetzt als Anchor-Bloggerin auch für Ostfrauen_Blog.
ANKE DOMSCHEIT-BERG: “Ob mit oder ohne Kinder, Karriere machen ohne Unterstützung durch Dritte ist fast unmöglich. Das gilt für Männer genauso wie für Frauen, nur dass Männer regelmäßig mit dieser Unterstützung rechnen können. Ob man bei Freunden und Familie – vor allem der angeheirateten Familie – tatkräftige und moralische Unterstützung findet, variiert sehr stark und hängt manchmal einfach von der Geographie ab.
Eine deutsche Kollegin hatte einen Schweizer geheiratet. Er war Forschungsassistent in der Wissenschaft und reduzierte seine Arbeitszeit, als sie das erste Kind bekam und den nächsten Karriereschritt im Management nahm. Sie verdiente erheblich mehr und für die kleine Familie war es eine gemeinsame Entscheidung, die beide Partner richtig und gut fanden. Die Schwiegerfamilie sah das anders. Als diese Managerin schon im fünften Monat mit dem zweiten Kind schwanger war, hatte sie der Familie ihres Mannes immer noch nichts davon erzählt, weil sie Angst davor hatte. Die beiden Schwestern und die Schwiegermutter warfen ihr schon so die ganze Zeit vor, dass sie die Zukunft ihres Mannes aus purem Egoismus ruinieren würde.
Kann man sich dieses Beispiel mit vertauschten Geschlechterrollen vorstellen? Ich kenne viele Fälle, wo Frauen auch mit höherer Ausbildung, in höherer Karrierestufe und mit höherem Einkommen zuhause bleiben, weil es sich so gehört und der Mann das so erwartet. Haben jemals ihre Familien einen Aufstand geprobt, weil ihre Zukunft ruiniert würde? Ich glaube kaum.
Männer spüren weniger Widerstände
Frauen mit Ambitionen haben es schwerer. In vielen Führungspositionen wird z.B. auch erwartet, dass man an anderen Standorten – auch im Ausland – Erfahrungen sammelt. Männer haben weniger Widerstände zu erwarten, wenn sie ihre Familie einfach mitnehmen wollen, als Frauen in der gleichen Lage. Kann man ihren Ehemännern vorwerfen, dass sie ihre Karriereplanung nicht einfach an den Nagel hängen wollen, nur weil ihre Frau jetzt eine Aufgabe in China erfüllen soll? Wohl kaum.
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