Posts getaggt ‘Mütter’

“Wie ich mich kreativ durchs Leben rette”

Sonntag, 10. Juli 2011 von Redaktion FMNL

Ariane Jedlitschka wohnt in Leipzig. Sie ist Künstlerin, Mutter und seit 14 Jahren auf der Suche nach dem idealen Arbeitsplatz. Sie selbst sagt: „Seit sieben Jahren weiß ich, dass ich wohl niemals angestellt sein kann.“ Deshalb konzipiert sie nun eigenständig interdisziplinäre Kunstprojekte und stellt damit das Nebeneinander der Dinge in Frage. Im Westwerk Leipzig betreibt die 31-jährige die Kunstgalerie EEG (essential existence gallery). 2010 wurde ihr Unternehmen HAL (hybrid art lab) in einem bundesweiten Wettbewerb zu einem der 32 „Kultur- und Kreativpiloten Deutschlands“ gekürt. Im Verein „Helden wider Willen e.V.“ engagiert sich die Leipzigerin für einen freien Zugang zu Wissenschaft, Kultur und Bildung. Ihr aktuelles Projekt ist ein europäisches Bildungs- und Filmprojekt: “Supermom Kick-Offfindet derzeit in fünf europäischen Ländern statt und fördert die Sichtbarkeit alleinerziehender Eltern und ihrer Kinder in den Medien.

Ariane Jedlitschka und Matthias Petzold auf dem 1. Netzwerktreffen in Leipzig  im Rahmen ihres neuen Vernetzungsprojektes UTOPIA ATTRAKTOR

Ariane Jedlitschka und Matthias Petzold auf dem 1. Netzwerktreffen in Leipzig im Rahmen ihres neuen Vernetzungsprojektes UTOPIA ATTRAKTOR

ARIANE JEDLITSCHKA: Wie ich mich kreativ durchs Leben rette.

Ich war Guttenberg! Ich kopierte aus Angst zu Versagen.
Ich kaufte mir was ich nicht konnte. Ich war erwachsen.

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Willkommen im Ostfrauen_Blog!

Donnerstag, 28. Oktober 2010 von Redaktion FMNL
Unsere aktuellen Themen im Überblick:
Dr. Martina Münch, Daniela Kolbe, Torhild Barlaup und Prof. Dr. Michaela Kreyefeld (v.l.)

Dr. Martina Münch, Daniela Kolbe, Torhild Barlaup und Prof. Dr. Michaela Kreyenfeld (v.l.)


Ostfrauen_Blog zu Gast in Norwegen: Dank einer gesetzlichen Quote sind in norwegischen Aufsichtsräten 40 Prozent Frauen vertreten. Auch Torhild Barlaup, Chefin eines Autoreparaturbetriebs mit 175 Mitarbeitern, trifft Entscheidungen in zwei Aufsichtsräten. Wir trafen die 42-Jährige in Oslo und sprachen mit ihr über die Vorteile der Quotenregelung.

Von Heidelberg nach Cottbus nach Magdeburg: Die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur im Land Brandenburg Dr. Martina Münch hat sieben Kinder. Die gebürtige Heidelbergerin entschied sich im Jahr 1994 mit ihrer Familie, nach Cottbus zu ziehen und lebt seitdem in den Neuen Länder. “Die guten Kinderbetreuungsmöglichkeiten waren für uns ausschlaggebend!”

“Der Westen folgt eher dem ostdeutschen Trend”, sagt Prof. Dr. Michaela Kreyenfeld, Juniorprofessorin an der Universität Rostock, mit Blick auf das Heiratsverhalten und die Erwerbstätigkeit von Müttern. Die 41-Jährige Mutter zweier Kinder berichtet im Blog über die wichtigsten Ergebnisse ihrer aktuellen Studie.

“Die Welt ist veränderbar”, sagt Daniela Kolbe, jüngste Abgeordnete der SPD-Fraktion im Bundestag. Ihr Wille nach demokratischer Mitgestaltung wurde geweckt, als die damals Neunjährige 1989 den Fall der Mauer verfolgte. Für Ostfrauen_Blog berichtet sie über ihren Werdegang und ihre Ziele.

Die Sammlerin, die Jägerin…

Donnerstag, 9. September 2010 von Redaktion FMNL


About Hunt and Gathering – Foto: Sylvie Weisshäupl

About Hunt and Gathering – Foto: Sylvie Weisshäupl

Das Bild einer schwangeren Jägerin wählt die Berliner Fotografin Sylvie Weisshäupl, – die im letzten Jahr eine Postkartenserie für “Frauen machen Neue Länder – Stark durch die Krise” fotografierte – als “ideale Darstellung des Ausbruchs aus traditionellen Geschlechterrollen“. Sie überzeugte damit beim Fotowettbewerb “Schwanger schafft leben“.

Die Jury würdigte ihre Fotografie mit dem Sieg: “Das Gewinnerbild erzeugt durch verschiedene Blickwinkel innerhalb des Bildes Spannung und schafft Kontroversen. Einerseits wirkt es durch seine Bildkomposition und Farbgebung wie ein historisches Gemälde, andererseits bringt die Schwangere als Jägerin mit einem erlegten Tier bisherige Weltbilder durcheinander. Die moderne Frau ist nicht mehr nur Sammlerin, sondern auch Jägerin. Es ist ein Bild, das eine Geschichte erzählt, zum Nachdenken anregt und beim Betrachten auch Empören kann.”


Sehen Sie hier die siebenteilige Postkartenserie zum Kongress “Frauen machen Neue Länder – Stark durch die Krise” 2009


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“Das Leben anpacken!”

Montag, 6. September 2010 von Redaktion FMNL


Victoria Haubold ist 22 Jahre alt und studiert derzeit an der Internationalen Berufsakademie Berlin in der Fachrichtung Tourismus/Gastronomie und entschied sich für die Firma McDonald’s als Partnerbetrieb. Seit ihrem 15. Lebensjahr jobbt Victoria – Tochter von Steffi Haubold – bei McDonald’s: Früher als Aushilfskraft in der Küche, an der Kasse oder im Kaffee, heute erfüllt sie – neben dem Studium – die Aufgaben einer stellvertretenden Restaurantleiterin, führt Personalgespräche, ist verantwortlich für Arbeitsverträge und vieles mehr. Wir fragten die Studentin, inwiefern die Generation ihrer Mutter und Großmutter, die die DDR noch erlebt haben, den Boden bereitet für heutige Frauenkarrieren? Ihre Antwort lesen Sie hier:

Foto Victoria Haubold_ba

Victoria Haubold – Foto: privat


VICTORIA HAUBOLD: “Um es gleich im am Anfang klarzustellen: Ich kann diese Frage nicht beantworten! Ich kann lediglich meine Erfahrungen und Eindrücke vermitteln. Der Rest liegt beim Leser.

Schenkt man der Erziehungsphilosophie meines Vaters, die er wohl erst spät gewonnen hat, Glauben, so wird die einzig wirksame Erziehungsmethode durch das eigene Vorbild gepaart definiert – mit Liebe und ein „wenig“ Nachdruck. Gesteht man dem Prinzip Vorbild die große Kraft zu, dann hat mir meine Mutter wohl ein sehr konstruktives Erbe hinterlassen.

Alles anpacken, ohne sich dabei zu überschätzen und nicht über jede Widrigkeit des Lebens zu jammern, das habe ich die letzten 20 Jahre erlebt.

Diese Eigenschaft wird den Müttern, die in der DDR gelebt haben, gerne zugeschrieben. Ich glaube, dass es in der DDR nicht mehr Mütter gegeben hat, die das Leben anpacken und im Beruf erfolgreich sein wollten, als woanders auf der Welt. Da habe ich ja den direkten Vergleich zu den Müttern meiner Freundinnen, die aus aller Herren Länder kommen. Zielstrebigkeit, Ehrlichkeit und Durchhaltewillen, das sind Dinge, die wohl jede Mutter einem Mädchen mit auf den Weg geben will, damit es eine Karriere machen kann.

Kinderkrippen bedeuten keine lebenslange Verhaltensstörung


Mich haben viel mehr die Geschichten und Erzählungen von „damals“ geprägt. Man erfährt quasi nebenbei, wie vor gerade einmal 25 Jahren Frauen ihr berufliches Leben bestritten und dabei erstaunliche Karrieren gemacht haben. Das eigene Leben wird Teil der Erzählungen aus einer „anderen Zeit“.

Man begreift, dass es nicht unbedingt zu einer lebenslangen Verhaltensstörung kommt, wenn man am Tag in der Kinderkrippe ist und die Mutter mal drei Monate lang nur am Wochenende sieht. Die Arbeitsteilung zwischen meinen Eltern habe ich, anders als heute in vielen Familien, als eher zwanglos und ungeplant empfunden.

Man nimmt die Dinge, wie Sie kommen. Wenn ich von einem konstruktiven Erbe sprechen will, dann vielleicht davon, dass es kein Richtig oder Falsch gibt, sondern nur ein „So könnte das klappen“, „Da lasse ich mir jetzt nicht reinreden“ oder „Den Fehler machen wir dann eben einmal“. Die wichtigste Erinnerung oder das vielleicht wichtigste Erbe ist die vorgelebte Erkenntnis, dass nichts sich gegenseitig ausschließt – wenn man es will.

So wird es für eine Frau, die keine familiäre Unterstützung annehmen will, ihr Kind 24 Stunden am Tag aufwachsen sehen will und auch sonst wenig Kompromisse macht, irgendwann etwas mühsam mit der eigenen Karriere. Aber auch eine Karriere ist ja kein Muss, wenn man es nicht wirklich will.”

Mehr über Victoria Haubold lesen Sie hier

“Ich kenne keine Frau, die verzichtet hätte”

Mittwoch, 28. Juli 2010 von Redaktion FMNL
Prof. Dr. Heike Kahlert, Uni Greifswald – Foto: privat

Dr. Heike Kahlert, Uni Greifswald – Foto: privat


Dr. Heike Kahlert lehrt und forscht am Lehrstuhl für Analytische Chemie und Umweltchemie an der Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald. Sie hat drei Söhne, 14, 11 und 7 Jahre alt. “Die Jungs sind sehr selbstständig”, sagt die Alleinerziehende, die Unterstützung vor allem durch die eigene Mutter, die Großeltern väterlicherseits, Freunde und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) erfährt – ein Verein, in dem sie ehrenamtlich tätig ist. Für Ostfrauen_Blog schreibt die gebürtige Brandenburgerin darüber, wie ihr der Spagat zwischen Karriere und Familie gelingt und welche Vorbilder sie prägen.

HEIKE KAHLERT: “Als die Wende kam, war ich 18 Jahre alt. Das heißt, ich habe meine Kindheit und Jugend in der DDR verlebt. Soweit ich mich erinnern kann, gab es in meinem Umfeld nicht eine Frau, die zur Betreuung der Kinder zu Hause geblieben ist und auf ihren Beruf verzichtet hätte.

Aus meiner Sicht haben die Mütter in der DDR etwas ganz besonders geschafft: Den Spagat, in der Familie das klassische Rollenbild der Haushälterin und Mutter zu erfüllen und im Berufsleben voll engagiert zu sein. Das war nur durch Organisationstalent und Selbstdisziplin zu bewältigen. Das sind Eigenschaften, die unsere Mütter sicherlich von ihren Müttern erlernt haben, die in Kriegszeiten und danach ein hartes Leben zu meistern hatten.

Unsere Generation profitiert von diesem Erbe, denn ich kann für mich sagen, dass ich diese Eigenschaften so verinnerlicht habe, dass ich manchmal überrascht bin, wenn ich darauf angesprochen werde, wie ich meine Karriere als Hochschullehrerin, meine drei Kinder und meine ehrenamtliche Tätigkeit in der DLRG unter einen Hut bekommen kann.

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