Am 4. November 2010 findet der III. Kongress “Frauen machen Neue Länder – Frauenkarrieren in Ostdeutschland” in Leipzig statt. Im Interview via Skype: Die Autorin und Familienforscherin Gisela Erler, deren Unternehmen pme Familienservice die Tagung im Auftrag des Beauftragten der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer und in Kooperation mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend realisiert.
Posts getaggt ‘neue Bundesländer’
“Ostdeutsche Frauen trauen sich mehr zu”
Mittwoch, 28. Juli 2010 von Redaktion FMNLTop qualifiziert, aber unterrepräsentiert
Freitag, 16. Juli 2010 von Redaktion FMNL
Das DIW Berlin stellt neuen Führungskräfte-Monitor vor – mit ernüchternden Ergebnissen: Der Frauenanteil unter den Führungskräften der deutschen Privatwirtschaft stagniert bundesweit. Auch als Führungskräfte verdienen Frauen weniger als ihre männlichen Kollegen. Und in den Spitzenpositionen der großen Unternehmen sind Frauen nach wie vor kaum vertreten. Dass die Situation für Frauen, die Top-Positionen anstreben oder bekleiden, in den Neuen Ländern tendenziell besser ist, wird der III. Kongress “Frauen machen Neue Länder” am 4. November 2010 in Leipzig zeigen.
Doch zunächst zur DIW-Studie, die die bundesweiten Zahlen betrachtet: „Die Frauen haben zwar bei der Qualifikation aufgeholt, treten aber auf der Stelle“, sagte DIW-Expertin Elke Holst im Rahmen der Veröffentlichung der Ergebnisse. „Dies ist nicht nur ungerecht, sondern auch schlecht für die Wirtschaft“, sagte dazu DIW-Präsident Klaus Zimmermann. „Denn jede Frau, die beruflich nicht in die Position kommt, für die sie qualifiziert ist, kostet uns Wachstum.“ Vor allem die Familienbildung und die Segregation auf dem Arbeitsmarkt wirkten sich negativ auf die Karrierechancen von Frauen aus. Holst forderte verbindliche Zielgrößen zur Erhöhung des Frauenanteils im Management.
Viele Frauen in Top-Positionen leben gleichberechtigte Partnerschaft
Interessanterweise zeigt die DIW-Studie, dass bei immerhin knapp jeder zweiten weiblichen Führungskraft die Arbeitsteilung im Haushalt mit dem Partner gleichberechtigt organisiert ist, wenn auch nicht von einem Trend zum Rollentausch gesprochen werden kann. Frauen in Führungspositionen übernehmen laut DWI 60 Prozent der Hausarbeit in der Partnerschaft (Männer in Top-Positionen nur 20 Prozent). Dennoch: Diese Erkenntnis bestätigt eine These, die im Zentrum des III. Kongresses “Frauen machen Neue Länder – Frauenkarrieren in Ostdeutschland” und der dazugehörigen Studie am 4. November 2010 in Leipzig diskutiert wird: Erfolg braucht gute Partner! Im Privaten ebenso wie in den Unternehmen und der Gesellschaft insgesamt.
Lesen Sie weiter… »
“Auch meine Mutter war immer berufstätig”
Montag, 12. Juli 2010 von Redaktion FMNL
Die Direktorin der Mercedes-Benz Niederlassung und des smart Centers in Magdeburg Astrid Stolze stammt aus Lutherstadt Wittenberg und ist Mutter einer vierjährigen Tochter. Wir haben Astrid Stolze gefragt, inwiefern die Generation von Frauen, die einen Großteil ihres Lebens in der DDR gelebt und gearbeitet haben, den Boden bereitet haben für heutige Frauenkarrieren? In ihrer Antwort schreibt Astrid Stolze darüber, was sie von ihrer eigenen Mutter gelernt hat und warum sie denkt, dass es in den neuen Ländern leichter ist, als Frau Karriere zu machen.

Astrid Stolze, 44 Jahre, Mercedes-Benz Niederlassung, Magdeburg
ASTRID STOLZE: “Für die damalige Zeit in der DDR typisch hat meine Mutter mit 22 Jahren ihr erstes Kind, meinen Bruder, geboren und ich kam im Folgejahr zur Welt. Meine Mutter hat uns Kinder drei Jahre zu Hause betreut, bevor wir in den Kindergarten gegangen sind. Danach hat meine Mutter ihre Tätigkeit als Technische Zeichnerin in einem Chemieanlagenbaubetrieb wieder aufgenommen.
Somit kenne ich meine Mutter von Kind auf an eigentlich nur berufstätig. Sicher hat mich dieses Erleben der Berufstätigkeit meiner Mutter und dem Vorbild der Vereinbarkeit von Beruf und Familie in meiner persönlichen und beruflichen Entwicklung geprägt.
Da wir in einem Drei-Generationen-Haus aufgewachsen sind, habe ich natürlich auch erlebt, wie unsere Großeltern sich neben meinen Eltern um uns Kinder gekümmert haben. Denn zur damaligen Zeit betrug die Regelarbeitszeit aus meiner Erinnerung 43,5 Wochenstunden und anschließend hat die ganze Familie auch noch in unserem großen Garten gearbeitet, damit wir uns eigenständig mit frischem Obst und Gemüse (damals Mangelware) versorgen konnten.
Improvisationstalent hilft in männerdominierter Branche
Ich habe gelernt, dass, wenn jeder anpackt, auch schwierige Situationen gemeistert werden können. Viele Erlebnisse aus dieser Zeit, aber insbesondere auch das erforderliche Improvisationsvermögen, haben mir sicherlich die notwendigen Voraussetzungen gegeben, um in der heutigen Zeit gerade in einem männerdominierten Berufsfeld Karriere zu machen.
Für mich ist die Berufstätigkeit von Frauen auch in Führungspositionen wie in meinem Beispiel völlig selbstverständlich. Und auch wenn sich in der heutigen Zeit die Rahmenbedingungen für berufstätige Frauen deutlich von den damaligen unterscheiden und die Anforderungen gestiegen sind, kann man mit dem gewissen Improvisationstalent, Flexibilität und Willen auch heute Karriere und Familie vereinbaren.





Die letzten Kommentare