Als vor 19 Jahren viele Kitas in ihrer Stadt geschlossen wurden, entschloss sich Sabine Hemberger aktiv zu werden und in der Politik vor Ort mitzumischen. “In der Kommunalpolitik können Bürger auf viele Entwicklungen ihrer Stadt oder ihrer Gemeinde Einfluss nehmen”, sagt die 47-Jährige. 2009 wurde Sabine Hemberger zur Vorsitzende des Stadtrates in Jena gewählt und fasste gemeinsam mit ihrer Fraktion mitten in den Krisenjahren den Beschluss, die Stadt komplett zu entschulden. Aktuell setzt sie sich vor allem für die Stärkung und Gestaltung des Stadtzentrums ein.
Rein in die Kommunalpolitik! Was oder wer hat Ihnen den entscheidenden Anstoß gegeben?
Sabine Hemberger: Für mich war der entscheidende Anstoß, mich mit Kommunalpolitik zu beschäftigen, meine Arbeit als Elternsprecherin in einer Kindertagesstätte in Jena – in einer Zeit als Kindereinrichtungen in großer Anzahl geschlossen werden mussten, weil die Geburtenzahlen nach 1990 dramatisch zurück gingen. Allein dieses eine Thema zeigte, wie komplex Kommunalpolitik ist: Finanzen, Arbeitsmarkt, soziale Perspektiven, Stadtentwicklung – alles hängt zusammen. Seit 1994 war ich dann Mitglied des Stadtrates, zunächst parteilos in der SPD-Fraktion, später als „ordentliches“ SPD-Mitglied.
Bietet der Osten besondere Freiräume oder Gestaltungsmöglichkeiten für kommunalpolitisches Engagement?
S.H.: Wir haben im Osten Deutschlands das unbeschreibliche Glück nach einer friedlichen Revolution Aufbruch- und Umbruchzeiten zu erleben – also Zeiten, in denen Menschen wirklich mitbestimmen und gestalten können. Und gerade in der Kommunalpolitik, wo Bürger direkt vor Ort auf viele Entwicklungen ihrer Stadt oder ihrer Gemeinde Einfluss nehmen können, gibt es diese Freiräume und Gestaltungsmöglichkeiten, die wir uns so sehr wünschen.
Es gibt auch in den neuen Ländern deutlich weniger Frauen als Männer in kommunalpolitischen Ämtern: Warum eigentlich?
Am 01. November 2012 fand der Kongress “Frauen machen Sachsen-Anhalt – Ich will gründen, jetzt und hier!” im Kulturwerk-fichte in Magdeburg statt. Der erste Regionalkongress der Initiative „Frauen machen Neue Länder“ brachte erfahrene Unternehmerinnen, Frauen in der Gründungsphase, Gründungsinteressierte, Expertinnen aus Unterstützungsprogrammen und politische Entscheidungsträgerinnen in den Dialog! In einem ganz neuen Kongressformat, moderiert von der Kommunikationsexpertin Karolina Iwa.
Sehen Sie hier unseren Trailer zum Kongress, produziert von Vorlaut))Film, einer jungen Filmproduktionsfirma aus Magdeburg.
Vor 13 Jahren begann Jeannette Krüger in ihrer Garage in Magdeburg ein Unternehmen aufzubauen. Ein Jahr später gewann sie bereits den Deutschen Gründerpreis. Mit der Idee einer Finanzbuchhaltung speziell für das Hotel- und Gaststättengewerbe ist GastroFiB deutschlandweit einzigartig. Heute zählt das Unternehmen acht Niederlassungen bundesweit. „Ich bin stolz darauf, hier in meiner Heimat dieses Unternehmen aufgebaut zu haben“, sagt Jeannette Krüger.
Jeannette Krüger: „Mit 23 Jahren, als Wendekind, suchte ich neue Orientierung und konnte 7 Jahre in der Firma meines heutigen Mannes, die Welt des Unternehmertums mit allen Höhen und Tiefen kennen lernen. Mehr aus familiären, als aus geschäftlichen Gründen, machte ich mich dann als Einzelunternehmerin in der Garage selbstständig. Es war purer Idealismus, der mich antrieb und aus den gemachten Erfahrungen wollte ich Einiges anders machen. Was mir auch gelang. Ich ließ mich von keiner Bank „verhaften“, machte mich nicht abhängig von Fördermitteln und lebte meine Überzeugungen in der Kunden- und Mitarbeiterkultur.
Mit einer tollen Geschäftsidee zog es Jungunternehmerin Astrid Kriege-Steffen zurück in ihre Heimat Sachsen-Anhalt. „Der Wunsch als freiberufliche Ernährungsberaterin in Haldensleben zu arbeiten, wuchs bereits während meines Studiums in Gießen“, sagt die 30-Jährige. Mit der Unterstützung von Familie, Freunden und Gründerinnennetzwerken wie den ego.Piloten und JuEx setzte sie ihre Idee in die Tat um.
Astrid Kriege-Steffen: „Der Wunsch als freiberufliche Ernährungsberaterin in Haldensleben zu arbeiten, wuchs bereits während meines Studiums. Das motivierte mich, ein Praktikum in der Zentrale des Studios für Ernährungsberatung Dr. Ambrosius in Wiesbaden zu absolvieren – ein Netzwerk von freiberuflich tätigen Ernährungsberaterinnen, welche in ganz Deutschland arbeiten. Der Vorteil dieses Netzwerkes besteht in einem intensiven Informationsaustausch zwischen den Netzwerkmitgliedern sowie in der Bereitstellung von qualifizierten und von Krankenkassen anerkannten Beratungsmaterialien.
Vielzahl an Unterstützungsmöglichkeiten für Gründerinnen
Ich werde mich diesem Netzwerk anschließen und in Haldensleben, meiner Heimatstadt, ein eigenes Studio für Ernährungsberatung gründen. Familie, Freunde und Bekannte sind in unmittelbarer Nähe, um mein Vorhaben tatkräftig zu unterstützen, sei es durch zuhören bei Problemen, Weitergabe von interessanten Informationen, Mund-zu-Mund-Propaganda und vielem mehr. Ein weiterer Grund, warum für mich nur Haldensleben für meine Existenzgründung in Betracht kommt ist, dass es im Bereich der qualifizierten Ernährungsberatung in der Region nur wenig Konkurrenz gibt.
Weihnachten steht vor der Tür und das Jahr 2011 neigt sich dem Ende zu. Wir bedanken uns herzlich bei unseren treuen Blog-Lesern und Leserinnen und bei unseren Teilnehmerinnen und Referentinnen für den inspirierenden IV. Kongress “Frauen machen Neue Länder – Mehr Raum für starke Frauen!”. Ein besonderer Dank für die offene und fruchtbare Zusammenarbeit auch im Jahr 2011 gilt unseren Auftraggebern im Arbeitsstab Angelegenheiten der Neuen Bundesländer im Bundesministerium des Innern!
Lesen und sehen Sie auf unter “Kongresse” Impressionen des Kongresses 2011 einen kurzen Rückblick auf den IV. Kongress in Leipzig – z.B. die Impulsrede von Dr. Kerstin Finger, die schönsten Fotos und Zitate der Veranstaltung und eine Zusammenfassung der Podiumsdiskussion.
Lesen Sie außerdem im Blog den Beitrag “Trau dich – Sag was” von unserer Kongressteilnehmerin Juliane Cieslak. Die 29-Jährige Sozialarbeiterin blickt auf ihre Teenagerzeit zurück, in der sie eine Jugendgruppe gründete, um der Langeweile in ihrem Heimatort zu entfliehen. Haben Sie eine ähnliche Geschichte zu erzählen – haben ein Projekt vorangebracht, ein Dorffest organisiert oder, oder, oder – dann schreiben Sie uns frauenmachenneuelaender@familienservice.de! Wir würden auch Ihr Engagement gerne in einem Blogbeitrag vorstellen!
(Foto: wortmeer)
Das Frauen machen Neue Länder -Team wünscht allen fröhliche und besinnliche Festtage!
Herzliche Grüße
Isabel Hempel, Sabrina Ludwig und Jessica Mina-Knopp
Überall in Deutschland entwickeln Bürger innovative Ideen, um Herausforderungen wie Überalterung, Armut, Landflucht oder Bildungsnotstand anzugehen. Von diesen herausragenden Projekten erfährt jedoch außerhalb des unmittelbaren Wirkungskreises kaum jemand. Die Idee kann nicht wachsen, in andere Orte getragen werden. Hier setzt die Community-Plattform www.weltbeweger.de an. Lesen Sie einen Gastbeitrag von Bea Paeßler von Weltbeweger: Lesen Sie weiter… »
Kreativ – weiblich – gut im Geschäft! Die Kultur- und Kreativwirtschaft zählt gerade in den Neuen Ländern zu den wichtigen Sektoren der Wirtschaft. In Leipzig hat sich unter weltweiter Beachtung ein Kunstzentrum etabliert, Potsdam ist ein Mekka für die Filmbranche. In Halle/Saale befinden sich mit der Kunsthochschule Burg Giebichenstein und mit der Bauhaus-Universität in Weimar die interessantesten Institute für Kunst-, Architektur- und Medienstudentinnen und -studenten.
Janine Scharf, Angela Straube, Ariane Jedlitschka und Susan Krieger (v.l)
Lesen Sie in unserer neuen Blogausgabe die Beiträge von vier Frauen, die in den Neuen Ländern mit Erfolg in der Kreativbranche arbeiten und ihre Projekte verwirklichen! Außerdem lesen Sie einen Beitrag von Iris Kronenbitter, Leiterin der Bundesweiten Gründerinnenagentur, die u.a. Gründerinnen in den kreativen Berufen unterstützt. (Zum Lesen der Beiträge bitte runter scrollen!)
In dieser Blogausgabe möchten wir Ihnen drei Frauen aus Brandenburg vorstellen, die sich viele Jahre lang ausschließlich Familie und Kindern gewidmet haben und jetzt mit viel Energie und Erfolg zurück ins Berufsleben streben. Fernsehjournalistin Britta Quindt startet nach 10 Jahren Berufspause neu als Drehbuchautorin, Shiyue Berthold fand nach langer Familienauszeit eine Stelle im Rechnungswesen bei BASF Berlin und Gabi L. verwirklicht ihren Wunsch, als selbstständige Grafikdesignerin Fuß zu fassen. Alle drei Frauen fanden mit Hilfe der Zeuthener Akademie für Weiterbildung (ZAK) in Wildau zurück in den Beruf. Die Wildauer Akademie macht Wiedereinsteigerinnen im Rahmen des Aktionsprogrammes “Perspektive Wiedereinstiegs” des BMFSFJ fit für den Job – Grund genug, ZAK und das Aktionprogramm Perspektive Wiedereinstieg in dieser Ausgabe einmal näher vorzustellen.
IV. Kongress “Frauen machen Neue Länder – Mehr Raum für starke Frauen”
Wir werden immer älter, wir werden immer weniger – die demografische Wende ist schon heute in vielen Regionen Ostdeutschlands deutlich spürbar, sei es, weil Unternehmen es schwer haben, qualifiziertes Personal zu finden, sei es, weil die Grundschule in unmittelbarer Nähe plötzlich schließt oder der Bus noch seltener die nächste Stadt ansteuert. Den Herausforderungen des demografischen Wandels widmen wir uns beim IV. Kongress “Frauen machen Neue Länder – Mehr Raum für starke Frauen” am 27. Oktober 2011 in Leipzig, im Mediencampus Villa Ida. Wieder richten wir den Blick auf die vielen Kräfte und Ressourcen, die insbesondere die Frauen in den Neuen Ländern bereit stellen: Dynamische Frauen, die ganz selbstverständlich eine aufstiegsorientierte Berufslaufbahn anstreben und starke Antworten auf die neuen Fragen finden. Denn oft sind es die Frauen, die in wandelnden Regionen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und ihre Konzepte erfolgreich umsetzen. Die Anmeldung zur Tagung ist ab Anfang Juli 2011 möglich.
Geschichten vom „Dableiben“ und „Machen“ sind gefragt
Unsere neue Studie untersucht, inwieweit durch den demografischen Wandel Politik, Verwaltung und Wirtschaft zunehmend “femininer” werden und Frauen neue Freiräume für sich erschließen und nutzen. Denn trotz aller Herausforderungen bieten viele Regionen besondere Chancen und Raum für ungewöhnliche Ideen. Hier leben – wie wir in den vergangenen Studien gezeigt haben – selbstbewusste und starke Frauen, die die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung der Neuen Bundesländer maßgeblich gestalten.
Mit unserer Online-Befragung möchten wir Frauen ansprechen, die in schrumpfenden Regionen der Neuen Bundesländer – egal ob im Dorf oder in der Stadt – leben. Wir suchen Frauen, die Herausforderungen angepackt und die besonderen Gestaltungsmöglichkeiten genutzt haben. Ihre Geschichten vom „Dableiben“ und „Machen“ möchten wir aufzeichnen, nacherzählen und dadurch sichtbar machen.Widmen Sie uns 10 Minuten Ihrer Zeit und nehmen Sie an unserer Befragung teil! Die Ergebnisse der Befragung werden auf dem IV. Kongress in Leipzig den Teilnehmerinnen und Teilnehmern und der Medienöffentlichkeit präsentiert.
(Zum Lesen der Beiträge bitte runter scrollen!)
Entschlossene Wiedereinsteigerinnen in den Job: Shiyue Berthold, Gabi L. und Britta Quindt – Fotos: privat
Das gängige Klischee über das Leben in schrumpfenden Regionen der Neuen Bundesländern sieht so aus: Verlassene Dörfer und Kleinstädte, hohe Arbeitslosigkeit und wachsende Fremdenfeindlichkeit, immer mehr alte Menschen und flüchtende junge Frauen – Stimmt das wirklich?
Denn trotz aller Herausforderungen bieten diese Regionen besondere Chancen und Raum für ungewöhnliche Ideen. Hier leben – wie wir in den vergangenen Studien gezeigt haben – selbstbewusste und starke Frauen, die die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung der Neuen Bundesländer maßgeblich gestalten.
Mit unserer Online-Befragung möchten wir Frauen ansprechen, die in schrumpfenden Regionen der Neuen Bundesländer – egal ob im Dorf oder in der Stadt – leben. Wir suchen Frauen, die Herausforderungen angepackt und die besonderen Gestaltungsmöglichkeiten genutzt haben. Ihre Geschichten vom „Dableiben“ und „Machen“ möchten wir aufzeichnen, nacherzählen und dadurch sichtbar machen.
Wir möchten Sie herzlich einladen, an unserer Befragung teilzunehmen. Die Beantwortung der Fragen wird ca. 10 Minuten in Anspruch nehmen. Alle Antworten werden anonymisiert ausgewertet.
Wir freuen uns über eine rege Teilnahme. Bitte machen Sie auch in ihrem Umfeld auf die Befragung aufmerksam.
‘Anke Domscheit-Berg verlässt Microsoft und macht sich als Beraterin in Sachen Frauenförderung selbständig‘, lautete die Schlagzeile der letzten Woche. “Alles auf Anfang, das macht mir keine Angst, als eine, die aus dem Osten kommt”, zitierte die SZ die Berlinerin im Artikel “Frau mit Teflonschicht”. Wir wünschen Anke Domscheit-Berg viel Erfolg beim Neustart! Im FMNL-Interview zum Thema Führung erklärt Anke Domscheit-Berg u.a. welche Stereotype den Aufstieg von Frauen verhindern, was Frauen im Job zu Höchstleistungen motiviert, welche Statussymbole für eine Führungsfrau wichtig sind und wie Frauen ihren Hang zu Micromanagement besiegen.
Anke Domscheit-Berg
Redaktion FMNL:Was treibt Sie persönlich an, im Job voran zu kommen? Anke Domscheit-Berg: Ich denke, mein persönlicher Antrieb beruflich voranzukommen, ist sehr oft bei Frauen anzufinden. Ich glaube, dass Frauen meist ein komplett anderes Machtverständnis haben als der durchschnittliche Mann.
Für einen Durchschnittsmann bedeutet Macht, möglichst vielen Menschen sagen zu können, wo es lang geht, was sie tun und lassen sollen. Für eine Frau bedeutet Macht eher die Möglichkeit, weniger Menschen über sich zu wissen, die ihr sagen, was sie zu tun hat. Mehr Macht bedeutet für Frauen einen Gewinn an Autonomie, Freiheit und Unabhängigkeit. Viele Frauen wollen vor allem nach ihrem Sinn steuern und selbst etwas verändern können. Deshalb besetzen Frauen auch häufiger Stabspositionen, die zwar hierarchisch hoch angesiedelt sind und viel Einfluss ermöglichen aber denen nur wenige oder keine Mitarbeiter unterstellt sind. Männer hingegen sind eher in leitenden Positionen mit vielen Untergebenen zu finden.
FMNL: Was motiviert Frauen im Job zu Höchstleistungen? Was frustriert Frauen?
ADB: Was Frauen viel mehr antreibt als Männer ist öffentliche Anerkennung. Gleichzeitig vermissen sie gerade diese Anerkennung ganz besonders, eben weil sie diese seltener bekommen. Allerdings kümmern sie sich auch weniger als Männer darum. „Fishing for compliments“ im Job ist typisch für Männer.
Frauen in den neuen Bundesländern schaffen es häufiger in Spitzenpositionen, wie eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt. Der Vorsprung gegenüber ihren westdeutschen Kolleginnen lässt sich vor allem damit erklären, dass Frauen in den Neuen Ländern weniger in Teilzeit arbeiten und seltener und kürzer ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen, um ihre Kinder zu betreuen.
»In den letzten Jahren konnten Frauen ihre Beteiligung an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst geringfügig ausbauen«, stellt die IAB-Arbeitsmarktforscherin Corinna Kleinert in ihrer Studie fest. Vor allem in den neuen Bundesländern gelang es den Frauen deutlich öfter in Spitzenpositionen aufzusteigen: Bei Führungskräften in der Privatwirtschaft lag der Frauenanteil im Jahr 2007 bei 24 Prozent in Westdeutschland, in Ostdeutschland bei 29 Prozent. Im öffentlichen Dienst stellten ostdeutsche Frauen mit 45 Prozent sogar schon beinahe die Hälfte aller Führungskräfte.
Ostdeutsche Frauen besetzen öfter Führungspositionen
Endlich diskutiert auch Deutschland über die Frauenquote: “Wenn eine Firma alle Talente für Führungsaufgaben in den Blick nehmen muss, ändert sich auch die Sicht auf die gesamte Belegschaft”, konstatiert Arbeitsministerin Ursula von der Leyen in dieser Woche gegenüber dem Spiegel.
Denn was die Frauenrepräsentanz in Führungspositionen in der Wirtschaft angehe, sei Deutschland unter den Schlusslichtern – im internationalen Vergleich gerade auf Augenhöhe mit Indien und sogar hinter Brasilien, China und Russland.
Die Ministerin will eine Quote für Aufsichtsräte und Vorstände börsennotierter Unternehmen. Frauen und Männer sollen – so ihr Wunsch – in Zukunft jeweils zu mindestens 30 Prozent in wirtschaftlichen Machtzirkeln vertreten sein. “Mehr als die Hälfte aller Hochschulabsolventen ist weiblich. Am Nachwuchs liegt es nicht”, hält von der Leyen fest.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat heute (03.01.2010) über ihren Sprecher Steffen Seibert ausrichten lassen, es werde unter ihrer Führung “keine gesetzlich verpflichtende Quote geben”.
Wir haben uns im Netzwerk “Frauen machen Neue Länder” umgehört. Was halten die Frauen in den Neuen Bundesländern von einer Quote? Brauchen Unternehmen diese Verordnung von “oben”? Lesen Sie hier die ersten Antworten – weitere Statements folgen:
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