Posts getaggt ‘Paarhaushalte’

Top qualifiziert, aber unterrepräsentiert

Freitag, 16. Juli 2010 von Redaktion FMNL


Das DIW Berlin stellt neuen Führungskräfte-Monitor vor – mit ernüchternden Ergebnissen: Der Frauenanteil unter den Führungskräften der deutschen Privatwirtschaft stagniert bundesweit. Auch als Führungskräfte verdienen Frauen weniger als ihre männlichen Kollegen. Und in den Spitzenpositionen der großen Unternehmen sind Frauen nach wie vor kaum vertreten. Dass die Situation für Frauen, die Top-Positionen anstreben oder bekleiden, in den Neuen Ländern tendenziell besser ist, wird der III. Kongress “Frauen machen Neue Länder” am 4. November 2010 in Leipzig zeigen.

Doch zunächst zur DIW-Studie, die die bundesweiten Zahlen betrachtet: „Die Frauen haben zwar bei der Qualifikation aufgeholt, treten aber auf der Stelle“, sagte DIW-Expertin Elke Holst im Rahmen der Veröffentlichung der Ergebnisse. „Dies ist nicht nur ungerecht, sondern auch schlecht für die Wirtschaft“, sagte dazu DIW-Präsident Klaus Zimmermann. „Denn jede Frau, die beruflich nicht in die Position kommt, für die sie qualifiziert ist, kostet uns Wachstum.“ Vor allem die Familienbildung und die Segregation auf dem Arbeitsmarkt wirkten sich negativ auf die Karrierechancen von Frauen aus. Holst forderte verbindliche Zielgrößen zur Erhöhung des Frauenanteils im Management.

Viele Frauen in Top-Positionen leben gleichberechtigte Partnerschaft

Interessanterweise zeigt die DIW-Studie, dass bei immerhin knapp jeder zweiten weiblichen Führungskraft die Arbeitsteilung im Haushalt mit dem Partner gleichberechtigt organisiert ist, wenn auch nicht von einem Trend zum Rollentausch gesprochen werden kann. Frauen in Führungspositionen übernehmen laut DWI 60 Prozent der Hausarbeit in der Partnerschaft (Männer in Top-Positionen nur 20 Prozent). Dennoch: Diese Erkenntnis bestätigt eine These, die im Zentrum des III. Kongresses “Frauen machen Neue Länder – Frauenkarrieren in Ostdeutschland” und der dazugehörigen Studie am 4. November 2010 in Leipzig diskutiert wird: Erfolg braucht gute Partner! Im Privaten ebenso wie in den Unternehmen und der Gesellschaft insgesamt.

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Wille zur Unabhängigkeit tief verankert

Dienstag, 29. Juni 2010 von Redaktion FMNL

Ostdeutsche Frauen erwirtschaften häufiger ihren Lebensunterhalt selbst. Die Hausfrauenehe ist nahezu bedeutungslos. In Partnerschaften haben mehr Paare gleich hohe Einkommen als im Westen der Republik. Das zeigen die Ergebnisse einer im Juni 2010 veröffentlichten Studie der Hans-Böckler-Stiftung.


Die Zahl der Paar-Haushalte, in denen beide Partner ungefähr gleich viel zum Einkommen beitragen, ist in Ostdeutschland mit rund 44 Prozent deutlich höher als in Westdeutschland (rund 28 Prozent). Sie ist in den letzten 20 Jahren in den neuen Ländern praktisch unverändert geblieben, während sie im Westen etwas anstieg. Die übergroße Mehrheit der ostdeutschen Frauen ist wirtschaftlich für sich selbst verantwortlich.

Die Hausfrauenehe ist fast bedeutungslos. Bei knapp drei Viertel aller Paare in Ostdeutschland sind beide Partner erwerbstätig. Teilzeitarbeit spielt für Frauen im Osten ebenfalls eine geringere Rolle als im Westen. Auch 20 Jahre nach dem Mauerfall unterscheiden sich damit Paare in Ost- und Westdeutschland beim Erwerbsverhalten deutlich. Das zeigt eine Untersuchung von Dr. Christina Klenner, Forscherin am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung.

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