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„Frauen machen Politik vielseitiger“

Montag, 4. Februar 2013 von Redaktion FMNL

Sie hat in ihrer Region vieles bewegt. Dorothee Berthold ist seit 20 Jahren als Grüne Abgeordnete im Kommunalparlament des Burgenlandkreises und im Gemeinderat Lützen in Sachsen-Anhalt aktiv. Sie kämpft gegen den Braunkohleabbau in Lützen und für den Einsatz von erneuerbaren Energien. Es sollten mehr Frauen in den kommunalen Parlamenten sein. Weibliche Mentalität ist bei vielen Entscheidungen von Vorteil”, ist sie sicher.

Dorothee Berthold

Rein in die Kommunalpolitik! Was oder wer hat Ihnen den entscheidenden Anstoß gegeben?

Dorothee Berthold: Mein Mann hat 1994 enttäuscht seinen Platz im Gemeinderat unserer Kommune verlassen. Darauf kandidierte ich als Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen und bin seitdem mit vielen wichtigen Problemen konfrontiert worden: Angefangen bei einem leider erfolglosen Versuch eine dezentrale Kläranlage für unsere vier Ortsteile zu schaffen bis zum Kampf um den Schulstandort Lützen, den wir – durch die Eröffnung einer Privatschule, die nun seit einem halben Jahr gut läuft – gewonnen haben.

Was war/ist die größte Herausforderung in ihrem Amt? Was bewegt Sie? Was haben Sie bewegt

D.B.: Als Grüne beschäftigt mich besonders der geplante Braunkohlentagebau Lützen. Zum Schutz der Heimat kämpfe ich gegen dieses Vorhaben. Einerseits aus Klimaschutzgründen: Mir liegt als evangelische Pfarrerstochter die Bewahrung der Schöpfung am Herzen. Andererseits aus ökonomischen Gründen: Unsere Orte wurden mit viel Geld saniert, Abwasser gelegt usw. Energie wird schon länger exportiert, diese Exporte steigen weiter, auch aus Profitgier von Konzernen. Dies will ich nicht unterstützen und zeige stattdessen auch mit unserem Haus, wie erneuerbare Energie genutzt werden sollte.

Besonders stolz bin ich, mit viel Taktik eine Bürgerbefragung zur Akzeptanz der neuen Kommune Lützen zum Tagebau Lützen angeschoben zu haben. Dies war jahrelang versucht und immer abgeblockt worden. Die Befragung ergab eine 87 prozentige Ablehnung des Vorhabens und kann nun der Landesregierung immer vor die Nase gehalten werden, die in ihrem Energiekonzept neue Tagebaue nur mit Akzeptanz der betroffenen Bevölkerung aufschließen lassen will.


Bietet der Osten besondere Freiräume oder Gestaltungsmöglichkeiten für kommunalpolitisches Engagement?

D.B.: Ich könnte mir vorstellen, dass Frauen im Osten selbstverständlicher in den kommunalpolitischen Parteien auf- und wahrgenommen werden. Frauen am Kochtopf gibt es nun mal seit vielen Jahren – auch notgedrungen – hier weniger.

Es gibt auch in den neuen Ländern deutlich weniger Frauen als Männer in kommunalpolitischen Ämtern: Warum eigentlich?

D.B.: Oft trauen sich Frauen dies nicht so zu wie Männer. Nicht zuletzt, weil es seit jeher eine Domäne der Männer ist, am Rathaustisch zu sitzen. Auch ist es für Frauen oft schwerer, politisches Engagement mit der Familie und der Arbeit zu vereinbaren.

Bitte in einem Satz: Warum sollte „frau“ rein in die ostdeutsche Kommunalpolitik?

D.B.: Frauen sollten in kommunalen Parlamenten tätig sein, weil weibliche Mentalität bei vielen Entscheidungen von Vorteil ist. Politik kann dadurch vielseitiger erfolgen.


Dorothe Berthold wurde 1954 in Magdeburg geboren und wohnt seit 43 Jahren in Lützen. Die gelernte Pharmazieigenieurin ist verheiratet und Mitglied von Bürgerinitiativen vor Ort.

Wie geht`s weiter, Frau Ministerin?

Montag, 14. Januar 2013 von Redaktion FMNL

140 Gründerinnen, Unternehmerinnen und Expertinnen tauschten sich auf dem Kongress “Frauen machen Sachsen-Anhalt – Ich will gründen, jetzt und hier!” am 01.11. 2012 in Magdeburg aus zu den Fragen: Wie empfinde ich das Ambiente für Gründung in Sachsen-Anhalt? Welche Unterstützung brauche ich? Die Anregungen der Teilnehmerinnen wurde in einer Dokumentation festgehalten und der Ministerin für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Angela Kolb, überreicht. Wir haben die Ministerin gefragt, wie sie die Ergebnisse des Kongresses in ihre politische Arbeit einfließen lässt.

Angela_Kolb

Moderatorin Kerstin Palzer (rechts) überreichte auf dem 5. Kongress Prof. Angela Kolb, Ministerin für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt, die Ergebnisse der Arbeitsgruppen. "Der große und unterschiedliche Kreis der Teilnehmerinnen bot einen konstruktiven Gedankenaustausch mit vielen wertvollen Erkenntnissen und Hinweisen für alle Beteiligte", sagte die Ministerin.

Prof. Angela Kolb: „Die Durchführung des Kongresses „Frauen machen Sachsen-Anhalt – Ich will gründen, jetzt und hier!“ wird auch für die hiesigen Akteurinnen und Akteure als eine Bereicherung angesehen. Der große und so unterschiedliche Kreis der Teilnehmerinnen bot einen konstruktiven Gedankenaustausch mit vielen wertvollen Erkenntnissen und Hinweisen für alle Beteiligte. Die Evaluationsbögen boten für das Ministerium für Justiz und Gleichstellung zudem im Nachgang noch einmal die Möglichkeit, sich detailliert mit den Anregungen und Wünschen der Kongressteilnehmerinnen auseinander zu setzen.
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Dialogkonferenz: Sie überlegen zu gründen?

Montag, 8. Oktober 2012 von Redaktion FMNL

Am 01. November 2012 fand der Kongress “Frauen machen Sachsen-Anhalt – Ich will gründen, jetzt und hier!” im Kulturwerk-fichte in Magdeburg statt. Der erste Regionalkongress der Initiative „Frauen machen Neue Länder“ brachte erfahrene Unternehmerinnen, Frauen in der Gründungsphase, Gründungsinteressierte, Expertinnen aus Unterstützungsprogrammen und politische Entscheidungsträgerinnen in den Dialog! In einem ganz neuen Kongressformat, moderiert von der Kommunikationsexpertin Karolina Iwa.

Sehen Sie hier unseren Trailer zum Kongress, produziert von Vorlaut))Film, einer jungen Filmproduktionsfirma aus Magdeburg.

Was fehlt Ihnen noch zur Gründung?

Samstag, 11. August 2012 von Redaktion FMNL

Unter dem Titel “Frauen machen Sachsen-Anhalt – Ich will gründen jetzt und hier!“ findet am 01. November 2012 in Magdeburg der erste Regionalkongress der Initiative „Frauen machen Neue Länder“ statt. Frauen in der Gründungsphase und erfahrene Unternehmerinnen und Experten aus Sachsen-Anhalt kommen auf der Tagung ins Gespräch!

Im Kulturwerk Fichte, einer geschichtsträchtigen und atmosphärischen Location in Magdeburg, werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein neues, dialogorientiertes Kongressformat erleben. Machen Sie mit und seien Sie dabei! Melden Sie jetzt kostenfrei zum Kongress an unter www.frauenmachenneuelaender.de/anmeldung

Aktuelle Informationen zu Kongress, Studie und Blog erhalten Sie auf unserer Facebook-Fanseite unter: http://www.facebook.com/frauenmachenneuelaender


Außerdem stellen wir Ihnen in dieser Blogausgabe drei Unternehmerinnen aus Sachsen-Anhalt vor, die bewusst in ihrer Heimat gegründet haben:

Ein_schoener_Land

Jeannette Krüger (Foto: Mitte) begann vor 13 Jahren in ihrer Garage in Magdeburg ein Unternehmen aufzubauen, das heute bundesweit acht Filialen hat. Ihre erfolgreiche Geschäftsidee: Eine Finanzbuchhaltung speziell für das Hotel- und Gaststättengewerbe. Astrid Kriege-Steffen zog es nach dem Studium in Gießen zurück nach Sachsen-Anhalt. In Haldensleben arbeitet sie heute selbstständig als Ernährungsberaterin. “Nicht zuletzt, weil es hier weniger Konkurrenz gibt“, sagt die 30-Jährige (Foto: links). Für Leona Kreiser war schon während des Abiturs klar: Ich will eine Eventagentur gründen. “In Magdeburg passiert kulturell Einiges. Ich möchte ein Teil davon sein”, sagt die 26-Jährige. Im Februar 2012 gründete sie Kreiser Events.

“Mein Antrieb? Purer Idealismus!”

Freitag, 10. August 2012 von Redaktion FMNL

Vor 13 Jahren begann Jeannette Krüger in ihrer Garage in Magdeburg ein Unternehmen aufzubauen. Ein Jahr später gewann sie bereits den Deutschen Gründerpreis. Mit der Idee einer Finanzbuchhaltung speziell für das Hotel- und Gaststättengewerbe ist GastroFiB deutschlandweit einzigartig. Heute zählt das Unternehmen acht Niederlassungen bundesweit. „Ich bin stolz darauf, hier in meiner Heimat dieses Unternehmen aufgebaut zu haben“, sagt Jeannette Krüger.

Geschäftsführerin Jeannette Krüger

Jeannette Krüger: „Mit 23 Jahren, als Wendekind, suchte ich neue Orientierung und konnte 7 Jahre in der Firma meines heutigen Mannes, die Welt des Unternehmertums mit allen Höhen und Tiefen kennen lernen. Mehr aus familiären, als aus geschäftlichen Gründen, machte ich mich dann als Einzelunternehmerin in der Garage selbstständig. Es war purer Idealismus, der mich antrieb und aus den gemachten Erfahrungen wollte ich Einiges anders machen. Was mir auch gelang. Ich ließ mich von keiner Bank „verhaften“, machte mich nicht abhängig von Fördermitteln und lebte meine Überzeugungen in der Kunden- und Mitarbeiterkultur.

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“Ich möchte das Leben hier mitgestalten!”

Donnerstag, 9. August 2012 von Redaktion FMNL

Leona_KreiserSchon während des Abiturs war für Leona Kreiser klar: Sie will eine eigene Eventagentur gründen. Im Februar 2012 ließ die 26-Jährige ihren Traum Wirklichkeit werden und gründete die Eventagentur KREISER EVENTS in Magdeburg. Eine andere Stadt kam für sie nicht in Frage. “Seit einigen Jahren passiert hier in Magdeburg kulturell einiges. Ich möchte ein Teil davon sein”, sagt Leona Kreiser.


Leona Kreiser: „Der Traum einer eigenen Eventagentur schlummerte schon seit dem Abitur in meinem Kopf. Nach meinem Studium und einer Ausbildung für Messe- und Eventmanagement habe ich mich dann bewusst dafür entschieden in meiner Heimatstadt Magdeburg eine Eventagentur zu gründen. Ich finde es spannend, das kulturelle Leben der Stadt mitgestalten zu können.

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“Hier gibt es wenig Konkurrenz!”

Donnerstag, 9. August 2012 von Redaktion FMNL

Mit einer tollen Geschäftsidee zog es Jungunternehmerin Astrid Kriege-Steffen zurück in ihre Heimat Sachsen-Anhalt. „Der Wunsch als freiberufliche Ernährungsberaterin in Haldensleben zu arbeiten, wuchs bereits während meines Studiums in Gießen“, sagt die 30-Jährige. Mit der Unterstützung von Familie, Freunden und Gründerinnennetzwerken wie den ego.Piloten und JuEx setzte sie ihre Idee in die Tat um.


Astrid_Kriege_SteffenAstrid Kriege-Steffen: „Der Wunsch als freiberufliche Ernährungsberaterin in Haldensleben zu arbeiten, wuchs bereits während meines Studiums. Das motivierte mich, ein Praktikum in der Zentrale des Studios für Ernährungsberatung Dr. Ambrosius in Wiesbaden zu absolvieren – ein Netzwerk von freiberuflich tätigen Ernährungsberaterinnen, welche in ganz Deutschland arbeiten. Der Vorteil dieses Netzwerkes besteht in einem intensiven Informationsaustausch zwischen den Netzwerkmitgliedern sowie in der Bereitstellung von qualifizierten und von Krankenkassen anerkannten Beratungsmaterialien.

Vielzahl an Unterstützungsmöglichkeiten für Gründerinnen

Ich werde mich diesem Netzwerk anschließen und in Haldensleben, meiner Heimatstadt, ein eigenes Studio für Ernährungsberatung gründen. Familie, Freunde und Bekannte sind in unmittelbarer Nähe, um mein Vorhaben tatkräftig zu unterstützen, sei es durch zuhören bei Problemen, Weitergabe von interessanten Informationen, Mund-zu-Mund-Propaganda und vielem mehr. Ein weiterer Grund, warum für mich nur Haldensleben für meine Existenzgründung in Betracht kommt ist, dass es im Bereich der qualifizierten Ernährungsberatung in der Region nur wenig Konkurrenz gibt.

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Kongress „Frauen machen Neue Länder“ geht in die fünfte Runde

Dienstag, 10. Juli 2012 von Redaktion FMNL

am Donnerstag, den 01. November 2012, Kulturwerk Fichte, Fichtestraße 29A, Magdeburg


Die Kongressreihe „Frauen machen Neue Länder“ geht weiter und nimmt künftig stärker die regionalen Herausforderungen in den Blick. Von 2008 bis 2011 fand die jährliche Kongressreihe einen festen Tagungsort in Leipzig. Innerhalb dieses Zeitraumes wurde gemeinsam mit dem Beauftragten der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer die Idee entwickelt, zukünftige Kongresse als “Tournee” durch die neuen Bundesländer wandern zu lassen. Kongresse und Studien sollen so entwickelt werden, dass regionale Akteurinnen besser eingebunden und landesspezifische Besonderheiten im Hinblick auf Lebensweisen von Frauen näher betrachtet werden können.

Der fünfte Kongress findet am 1. November 2012 erstmals in Magdeburg auf Einladung des Beauftragten der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer gemeinsam mit dem Land Sachsen-Anhalt statt. Das Thema des diesjährigen Kongresses und der Studie ist „Existenzgründungen von Frauen in Sachsen-Anhalt – Rahmenbedingungen und Haltefaktoren“ (Arbeitstitel).


Neuer Kongress – neues Format!

Auf dem fünften Kongress werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein neues, dialogorientiertes Kongressformat erleben. Referierende und Teilnehmende sollen die Möglichkeit haben, die Inhalte der Tagungen mitzugestalten und mehr Raum für Austausch erhalten. Im Mittelpunkt der Tagung steht der persönliche Dialog zwischen den Teilnehmerinnen und erfahrenen Frauen: Frauen aus der Mitte des Berufsalltags, die mit Erfolg ihre Karriere und ihr Privatleben gestalten, Absolventinnen, die eine Geschäftsidee mit Erfolg umgesetzt haben, jungen Führungsfrauen, die die Karriereleiter erklimmen und zugleich das Familienleben meistern oder gestandenen Unternehmerinnen mit bunter Berufsbiografie.

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