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studie 2013 "Frauen machen Thüringen"


 

 

Studie 2012 "Ich will gründen, jetzt und hier!"

 

 

Studie 2011 "Mehr Raum für starke Frauen!"

 

 

Studie 2010 "Frauenkarrieren in Ostdeutschland"

 

 

Studie 2009 "Stark durch die Krise"

 

Studie 2008 "Erfolgreich in Ostdeutschland"

 

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Studie 2013

"Frauen machen Thüringen – Durchstarten in Wissenschaft und Forschung!"

 

In Thüringen müssen Frauen, die eine wissenschaftliche Karriere anstreben, Hürden nehmen. Das Land ist als Forschungsstandort gut etabliert, im bundesweiten Gleichstellungsranking rangieren die Hochschulen Thüringens trotz exzellenter Studienbedingungen und hoher Familien
freundlichkeit jedoch auf den letzten Plätzen. Auch in außeruniversitären 
Forschungseinrichtungen und forschungsnahen Unternehmen besetzen nur wenige Frauen Führungspositionen.

Die Studie „Frauen machen Thüringen – Durchstarten in 
Wissenschaft und Forschung" – die im Rahmen des gleichnamigen 
Kongresses am 4.11.2013 im Jenaer Volksbad präsentiert wurde – stellt in Porträts die Werdegänge von zwölf Thüringer Wissenschaftlerinnen vor.

 

In Interviews mit Schlüsselpersonen der Thüringer Wissenschaft und Wirtschaft werden zudem 
Antworten auf u.a. folgende Fragen gefunden: Wie kann es gelingen, den Anteil 
von Frauen in Führungspositionen in den Hochschulen des Freistaates deutlich zu erhöhen? Welche Hürden müssen Wissenschaftlerinnen auf Erfolgskurs überwinden? Bleibt Platz für die Familienplanung? Welchen Herausforderungen stellen sich Doppel-Karriere-Paare? Und welche Chancen bietet die Thüringer Wirtschaft Wissenschaftlerinnen? Darüber hinaus wertet der Forschungsbericht amtliche Statistiken neu aus.

 

Zentrale Ergebnisse der Studie
 

Gute Aufstiegschancen für Ingenieurinnen Vergleichsweise gute Chancen für einen Aufstieg in der Wissenschaft haben Frauen in Thüringen in den Ingenieurwissenschaften: Sowohl unter den Absolventinnen, wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen sowie Promovendinnen liegt der Frauenanteil hier über dem Bundesdurchschnitt (Bund 17 %, Thüringen 23 %). Dies spiegelt sich aber nicht in den Professuren der Ingenieurwissenschaften wider: Sowohl bundesweit als auch im Freistaat sind davon nur knapp 10 Prozent weiblich besetzt.

 

Wissenschaftsstandort Thüringen – gut aufgestellt und familienfreundlich


Thüringen verfügt über eine gut ausgebaute Forschungslandschaft: Neun staatliche Hochschulen, die Einrichtungen von vier überregionalen Forschungsgemeinschaften und etliche außeruniversitäre Forschungsinstitute tragen zum guten Ruf des Landes als Technologie- und Wissensstandort bei. In bundesweiten Hochschulrankings belegen die TU Ilmenau, FSU Jena und FH Schmalkalden kontinuierlich Spitzenpositionen. Besonders in den Ingenieurwissenschaften punkten die Hochschulen des Freistaates. Mit flachen Hierarchien, kurzen Wegen und guten Kinderbetreuungsangeboten sind die Thüringer Hochschulstandorte zudem sehr familienfreundlich. Allein die guten Standort- und Rahmenbedingungen führen aber nicht dazu, dass mehr Frauen als im Bundesdurchschnitt an Thüringens Hochschulen lehren und forschen.

 

Periphere Hochschulstandorte attraktiver machen

 

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Studie 2013

"Frauen in der Kommunalpolitik der neuen Länder"


Das Bundesministerium des Innern hat die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit Unterstützung von Business and Professional Women (BPW) Germany e.V. beauftragt, die Forschungsstudie "Frauen in der Kommunalpolitik der neuen Länder" durchzuführen.

 

Das Forschungsvorhaben untersucht das kommunalpolitische Engagement von Frauen in den neuen Bundesländern und ihre Rolle bei der Gestaltung der kommunalen Herausforderungen. Dazu erfolgt eine umfassende statistische Analyse der Ausgangssituation in Gemeinden unter 50.000 Einwohnern. Zur vertiefenden Betrachtung werden Leitfaden gestützte Interviews mit ehren- und hauptamtlichen Kommunalpolitikerinnen geführt.

 

Dabei stehen folgende Fragen im Mittelpunkt: Welche Motivation haben Kommunalpolitikerinnen, sich kommunal zu engagieren? Welche Faktoren hemmen bzw. fördern kommunalpolitisches Engagement? Welche Rahmenbedingungen und Maßnahmen begünstigen kommunalpolitisches Engagement?

 

Die Ergebnisse wurden in einem Workshop mit Kommunalpolitikerinnen, Vertretern von Wissenschaft und öffentlicher Institutionen reflektiert und daraus konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet. Die Studie wurde auf dem VI. Kongress am 25. April 2013 präsentiert und diskutiert. Ziel der Studie und des Kongresses war es, mehr Frauen für die Kommunalpolitik insbesondere in den neuen Bundesländern zu gewinnen.

studie 2012

"Neue Gründerzeit – zielstrebig, selbstbewusst ... weiblich!"


Die Studie zum ersten Regionalkongress der Initiative „Frauen machen Neue Länder" untersucht weibliches Gründungsgeschehen in Sachsen-Anhalt. Im Mittelpunkt stehen die Erfolgsgeschichten von zwölf Gründerinnen und Unternehmerinnen. Darüber hinaus wertet die Studie bereits vorhandene Statistiken regionalspezifisch aus und bezieht sich auf Interviews mit Expertinnen und Experten zum Thema Gründung in Sachsen-Anhalt.

Uta Bauer präsentierte die Studie im Rahmen des V. Kongresses "Frauen machen Sachsen-Anhalt" am 01. November 2012 im Kulturwerk-fichte in Magdeburg (Foto: Sylvie Weisshäupl).



Die wichtigsten Ergebnisse


Sachsen-Anhalt beim Frauenanteil an Gründungen bundesweit Spitze. Frauen sind bei einer insgesamt niedrigen Gründungsneigung in Sachsen-Anhalt stärker am Gründungsgeschehen beteiligt als in anderen Bundesländern. Ihr Anteil an allen Selbstständigen im Land liegt mit 34,5 Prozent auf einem vergleichbaren Niveau mit den Stadtstaaten Bremen, Berlin, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern.

 

Die Selbstständigkeit ist für Frauen aus den neuen Bundesländern eine „echte" Alternative zur abhängigen Beschäftigung. Sie gründen überwiegend im Vollerwerb, westdeutsche Frauen hingegen eher im Neben- und Zuerwerb.

 

„Weil ich hier zu Hause bin". Die Heimatbindung veranlasst Frauen, in Sachsen-Anhalt ihre Selbstständigkeit aufzubauen. Woanders als in ihrer Heimat zu gründen, stand für den Großteil der interviewten Frauen nie zur Debatte. Fast alle stammen aus den Regionen des Landes. Private und berufliche Kontakte waren besonders hilfreich für die Gründung.

 

Frauen kehren mit neuen Schwung und Ideen nach Sachsen-Anhalt zurück. Auswärts lernen und studieren ist das Ziel vieler junger Frauen in Sachsen-Anhalt. Hochqualifiziert kehren sie zurück und gründen mit neuen Ideen und viel Elan in ihrer Heimat – erstaunlich oft in den ländlichen Regionen. Diese Rückkehrerinnen sind ein Potenzial auf das Sachsen- Anhalt noch stärker setzen kann.

 

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Studie 2011

"Mehr Raum für starke Frauen!"

 

Die ostdeutschen Bundesländer zeigen schon heute, wie der demografische Wandel durch kreative und unkonventionelle Handlungsmodelle zu bewältigen ist. Denn trotz aller Herausforderungen bieten die schrumpfenden Regionen besondere Chancen und Raum für ungewöhnliche Ideen. Insbesondere Frauen nutzen die Veränderungsprozesse und werden zu wichtigen Schlüsselpersonen in der Gestaltung der Gesellschaft von morgen: Sie knüpfen starke Netzwerke, tragen soziale Verantwortung und begegnen bürokratischen Hürden mit unkonventionellen und kreativen Lösungen.

 

Die Erkenntnis, dass es dabei auf das Engagement jeder einzelnen Frau ankommt, motiviert vor allem "Rückkehrerinnen": Qualifizierte junge Frauen, die nach Ausbildung oder Studium zurück in ihre Heimatorte kehren und mit neuen Ideen das Ruder übernehmen. Ältere Frauen spielen in den Neuen Bundesländern vor allem in Politik und Verwaltung eine bestimmende Rolle.

 

Das sind in die wichtigsten Ergebnisse der Studie "Mehr Raum für starke Frauen", für die 371 Frauen in den Neuen Ländern im Rahmen einer Online-Umfrage befragt wurden, davon 250 Frauen aus ländlichen Regionen und Klein- und Mittelstädten. Darüber hinaus stellt die Studie14 Frauen in Porträts vor, die mit ihren Projekten und Unternehmen in unterschiedlichen Wirtschaftsbranchen und Gesellschaftsbereichen direkt auf den demografischen Wandel reagieren und positive Veränderungsprozesse vorantreiben. Die Studie wurde im Auftrag des Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer von der pme Familienservice GmbH realisiert.

 

Not macht erfinderisch – Innovationsvorsprung Ost

 

Ausgerechnet in Regionen wie zum Beispiel der Prignitz oder der Uckermark, denen nach rein ökonomischen Kriterien keine große Zukunft vorausgesagt wird, leben besonders kreative Frauen. „Not macht erfinderisch" könnte die passende Antwort sein: Zahnärztin Dr. Kerstin Finger fährt mit ihrer "Praxis auf Rädern" durch die Dörfer in der Uckermark und behandelt ältere Patienten in deren eigenen vier Wänden. Innenarchitektin Christina Tast inszeniert alljährlich Opernvorstellungen in Klein Leppin: Darsteller sind neben Profimusikern die Einwohnerinnen und Einwohner des Dorfes, Spielort ein ehemaliger Schweinestall. Jana Reiche gründete in der 220-Seelen-Gemeinde Baek in der Prignitz erfolgreich eine Schule nach reformpädagogischem Konzept. Iris Feldmann ist Projektleiterin der Bioenergie Region Ludwigsfelde, deren Ziel ist es, Energieprojekte mit viel Bürgerbeteiligung anzustoßen und umzusetzen (z.B. Biogasanlagen, Windkraft).



Frauen nehmen wichtige Schlüsselfunktionen ein

 

Unsere Onlinebefragung zeigt: Die Frauen, die in ihren Heimatorten bleiben, zeichnen sich durch ein erstaunlich hohes Verantwortungsbewusstsein aus. Sie übernehmen das Ruder in den Verwaltungen oder in der Kommunalpolitik, gründen eigene Firmen oder investieren in soziale Infrastruktureinrichtungen (Dorfläden, Schulen, Kitas). Statistische Werte zeigen: Fast die Hälfte (45%) der Führungskräfte im öffentlichen Dienst der neuen Bundesländer sind weiblich, manche Kreisverwaltungen oder Kommunalverwaltungen sind fest in Frauenhand. In den Landkreisen Ludwigslust, Nordwestvorpommern und Rügen regieren inzwischen mehr Bürgermeisterinnen als Bürgermeister. Die Gründe dafür liegen in der guten Ausbildung, der kontinuierliche Erwerbsbeteiligung und der durch die Wendeerfahrung gewonnenen beruflichen Flexibilität der Frauen.

 

Kreativ und unkonventionell

 

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Studie 2010

„Das volle Leben! Frauenkarrieren in Ostdeutschland"
 

Die Ergebnisse der aktuellen Studie "Das volle Leben! Frauenkarrieren in Ostdeutschland" wurden am 04.11.2010 in Leipzig auf dem III. Kongress "Frauen machen Neue Länder – Frauenkarrieren in Ostdeutschland" vorgestellt. Die Studie wurde im Auftrag des Beauftragten der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer in Kooperation mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend von der pme Familienservice GmbH realisiert.

 

Susanne Dähner (Foto) und Uta Bauer präsentieren die Studie "Das volle Leben! Frauenkarrieren in
Ostdeutschland" im Rahmen des III. Kongresses "Frauen machen Neue Länder" am 4. November 2010
im Mediencampus der Villa Ida in Leipzig (Foto: Sylvie Weisshäupl)

 

Ostdeutsche Frauen und ostdeutsche Männer bleiben dabei: Berufliche Entwicklung beider Partner und Kinder gehören zum gemeinsamen Lebensglück. Das ist ein zentrales Ergebnis der Studie „Das volle Leben! Frauenkarrieren in Ostdeutschland". Damit haben Frauen und Männer in den Neuen Ländern einen Gleichstellungsvorsprung: Männer sind damit aufgewachsen, dass Frauen vollberufstätig und Kinder selbstverständlich sind. Diese Normalität zeichnet die ostdeutschen Partnerschaften aus.

 

Frauen in den Neuen Ländern halten unbeirrt an ihrer hohen Erwerbsneigung fest. Ob allein erziehend oder in Partnerschaft lebend: Jede zweite erwerbstätige Frau in den Neuen Ländern mit jüngstem Kind unter 15 Jahren arbeitete im Jahr 2008 in Vollzeit, doppelt so viele wie in den alten Bundesländern (Vollzeitquoten von Müttern 2008: Ost 53%, West 22%).
 Das liegt vor allem daran, dass die Akzeptanz des gesellschaftlichen und unternehmerischen Umfelds für das berufliche Engagement von Frauen, auch wenn sie Mütter sind, in den Neuen Ländern deutlich höher ist als in den alten Bundesländern.

 

Diese Akzeptanz erleichtert Frauen in den Neuen Ländern den Einstieg in Führungspositionen. 2008 besetzten Frauen hier 30% der Führungspositionen, in den alten Bundesländern 24% (SÖSTRA 2009). In der Breite haben Frauen in den Neuen Ländern außerdem deutlich eher die Chance, auch als Mutter eine mittlere Führungsposition zu besetzen. Generell können Führungsfrauen in Ostdeutschland private Lebensziele leichter verfolgen und das „volle Leben" mit Karriere, Kind und Partnerschaft verwirklichen. Die Vereinbarung von beruflicher Karriere und Familiengründung ist gesellschaftlich anerkannt. Für Mütter, die ambitioniert eine Berufslaufbahn verfolgen, entfällt der Rechtfertigungsdruck gegenüber dem privaten und beruflichen Umfeld.



Ostdeutsche Führungsfrauen haben öfter Kinder

 

Es ist anzunehmen, dass dies der Grund dafür ist, dass weibliche Führungskräfte in den Neuen Ländern wesentlich häufiger Familie und Kinder haben als in den alten Bundesländern: 70% der ostdeutschen Managerinnen aber nur 36% der westdeutschen haben ein oder zwei Kinder (Sekundäranalyse Wippermann 2010). Dieser dramatische Unterschied zeigt deutlich, dass Frauen in den Neuen Ländern sich nicht auf ein einseitiges Lebensmodell festlegen müssen. In den alten Bundesländern sehen sich Frauen viel eher mit einer Entscheidung zwischen Kind und Karriere konfrontiert. Im Westen sind mit 22% doppelt so viele Frauen, die zwischen 1964 und 1968 geboren wurden, kinderlos (Ost 11%) (IW Köln 2009). Ein weiterer signifikanter Unterschied ist, dass ostdeutsche Führungsfrauen wesentlich häufiger verheiratet sind (Ost 61%, West 47%). „Nur" 23% von ihnen leben ohne Partner (West 31%). (Sekundäranalyse Wippermann 2010).


Die Ehe scheint für Frauen im Osten eher karrierefördernd, im Westen eher bremsend zu sein. Bemerkenswert ist dies insofern, als dass im Osten weniger geheiratet wird und mehr Kinder in unverheirateten Partnerschaften zur Welt kommen. 2009 wurden in den Neuen Ländern 61% der Kinder ohne Trauschein geboren (West 26%).

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Studie 2009

Frauen in den neuen Bundesländern – gut positioniert in der Bewältigung der Wirtschaftskrise


Ostdeutsche Frauen sind Krisengewinnerinnen. Von der derzeitigen Wirtschafts- und Finanzkrise profitieren die ostdeutschen Frauen. "Die Frauen im Osten werden nicht vom Arbeitsmarkt gefegt, der Verlierer der Krise ist der westdeutsche Mann", erklärten Uta Bauer und Susanne Dähner, Autorinnen der Studie zum II. Kongress "Frauen machen Neue Länder - Stark durch die Krise" auf der Tagung am 25.06.2009 in Leipzig.

 

Immer weniger Frauen sind arbeitslos. Die Arbeitslosenquote von ostdeutschen Frauen ist im März 2009 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,7 Prozent gesunken. Die Quote arbeitsloser Männer im Westen stieg hingegen um mehr als 12,1 Prozent. Ein Grund dafür ist die überwiegende Beschäftigung von Frauen im weniger konjunkturanfälligen Dienstleistungssektor. Insgesamt hat der Osten Deutschlands in der Krise einen konjunkturellen Vorteil, weil die dortige Wirtschaft kleinteiliger und dadurch flexibler ist.

 

Ostdeutsche reagieren dank der Wendeerfahrung gelassener auf die Krise

 

Die meisten der Ostdeutschen haben nach der Wende Beruf oder Arbeitgeber wechseln müssen. Vor allem weibliche Führungskräfte im Osten sehen die Krise eher als sportliche Herausforderung und weniger als Bedrohung.

 

 

Frauen - die besseren Krisenmanager?

 

Ostdeutschland kommt zugute, dass der Frauenanteil in den Chefetagen der Unternehmen mit 30 Prozent in der obersten Führungsebene höher ist als im Westen. Dort stagniere der Anteil seit vier Jahren bei 24 Prozent. In der zweiten Führungsebene ist der Abstand mit 44 zu 34 Prozent noch deutlicher. Den Frauen trauen die Ostdeutschen zudem eher zu, die Krise zu meistern: In einer Umfrage von infratest dimap erklärten 60 Prozent der Befragten im Osten Frauen für die besseren Krisenmanager, während nur 15 Prozent dies den Männern zutrauen.

 

Die Studie wurde von Bundesminister Wolfgang Tiefensee, Ressortleiter für die neuen Länder, beauftragt und vom pme Familienservice GmbH Partner für Mitarbeiterentwicklung, durchgeführt.
 

Studie 2008

"Lebenssituation und Perspektiven junger Frauen in den neuen Bundesländern - Forschungsstand"


Junge Frauen in Ostdeutschland sind mobiler, besser qualifiziert, moderner und anspruchsvoller als viele junge Männer im Osten und als viele Frauen im Westen – zeigt die Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Sie machen häufiger Abitur als ihre Altersgenossinnen in Westdeutschland und hängen gleichzeitig ostdeutsche Männer in Punkto Bildungsniveau deutlich ab. Zudem streben sie trotz schwieriger Arbeitsmarktlage und geringerer Einkommen stärker nach Erwerbstätigkeit und finanzieller Unabhängigkeit als Frauen in Westdeutschland. Sie tragen mehr zum Haushaltseinkommen bei, sind also unabhängiger als westdeutsche Frauen. Auch die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern sind im Osten wesentlich geringer als im Westen, während sich zugleich in den neuen Bundesländern proportional mehr Frauen in einer Führungsposition befinden.

 

Der Osten liegt also vor dem Westen was die gesellschaftliche Rolle von Frauen angeht und dies liegt nicht zuletzt an der viel besseren Kinderbetreuungssituation in den neuen Bundesländern, die es Frauen erlaubt, ihre beruflichen Ambitionen auch im Beisein von Kindern zu verfolgen. Denn die frühe außerhäusliche Betreuung von Kindern ist in Ostdeutschland von allen Generationen anerkannt, das „Rabenmutter"-Klischee ist hier fremd.

 

Junge Frauen sind die mobilste Bevölkerungsgruppe der neuen Bundesländer und verlassen häufiger als ihre männlichen Altersgenossen ihre Heimat in Richtung alte Bundesländer, fehlen also insbesondere in ländlichen Räumen als potenzielle Mütter und qualifizierte Arbeitskräfte. Allerdings eröffnen sich gerade für junge Frauen Dank ihrer guten Qualifikationen, des Ausbaus des Dienstleistungssektors und der demografisch bedingten Schrumpfung des Arbeitskräfteangebots zunehmend gute Karrierechancen in Ostdeutschland. Und in der Tat zieht es junge ostdeutsche Frauen zunehmend auch in die urbanen Wachstumskerne Ostdeutschlands, wo sie aktiv die Zukunft der neuen Länder mitgestalten können.

Die Ergebnisse der Studie wurden im Rahmen des Kongresses „Frauen machen Neue Länder – Erfolgreich in Ostdeutschland" und in einem Pressegespräch am 07. November 2008 vorgestellt.