„Ohne Idealismus geht es nicht!"

Bei Anka Büchler dreht sich beruflich alles um Kunst, Design und Antiquitäten. Auf Flohmärkten und dem heimischen Dachboden entdeckte sie ihre Liebe zu altem Porzellan. Aus ihrer Leidenschaft wurde eine Geschäftsidee: Omas feine Sammeltassen und andere schöne Geschirrstücke wie Zuckerdosen und Teekannen funktioniert die Künstlerin zu dekorativen Recycling-Lampen um. 2012 gründete sie ihr Unternehmen „Nordlicht" in Halle/Saale. „Ich sehe viele Vorteile in einem jungen, kleinen und unabhängigen Unternehmen", sagt Anka Büchler.

 

„1983 wurde ich in Wismar an der Ostsee geboren. Daher lag der Name meines Studios ‘Nordlicht' nahe. Noch in meiner mecklenburgischen Heimat absolvierte ich eine Ausbildung zur Grafikdesignerin, bevor ich dann 2005 zum Studium ins Ostsee-ferne Halle kam. Hier studierte ich Kommunikationsdesign an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und sammelte nach meinem Studienabschluss 2009 erste Arbeitserfahrungen in Berliner und Hallenser Agenturen.

Allerdings lernte ich schon bald als Berufseinsteigerin die Probleme des heutigen Arbeitsmarktes kennen und entschloss mich im April 2012 schließlich, meinen beruflichen Erfolg selbst in die Hand zu nehmen und den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.

 

Schon während des Studiums hatte ich mit den Vorteilen eigenständiger Arbeit geliebäugelt: die nun neu geschaffene Unabhängigkeit erlaubte mir etwa die freie Einteilung von Zeit und Arbeitspensum, als Jungunternehmerin konnte ich mir meine Projekte selbst aussuchen und unterschiedliche Dinge ausprobieren.

 

Die Geschäftsidee: Von Omas altem Porzellan zur trendigen Lampe

 

So gesehen, stellten sich die zwischenzeitlichen Umwege rückblickend als notwendige Etappen zu meiner Gründungsentscheidung heraus. Ohne Zweifel gehört immer eine Portion Idealismus zum Gründen dazu. Ich selbst, würde mich als optimistisch, aber auch als ungeduldig beschreiben. Doch in meiner Ungeduld sehe ich sogar Vorteile: Aus ihr schöpfe ich die Energie, die ich brauchte, um mich in das Abenteuer der Gründung zu wagen und den Elan, anstehende Dinge zu erledigen.


Die Liebe zu altem Porzellan und die Inspiration zur Produktlinie „Fantassima" entdeckte ich auf Trödelmärkten und dem heimischen Dachboden, auf dem wohl jede Familie aussortiertes Geschirr verstaut. Hinter der Umnutzung des alten Porzellans steht allerdings nicht nur eine nostalgische Ader, sondern vielmehr ein ganz aktueller Aspekt: das Recyceln und Verwerten von Konsumgütern unserer schnelllebigen Gesellschaft. Wie könnte man scheinbar wertlos gewordene Materialien nachhaltig nutzen?


Meine Antwort darauf ist nicht nur umweltschonend, sondern dekorativ zugleich. Angelehnt an diesen Gedanken fand im Juni die Ausstellung "Cirling Matters" trash-is-treasure.de in Halle statt, bei der 17 unterschiedliche Hänge-Leuchten von mir zu sehen waren. Auf Wunsch meiner Kunden arbeitete ich aber auch gerne die von der eigenen Oma geerbten Lieblingsstücke zur Unikat-Lampe um. Künftig kann ich mir auch vorstellen, kleine Cafés oder Bars mit meinen Lampen auszustatten.

 

„Ich schätze das Netzwerk aus meinen Studententagen. Man bekommt schnell mit, was in der kreativen Szene passiert"

 

Die Zukunft von „Nordlicht" sehe ich in einem guten Licht, da ich viele Vorteile und vielversprechende Zukunftschancen in einem jungen, kleinen und unabhängigen Unternehmen sehe. Langfristig möchte ich mich gerne räumlich verändern: Ein Gemeinschaftsatelier soll dann die Arbeit vom privaten Bereich trennen, denn zuhause werkelt man oft nur als Einzelgänger und vermisst den regen Austausch mit anderen Gestaltern. Daher schätze ich das hier ansässige Netzwerk aus meinen Studententagen, das auch ganz pragmatische Vorteile bietet: mögliche Tauschgeschäfte oder projektbezogene Ergänzung der eigenen Kompetenzen durch andere Gestalter. Die Nähe zur Universität und die anhaltende Unterstützung untereinander im sozialen und professionellen Netzwerk ist auch ein Grund, warum ich gerne in Halle lebe und arbeite. Die Größe der Saalestadt lässt einen regen Informationsaustausch zu, man bekommt schnell mit, was in der kreativen Szene Neues passiert und findet schnell potentielle Kooperationsmöglichkeiten.


Die Fähigkeit, auf neue Leute zuzugehen – ein „offenes Unternehmerwesen" zu haben –, sehe ich zudem als grundlegende Eigenschaft von Nachwuchsgründern. Neugierig sein, sich Neues (zu-)zutrauen und auszuprobieren, aber auch eine gute Vorbereitung und Beratung von Expertenseite sind für das erfolgreiche Gründen unverzichtbar."

 

Lernen Sie „Fantassima" und andere kreative Produkte von „Nordlicht" unter http://www.anka-buechler.de kennen.