Zu Gast im Deutschlandfunk

Isabel Hempel von Frauen machen Neue Länder und Susanne Dähner, Mitautorin der Begleitstudie "Mehr Raum für starke Frauen!" stellten am 22. Februar in der Sendung Länderzeit das Netzwerk vor. Gemeinsam mit Prof. Birgitta Wolff, Wirtschaftsministerin aus Sachsen-Anhalt, Dr. Kerstin Finger, mobile Zahnärztin, und Roswitha Schier, Arbeitsmarktpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion Brandenburg, diskutierten sie zum Thema "Netzwerk gegen die Abwanderung – Wie Frauen sich für ein Leben in Ostdeutschland engagieren".

 

 

"Viele Frauen in den neuen Bundesländern haben sehr erfolgreiche Berufsbiografien und geben Impulse für die Entwicklung in Wirtschaft und Gesellschaft. Durch den Kongress und das Netzwerk bieten wir den Frauen die Möglichkeit, sich zu vernetzen und gegenseitig zu unterstützen", erklärt Isabel Hempel im Interview mit Deutschlandfunk.

 

Sachsen-Anhalts Wirtschaftministerin Prof. Brigitta Wolff sieht die Aufgabe der Netzwerke in der Kommunikation: "Viele denken, die neuen Bundesländer seien ein trostloses Jammertal – das stimmt aber nicht. Das zeigt die wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre. Die Wachstumsrate für Sachsen-Anhalt lag im ersten Halbjahr 2011 bei 4,5 Prozent. Beruflich gibt es hier sehr gute Chancen, die Kinderbetreuung ist besser entwickelt als in anderen Regionen und sie finden bezahlbare Immobilien. Es gibt viele Gründe im Osten zu leben. Dies zu kommunizieren und bekannt zu machen, ist wichtig."

 

Pionierinnen auf dem Land
Außergewöhnliche Frauen und ihre Projekte rückte der Kongress "Frauen machen Neue Länder" und die Studie 2011 in den Mittelpunkt. Eine davon ist die Zahnärztin Dr. Kerstin Finger aus Templin in Brandenburg. "Das Dableiben war für mich nie eine Frage gewesen. Dazu bin ich zu sehr verwurzelt", sagt Finger dem Deutschlandfunk. "Für mich war die Frage wichtig: Wie kann ich auf die Bedürfnisse, die sich im Laufe der Zeit gewandelt haben, reagieren?" Als immer mehr Patienten sie fragten, ob sie auch bei ihnen zu Hause vorbei kommen würde, entschloss sich Kerstin Finger ein neues Modell der Patientenversorgung zu entwickeln. Mit ihrer "Praxis auf Rädern" fährt sie einmal pro Woche durch die Dörfer in der Uckermark und behandelt ältere Patienten in deren eigenen vier Wänden. Spiegel, Bohrer und Absauggeräte trägt die Improvisationskünstlerin in einem Werkzeugkoffer bei sich.

Zukunftsfähige Projekte, wie das von Kerstin Finger, zeigen schon heute Wege auf, wie der demografische Wandel gestaltet werden kann.

 

Kommunikation und Vernetzung spielen dabei eine wichtige Rolle

„Lebensqualität auf dem Land ist nur aufrecht zu erhalten, wenn man sich gegenseitig hilft und miteinander kommuniziert", erklärt Susanne Dähner. „In unserer letzten Studien-Befragung, die wir hauptsächlich in ländlichen Regionen durchgeführt haben, sagten fast alle Frauen: Vernetzung ist die halbe Miete, wenn wir uns gute Lebensbedingungen schaffen und erhalten wollen.

 

Der Auftaktkongress "Frauen machen Neue Länder" unter dem Motto "Erfolgreich in Ostdeutschland" fand 2008 in Leipzig statt. Seitdem wächst das Netzwerk, zu dem eine jährliche Begleitstudie und seit 2010 ein Blog, eine Facebook- und Twitterseite gehören.