"Artikuliert eure Stärken!"

„Frauen artikulieren wesentlich seltener und weniger offensiv ihre Stärken", beobachtet Diana-Lydia Wade, Hauptmann und Kompaniechefin der Bundeswehr in Sachsen-Anhalt. Frauen, die im Beruf nach oben kommen wollen, rät die 29-Jährige ihr Können und ihre Erfolge zu zeigen. Die Leipzigerin weiß, wovon sie spricht: Der Weg bis zur Kompaniechefin war fordernd – in ihrer Ausbildung musste sie die gleichen Leistungen erbringen wie ihre männlichen Kameraden, im Sport ebenso wie auch im Umgang mit Waffen. Heute bildet Diana-Lydia Wade eine Einheit von 170 Soldaten unter anderem auch für den Afghanistaneinsatz aus. Diana-Lydia Wade schreibt für unseren Blog zum Thema Führung.


DIANA LYDIA WADE: "‘Echte Leader schauen nicht in Führungsbücher, sondern in die Augen ihrer Mitarbeiter.' (Monique R. Siegel). Führen bedeutet für mich persönlich ein zielgerichtetes Einwirken auf die mir unterstellten Soldatinnen und Soldaten, um ein Ziel gemeinsam zu erreichen. Ich möchte sie dazu befähigen und ermutigen, Aufträge nicht nur auf Grundlage des militärischen Prinzips von Befehl und Gehorsam durchzuführen, sondern aus Einsicht und Überzeugung.


Es ist keinesfalls einfach, in alle Führungsprozesse und Entscheidungen den überaus individuellen und teilweise unberechenbaren Faktor Mensch mit einzubeziehen. Aber eben die Einbeziehung von subjektiven Erfahrungen, spezifische Kenntnisse und Fachwissen sowie von individuellen Ideen ermöglicht meiner Meinung nach erst Innovation, Fortschritt und auch eine Steigerung der Berufszufriedenheit.

 

"Bei Führung geht nicht um Geschlechterfragen"

Ich bin der festen Überzeugung, dass Männer und Frauen unterschiedlich führen. Während Männer eher hierarchisch denken, sich gern an der Spitze sehen, führen Frauen kooperativer. In der Auseinandersetzung mit Führungsstilen geht es für mich jedoch nicht um die Frage, wer von den Geschlechtern besser führt, sondern lediglich um das Wissen und um die Akzeptanz geschlechterspezifischer Unterschiede.
Bei Frauen habe ich leider öfters beobachtet, dass Diskussionen nicht auf der Sachebene, sondern auf der Beziehungsebene geführt werden. Augenscheinlich ist auch, dass Frauen wesentlich seltener und weniger offensiv ihre Stärken oder Erfolge artikulieren. In diesem Zusammenhang appelliere ich an alle Frauen, die im Beruf aufsteigen wollen, lasst Emotionen aus dem Spiel und zeigt stolz Euer Können und Eure Erfolge."

 

Auf dem Podium des III. Kongress "Frauen machen Neue Länder" diskutierte Diana-Lydia Wade gemeinsam mit ihrem Mann Lars-Jürgen Wade über die Erfolgsstrategien und Herausforderungen der Doppelkarrierepaare.